Die New York Giants haben gleich drei neue Wide Receiver unter Vertrag genommen, die zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Karriere zu den Besten – oder zumindest Besseren - der Liga gezählt werden durften. Neben JuJu Smith-Schuster und Braxton Berrios elektrisiert vor allem die Rückkehr von Odell Beckham Jr. die Franchise. Der mittlerweile 33-jährige will noch einmal an längst vergangene Erfolge im Big Apple anknüpfen.
Der 29-jährige JuJu Smith-Schuster glänzte vor allem bei den Steelers zu Karrierebeginn (1.426 Yards und sieben Touchdowns in seiner Pro Bowl-Saison 2018) und dann noch einmal bei den Kansas City Chiefs 2022 mit Quarterback Patrick Mahomes. In den beiden letzten Jahren kam er bei seiner Rückkehr nach Kansas City jedoch nur auf 231 Yards und zwei Touchdowns in 14 Partien (2024) beziehungsweise 345 Yards und einen Touchdown (2025).
Der 30-jährige Braxton Berrios war vor allem bei den New York Jets mit viel Potenzial zu Karrierebeginn aufgefallen, dann aber weder dort noch im Anschluss bei den Dolphins oder Texans über 500 Yards und mehr als drei Touchdowns hinausgekommen.
Star des Trios war – in früheren Zeiten – eindeutig Odell Beckham Jr., kurz OBJ. Der mittlerweile 33-jährige Receiver war nach seiner Zeit am College bei LSU, wo er mit Slot Receiver Jarvis Landry ein hervorragendes Receiver-Gespann abgegeben hatte, im Jahr 2014 von den New York Giants in der ersten Runde (mit Pick #12) gedraftet worden.
Dort kam er in fünf Jahren auf 59 Partien mit 56 Starts und 5.476 Receving Yards sowie 44 Touchdowns, darunter "The Catch" – der einhändige Fang im Jahr 2015 gegen die Dallas Cowboys, der immer noch zu den bekanntesten Szenen der letzten 20 Jahre zählt.
Nach einer Vertragsverlängerung um fünf Jahre im August 2018 erkaltete die Liebe zwischen den Giants und OBJ jedoch und schließlich wurde er nach nur einer weiteren Saison im März 2019 zu den Browns getradet, wo er mit Jarvis Landry wiedervereint wurde. Im Gegenzug wechselten Safety Jabrill Peppers und Guard Kevin Zeitler sowie ein Erst- und ein Drittrundenpick nach New Jersey.
In Cleveland kam er gefühlt nie an (nachdem er zu Beginn zwar vorgestellt, aber anschließend monatelang nicht gesichtet worden war), auch wenn nach knapp drei Jahren dann 29 Spiele mit 1.586 Yards und sieben Touchdowns zu Buche standen. Auf jeden Fall deutlich weniger, als man sich von ihm versprochen hatte und so war es eine Frage der Zeit, wann man sich trennen würde.
Anfang November 2021 erfolgte diese schließlich per Entlassung, worauf ihn sich die Rams für ihren Super Bowl Run holten. In der promibehafteten Glitzermetropole Los Angeles fühlte er sich deutlich wohler als in der Arbeiterstadt Cleveland und am Ende durfte er nach vier Playoffspielen, in denen er durchaus ein Faktor war, den Titel feiern – allerdings auf Kosten eines Kreuzbandrisses im Endspiel.
Seitdem konnte er nie mehr an die früheren Erfolge anknüpfen: 2022 verpasste er komplett aufgrund seines Kreuzbandrisses, obwohl es immer einmal Spekulationen über eine Verpflichtung – zum Beispiel bei den Dallas Cowboys – gegeben hatte.
2023 absolvierte er 14 Partien für die Baltimore Ravens und erzielte dabei 565 Yards und drei Touchdowns; in einem erfolglosen Miami Dolphins-Team kam er in neun Partien in der vergangenen Saison auf mickrige 55 Yards und keinen einzigen Touchdown – zum ersten Mal in seiner Karriere.
Alle drei haben gemeinsam, dass es sehr nach Herbst der sportlichen Laufbahn aussieht und die Giants wohl über den Sommer testen wollen, wer noch genug im Tank hat für ein letztes Hurra. Dass alle drei den Sprung in den aktiven Kader zu Saisonbeginn schaffen, erscheint objektiv ausgeschlossen. Wohl auch, dass Odell Beckham Jr noch einmal die früheren Erfolge wiederholen kann, aber die Erinnerung daran lebt zumindest bei den Giants-Anhängern durch die Verpflichtung jetzt noch einmal auf.
Carsten Keller - 02.06.2026

Eine der bekanntesten NFL-Szenen der letzten 20 Jahre - OBJs einhändiger Catch (© Carsten Keller)
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