Am Ende stand ein deutliches 45:26 für die Munich Ravens im ersten deutschen Derby der EFA bei Frankfurt Galaxy. Ein gerechtes Ergebnis, wie auch Galaxy Head Coach Thomas Kösling in der gemeinsamen Pressekonferenz nach Spielschluss unverblümt einräumte.
"Verdienter Sieg für München. Sportlich gesehen sind wir in der ersten Halbzeit nicht gut reingekommen. Wir haben uns ein Loch gebuddelt mit BJ... ich meine: Wir kennen ihn. Wir wissen um seine Fähigkeiten. Natürlich wollten wir alles andere, als ihm so einen hinlegen, aber das passiert manchmal. Dann startet natürlich München mit einem riesen Momentum-Swing, das den Ton vorgegeben hat."
Gerade in der ersten Halbzeit kam sein Team nur selten wie gewünscht in Tritt: "Unglücklicherweise haben wir es nicht geschafft, die Blutung zu stoppen. Immer wenn wir ein bisschen Momentum kreiert haben, kam eine Flagge. Der negative Höhepunkt war wohl das Fumble.
Was ich aber sagen muss und das spricht fürs Team: Wir haben nie aufgegeben. Wir kamen zurück, es gab eine Situation Ende des dritten, Anfang des vierten Viertels, wo man sogar wieder etwas Hoffnung gespürt hat, weil wir wieder etwas dran waren."
Vor allem beim ersten Turnover der Ravens in dieser Saison, als Linebacker Sebastian Gauthier einen Pass von Gäste-Quarterback Russell Tabor abfangen konnte, kam noch einmal Hoffnung auf. Kendrall Ellison sparte nicht mit Lob, auch wenn es durchaus Diskussionen gegeben hatte, ob der Ball nicht den Boden berührt hatte: "Ein gutes Play von einem guten Football Player. Das passt schon." Zudem würden Turnover ja automatisch durch die Liga überprüft, weswegen sich Ellison eine Challange sparen konnte, wie Thomas Kösling anfügte.
Die Gäste überstanden jedoch auch diese Phase ohne allzu großes Zittern, wie "Coach K" unumwunden einräumte: "Heute muss man sagen: München war das bessere Footballteam. Sie haben die Plays gemacht. Wir hatten viele Undiszipliniertheiten, wo wir besser werden müssen. Aber ich mag, dass das Team nie aufgegeben hat."
"München ist die Benchmark und für viele der Favorit. Sie haben gezeigt, warum. Unsere Arbeit ist es, besser und besser zu werden, damit wir sie künftig matchen können."
Die aktuelle 0-2 Bilanz fand Kösling in diesem Zusammenhang gar nicht so wichtig: "Alles gut. Wir gehen von Spiel zu Spiel. Ob es jetzt 0-2 oder 1-1 ist oder wie auch immer. Wir haben ein knappes Spiel gegen Paris verloren, das wir nicht hätten verlieren dürfen und jetzt München, die uns erst einmal die Grenzen aufgezeigt haben.
Wir müssen unser Spiel abliefern jede Woche und fahren jetzt nächste Woche nach Tirol. Da bist Du quasi 0-0. Am Ende musst Du als Team besser werden und guten Football spielen, dann werden die Wins kommen. Da bin ich mir sicher – wir haben genug Qualität. Es ist jetzt kein Panik-Mode."
Den Panik-Mode braucht es in München natürlich aktuell nicht, auch wenn Ravens-Head-Coach Kendral Ellison trotz des Siegs nicht restlos zufrieden war: "Es ist immer schön, nach Frankfurt zu kommen und in der PSD Bank Arena zu spielen. Die Atmosphäre war wieder großartig. Ich war schon ein paar Mal hier und hatte noch nie gewonnen. Das war jetzt das erste Mal und das nehme ich gerne.
Es war ein stark umkämpftes und physisches Spiel. Wir konnten in allen drei Phasen [Offense, Defense, Special Teams] scoren und wenn man das schafft, hast Du eine gute Siegchance.
Die Undiszipliniertheit bei einigen Plays hat mir aber nicht gefallen. Das ist einfach nicht unser Standard, den wir in allen vier Vierteln einhalten müssen. Wir wollen Football richtig und fair spielen; da waren ein paar Sachen bei späten Hits und anderen Dingen, wo wir besser sein müssen."
Beide Teams sind kommende Woche parallel am Samstagabend im Einsatz: Die Galaxy tritt wie von Coach Kösling erwähnt bei den Raiders Tirol in Innsbruck an, die Munich Ravens laufen bei den Paris Musketeers auf. Kickoff ist jeweils um 18 Uhr. Beide Partien gibt es wie gewohnt im kostenfreien Livestream bei YouTube.
Carsten Keller - 31.05.2026

Coach Kösling vor der Partie gegen die Ravens (© Carsten Keller)
Leser-Bewertung dieses Beitrags: