Nach dem historischen ersten Spiel der Franchise wartet auf die Alpine Rams bereits die nächste wichtige Aufgabe. Am Sonntag, den 7. Juni, reisen die Schweizer zum ersten Auswärtsspiel ihrer Vereinsgeschichte nach Großbritannien. Dort treffen sie auf die London Warriors. Für beide Mannschaften geht es um den ersten Sieg der AFLE Saison 2026.
Sowohl die Rams als auch die Warriors stehen nach den ersten Spielwochen noch ohne Erfolgserlebnis da. Während London Niederlagen gegen die Panthers Wroclaw und Rhein Fire hinnehmen musste, verloren die Alpine Rams ihr Debüt gegen Berlin Thunder mit 14:24. Entsprechend groß ist die Bedeutung der Partie. Eines der beiden Teams wird nach dem Schlusspfiff den ersten Sieg der Saison feiern dürfen.
Trotz der Niederlage gegen Berlin konnten die Rams zahlreiche positive Erkenntnisse mitnehmen. Nach einem zwischenzeitlichen 0:24 Rückstand kämpfte sich die Mannschaft von Head Coach Joshua Fitzgerald eindrucksvoll zurück ins Spiel. Quarterback Gabriel Cunningham übernahm dabei immer mehr Verantwortung und erzielte die ersten Punkte sowie die ersten beiden Touchdowns in der Geschichte der Alpine Rams Franchise. Insgesamt kam Cunningham auf 248 Passing Yards und zwei Rushing Touchdowns.
Auch die Passempfänger machten Hoffnung auf die kommenden Wochen. Benjamin Lolomede führte das Team mit 90 Receiving Yards an. Kevin Kaya steuerte weitere 81 Yards bei, während Devan Burrell mit 63 Yards und einem spektakulären Catch tief in der Berliner Hälfte für eines der Highlights des Spiels sorgte. Die Qualität in der Offensive ist zweifellos vorhanden.
Der größte Gegner der Rams war gegen Berlin allerdings nicht unbedingt der Gegner selbst. Insgesamt 36 Strafen für 243 Yards wurden in der Partie ausgesprochen. Allein die Alpine Rams kassierten zahlreiche kostspielige Penalties, die mehrfach vielversprechende Drives stoppten oder Berlin zusätzliche Chancen ermöglichten. Genau dort dürfte in dieser Woche ein besonderer Fokus liegen. Gelingt es den Rams, disziplinierter aufzutreten, könnte die Offensive deutlich häufiger ihr volles Potenzial entfalten.
Defensiv erwartet die Schweizer erneut eine anspruchsvolle Aufgabe. London Quarterback Karé Lyles verfügt über viel Erfahrung und Athletik, hatte in den ersten beiden Saisonspielen allerdings mit Ballverlusten zu kämpfen. Genau dort wollen die Rams ansetzen. Mit Spielern wie Oluwaferanmi Okunlola und Oliver Obolela, die gegen Berlin mit zwölf beziehungsweise elf Tackles zu den Aktivposten gehörten, besitzt die Defense die Qualität, Druck auf den gegnerischen Spielmacher auszuüben.
Gleichzeitig müssen die Rams besonders auf die Londoner Linebacker achten. Kadel King, Emmanuele Falola und David Inzyon bilden eines der stärksten Linebacker-Trios der Liga und könnten versuchen, das Laufspiel der Schweizer früh zu kontrollieren. Dadurch wird die Verantwortung erneut auf Cunningham und seine Receiver fallen, die Defensive der Warriors über die Luft unter Druck zu setzen.
Für die Alpine Rams geht es am Sonntag jedoch um mehr als nur einen Sieg. Nach dem schwierigen Auftakt gegen Berlin bietet sich die Chance, die ersten Punkte der Franchise-Geschichte nun mit dem ersten Erfolg der Vereinsgeschichte zu verbinden. Die Mannschaft hat bereits gezeigt, dass sie trotz Rückschlägen kämpfen kann. Nun soll in London der nächste Schritt folgen.
Die Voraussetzungen für ein spannendes Spiel sind gegeben. Zwei hungrige Teams. Zwei Mannschaften auf der Suche nach dem ersten Erfolgserlebnis. Und für die Alpine Rams die Möglichkeit, ein weiteres Kapitel in der noch jungen Geschichte der Franchise zu schreiben.
Foot Bowl - 04.06.2026

Gabriel Cunningham - QB Alpine Rams (© Foto: Foot Bowl/Rico Doninelli)
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