Nach zwei starken Auftritten zum Saisonstart (45:14 bei den Saarland Hurricanes und 65:20 gegen die Allgäu Comets) wären die Razorbacks Ravensburg nur zu gerne mit weißer Weste in das Topspiel gegen die Potsdam Royals gegangen. Doch die 10:28-Niederlage am vergangenen Samstag bei den Pforzheim Wilddogs hat diesen Wunsch zunichtegemacht. Nun wartet mit dem amtierenden Deutschen Meister und dreifachen Titelträger in Folge die wohl größte Herausforderung der bisherigen Spielzeit auf die Oberschwaben.
Die Potsdam Royals reisen mit einer makellosen Bilanz von drei Siegen aus drei Spielen ins TeleData-Stadion nach Weingarten. Dabei haben die Brandenburger ihre Klasse bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nach einem deutlichen 75:3-Erfolg gegen die Braunschweig Lions folgte zuletzt ein ebenso beeindruckender 48:3-Sieg bei den Kiel Baltic Hurricanes. Dennoch zeigte bereits das Auftaktspiel bei den Berlin Rebels, dass die Saison auch für Potsdam kein Selbstläufer wird. Die Royals mussten sich dort bis in das Schlussviertel strecken, ehe sie die Partie noch mit 15:14 für sich entscheiden konnten. Ein Beleg dafür, wie entscheidend Tagesform, Konzentration und Momentum im American Football sein können.
Auch wenn drei Spiele statistisch noch keine endgültigen Rückschlüsse zulassen, lohnt sich ein Blick auf die bisherigen Zahlen. Die Royals-Offense erzielt im Schnitt beeindruckende 46 Punkte pro Partie. Doch auch die Wildschweine müssen sich hier keineswegs verstecken und kommen auf starke 40 Punkte pro Spiel. Größer fällt der Unterschied bei den zugelassenen Punkten aus. Während Potsdams Verteidigung ihren Gegnern durchschnittlich lediglich 6,7 Punkte erlaubt, sind es bei den Razorbacks bislang 20,7 Zähler.
Interessant ist auch die unterschiedliche Ausrichtung der beiden Angriffsreihen. Ravensburg sammelt seine Yards überwiegend durch das Passspiel und erzielte bislang 923 seiner insgesamt 1.260 Yards durch die Luft. Die Royals präsentieren sich deutlich ausgeglichener und kommen auf 730 Passing Yards sowie 497 Rushing Yards (insgesamt: 1227). Die Gäste verfügen somit über eine Offense, die sowohl über den Boden als auch durch die Luft jederzeit für Gefahr sorgen kann.
Klar ist: Die Favoritenrolle liegt beim amtierenden Deutschen Meister aus Potsdam. Doch ebenso klar ist, dass die Razorbacks alles daransetzen werden, dem Titelanwärter ein Bein zu stellen, um gemeinsam mit ihren Fans für einen besonderen Football-Nachmittag in Weingarten zu sorgen, denn die vergangenen Jahre haben immer wieder gezeigt, dass Heimspiele im TeleData-Stadion ihren ganz eigenen Charakter besitzen. Wenn die Razorbacks-Family die Tribünen in Bewegung bringt, entsteht eine Atmosphäre, die schon häufig zum entscheidenden Faktor geworden ist.
Frank Schulze - 03.06.2026

QB # 17 Broghean McGovern (Ravensburg Razorbacks) vor voll besetzten Rängen (© Frank BAUMERT)
Leser-Bewertung dieses Beitrags:
![]()
Die in Ravensburg erhoffte Überraschung gegen den amtierenden deutschen Meister blieb vor 1.256 Zuschauern im TeleData-Stadion aus. Mit 7:34 mussten sich die ifm Razorbacks Ravensburg den Potsdam Royals geschlagen geben. Für die Brandenburger war es bereits der 16. Sieg in Folge – eine Serie, die eindrucksvoll unterstreicht, warum die Royals aktuell das...
Spiele Ravensburg Razorbacks
09.05.
Saarland Hurricanes - Rav. Razorbacks
14
:
45
24.05.
Ravensburg Razorbacks - Allgäu Comets
65
:
20
30.05.
Pforzheim Wilddogs - Ravensburg Razorbacks
28
:
10
06.06.
Ravensburg Razorbacks - Potsdam Royals
7
:
34
21.06.
Ravensburg Razorbacks - Saarland Hurricanes
15:00 Uhr
27.06.
Schwäbisch Hall Unicorns - Rav. Razorbacks
16:00 Uhr
04.07.
Ravensburg Razorbacks - Pforzheim Wilddogs
18:00 Uhr
19.07.
Ravensburg Razorbacks - Straubing Spiders
15:00 Uhr
01.08.
Allgäu Comets - Ravensburg Razorbacks
16:00 Uhr
15.08.
Munich Cowboys - Ravensburg Razorbacks
16:00 Uhr
23.08.
Ravensburg Razorbacks - Regensburg Phoenix
15:00 Uhr
30.08.
Dresden Monarchs - Ravensburg Razorbacks
15:00 Uhr