München statt Heimspiel: Comets weiter auf Reisen

Bradley "Brad" Jones und RB Chris LipseyDie Allgäu Comets stehen vor der nächsten schweren Aufgabe in der Effect Energy GFL. Am kommenden Wochenende gastiert die Mannschaft von Head Coach Mark Priegnitz bei den Munich Cowboys und trifft damit auf eines der aktuell erfolgreichsten Teams der GFL Süd. Während die Münchner mit einer Bilanz von zwei Siegen und einer Niederlage auf den oberen Tabellenplätzen stehen, warten die Comets nach zwei Niederlagen weiterhin auf ihren ersten Erfolg der Saison.

Allerdings erzählt die reine Bilanz nur einen Teil der Geschichte. Die Allgäuer mussten bislang ausschließlich auswärts antreten und hatten zudem bereits zwei spielfreie Wochenenden im Spielplan. Nach der deutlichen Niederlage beim amtierenden Südmeister IFM Razorbacks Ravensburg nutzte die Mannschaft die zusätzliche Zeit, um an den erkannten Baustellen zu arbeiten und sich auf die nächste Herausforderung vorzubereiten.

Besonders die Partie in Ravensburg offenbarte, woran die Comets aktuell arbeiten müssen. Defensiv gelangen den Razorbacks immer wieder explosive Spielzüge, während offensiv zwar 299 Passing Yards und drei Touchdowns durch Quarterback Brad Jones auf dem Statistikbogen standen, das Laufspiel jedoch kaum in Gang kam. Die Mannschaft erzielte lediglich 29 Rushing Yards und war dadurch über weite Strecken gezwungen, sich fast ausschließlich auf das Passspiel zu verlassen. Gleichzeitig zeigte die Offense aber auch, welches Potenzial in ihr steckt. Jones fand Leon Knoop, Martin Horn und Gabe Quigley für Touchdowns und bewegte den Ball phasenweise durchaus erfolgreich durch die Ravensburger Defense.

Für Jones steht deshalb weniger das Ergebnis der vergangenen Wochen im Vordergrund als vielmehr die Entwicklung der Mannschaft.

"Die Bye Week kam für uns zu einem guten Zeitpunkt. Wir konnten viele Dinge aufarbeiten und Fehler korrigieren. Natürlich sind die Ergebnisse bisher nicht das, was wir uns vorgestellt haben, aber ich sehe jeden Tag Fortschritte", erklärte der Quarterback im PassionPress Medientalk. Gleichzeitig betonte er, dass die Mannschaft nun lernen müsse, diese Entwicklung auch konstant auf das Spielfeld zu übertragen. "Wir müssen anfangen, diese Fortschritte über vier Viertel hinweg zu zeigen und uns selbst die Chance geben, enge Spiele zu gewinnen."

Trotz des schwierigen Starts sieht Jones keinen Grund, an den Möglichkeiten seines Teams zu zweifeln. "Wir haben genug Talent im Kader, um mit jedem Team dieser Liga mitzuhalten", sagte der Spielmacher. Entscheidend sei nun, die eigenen Fehler zu minimieren. "Wenn wir diszipliniert spielen, den Ball schützen und die Chancen nutzen, die wir bekommen, können wir deutlich besser auftreten als zuletzt."

Mit den Munich Cowboys wartet allerdings ein Gegner, der in den vergangenen Wochen eindrucksvoll seine Qualität gezeigt hat. Die einzige Niederlage kassierten die Münchner gegen Tabellenführer Schwäbisch Hall Unicorns. Zuletzt gewann das Team mit 35:24 gegen Regensburg. Quarterback Nicholas Semptimphelter warf dabei für 340 Yards und fünf Touchdowns. Besonders Wide Receiver Gabriel Boccella präsentierte sich in herausragender Form und erzielte vier Touchdowns bei 151 Receiving Yards.

Für die Defense der Comets wird es deshalb entscheidend sein, die großen Spielzüge der Münchner zu begrenzen und den Cowboys möglichst wenige freie Räume zu geben. Gleichzeitig wollen die Allgäuer selbst offensiv konstanter auftreten und die positiven Ansätze aus den ersten Saisonspielen häufiger über längere Phasen zeigen.

Einer, der dabei eine wichtige Rolle spielen könnte, ist der norwegische Wide Receiver Martin Horn. Der Neuzugang erzielte gegen Ravensburg seinen ersten Touchdown für die Comets und sieht trotz der schwierigen Ausgangslage eine positive Entwicklung innerhalb der Mannschaft.

"Natürlich ist niemand mit einem 0:2 Start zufrieden", sagte Horn. "Aber wir sehen jeden Tag, wie hart die Jungs arbeiten. Die Stimmung ist gut und wir wissen, dass wir besser sind, als die Ergebnisse bislang zeigen."

Der Receiver glaubt, dass die Mannschaft näher an den ersten Erfolg herangerückt ist, als viele Beobachter vermuten. "Von außen schaut man oft nur auf die Ergebnisse. Intern sehen wir aber, wie viele Dinge sich bereits verbessert haben. Jetzt müssen wir das auf dem Feld beweisen."

Besonders gegen ein erfahrenes Team wie München werde es darauf ankommen, die eigenen Fehler zu vermeiden. "Gegen starke Mannschaften entscheiden oft Kleinigkeiten. Wir müssen konzentriert bleiben, unsere Aufgaben erfüllen und uns auf das fokussieren, was wir kontrollieren können", erklärte Horn.

Gleichzeitig sieht der Norweger viel Potenzial in der Zusammensetzung des Kaders. Die Comets haben in den vergangenen Monaten zahlreiche neue Spieler integriert und verfügen über einen internationalen Kader mit Akteuren aus mehreren europäischen Ländern sowie den USA. Diese Mischung brauche Zeit, könne langfristig aber zu einer Stärke werden.

Für die Allgäu Comets geht es in München deshalb nicht nur um den ersten Sieg der Saison. Vielmehr bietet das Duell mit einem der Topteams der GFL Süd die Möglichkeit, die eigene Entwicklung sichtbar zu machen. Nach den schwierigen ersten Wochen wollen die Allgäuer zeigen, dass sie aus ihren Fehlern gelernt haben und bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen. Gegen die favorisierten Cowboys werden die Rollen zwar klar verteilt sein, innerhalb der Mannschaft glaubt man jedoch fest daran, dass die bisherige Arbeit bald auch in Ergebnissen sichtbar werden kann.

Foot Bowl - 04.06.2026

Bradley "Brad" Jones und RB Chris Lipsey

Bradley "Brad" Jones und RB Chris Lipsey (© Foot Bowl/Susanne Hägele)

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