Am Sonntag kam es im Bieler Mettmoos zur U19-Partie zwischen den Bienna Jets und den Lausanne Owls. In einer defensiv geprägten, emotionalen und bis zur letzten Sekunde umkämpften Partie behielt die Spielgemeinschaft Jets/Invaders mit 26:12 die Oberhand und erzielte damit ihren ersten Saisonsieg. Trotzdem reichte es am Ende knapp nicht für den Finaleinzug: Die Hypothek der 6:30-Niederlage aus dem Hinspiel wog zu schwer – am Schluss fehlten 11 Punkte zur Final-Qualifikation.
Die Jets-Offense fand zuerst ihren den Rhythmus. Quarterback Arsène Richter bediente David Borne mit einem 68-Yard-Touchdown-Pass zur frühen 6:0-Führung. Im Gegenzug fing Mael Modespacher die erste Interception des Tages, sodass die Owls vorerst nicht kontern konnten.
Nach einer Phase mit Strafen auf beiden Seiten wurde es turbulent. Ein vermeintlicher 70-Yard-Touchdown-Pass der Owls wurde wegen einer Strafe annulliert, brachte die Gäste nach einem Dead-Ball-Foul der Jets aber dennoch an die gegnerische 8-Yard-Linie. Was dann folgte, war das Highlight der ersten Halbzeit: Noé Messerli fing einen Pass der Owls vor der eigenen Endzone ab und sprintete über das gesamte Feld – ein geschichtsträchtiger 98-Yard-Pick-Six zur 12:0-Führung.
Lausanne startete daraufhin einen langen Drive bis an die 8-Yard-Linie der Jets und verkürzte per Touchdown-Pass auf 12:6. Der Gastgeber geriet danach erneut unter Druck, entkam aber auf der eigenen 1-Yard-Linie knapp einem Safety.
Nach einer Interception der Lausanner tief in der Platzhälfte der Gastgeber und einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung bei einem vermeintlichen Fumble-Recovery der Jets, zündete die Defense kurz vor der Pause ein wahres Feuerwerk. Nach dem Two-Minute-Warning drückten die Owls, doch die Jets-Verteidigung überrannte die gegnerische Offensive Line: Zwei heftige Sacks hintereinander brachten Lausanne ein extremes 3rd and 45 ein und beendeten die erste Halbzeit beim Stand von 12:6.
Die zweite Hälfte begann mit einem spektakulären 40-Yard-Pass von Arsène Richter auf David Borne, der Drive endete jedoch in einer weiteren Interception. Es entwickelte sich ein wilder Schlagabtausch mit Ballverlusten auf beiden Seiten. Nach einem folgenschweren Sack gegen die Jets und einer weiteren Interception startete Lausanne an der 14-Yard-Linie der Jets. Mit dem Rücken zur Wand zeigte die Bieler Defense ihre beste Phase: Vier Versuche der Owls wurden rigoros gestoppt (4th and out).
Die Offense übernahm an der eigenen 13-Yard-Linie, wurde jedoch bis an die 1-Yard-Linie zurückgesackt. Bei 3rd Down und gefangen in der eigenen Endzone packte Arsène Richter jedoch den nächsten Hammer aus: Ein monumentaler 55-Yard-Pass auf Hugo Rodrigues befreite das Team aus der Umklammerung und marschierte bis an die gegnerische 11-Yard-Linie vor. Dies war auch gleich das Ende des 3. Quarters.
Nach einem fallengelassenen Pass in der Endzone bei 3rd Down, rettete Arsène Richter den Drive bei 4th Down mit einem entschlossenen Quarterback-Scramble an die 2-Yard-Linie. Per QB-Sneak drückte er den Ball höchstpersönlich über die Linie – 18:6.
Wer dachte, das Spiel sei gelaufen, irrte sich. Lausanne nutzte eine späte Interception eiskalt aus und verkürzte zwei Minuten vor dem Ende auf 18:12. Doch ein Comenack der Gäste sollte nicht gelingen, den Schlusspunkt setzte der Mann des Tages. Quarterback Arsène Richter tankte sich bei einem langen QB-Keeper-Lauf im absoluten "Beast Mode" sensationell durch die gegnerische Reihe, durchbrach drei Tackles, verteilte "Hits" gegen die Lausanner Verteidiger und lief zum für die Gastgeber erlösenden Touchdown. Die anschliessende Conversion verwandelte er gleich selbst zum 26:12-Endstand.
Wittig - 09.06.2026

QB Arsène Richter (SG Bienna Jets/Langenthal Invaders U19) (© Bienna Jets)
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