IAL-Projekt gescheitert

Kein Europa Team mehrDie International Arena League steht offenbar vor dem kompletten Zusammenbruch ihres internationalen Konzepts. Nachdem nun offenbar auch die Düsseldorf Warriors und die Glasgow Tartans nicht mehr am restlichen Spielbetrieb teilnehmen, würde die IAL die Saison 2026 nur noch mit ihren verbliebenen US-Teams zu Ende spielen.

Dabei war die ursprüngliche Idee deutlich größer angelegt. Die Liga wollte keine reine US-Liga aufbauen, sondern eine internationale Arena-Football-Liga mit Teams in Europa und den USA etablieren. Geplant war ein Wettbewerb mit mehreren Franchises auf beiden Kontinenten und einem internationalen Charakter, der sich klar von bisherigen europäischen Football-Ligen unterscheiden sollte.

Große Vision mit bekannten Namen

Die Aufmerksamkeit rund um die Liga war anfangs durchaus vorhanden. Mehrere bekannte Spieler aus der European League of Football und der GFL schlossen sich dem Projekt an. Unter anderem standen ehemalige ELF-Champions sowie Spieler mit Vergangenheit bei den Braunschweig Lions, Cologne Centurions oder Vienna Vikings auf den Rostern der europäischen Teams.

Viele Spieler glaubten offenbar an die Vision, Arena Football langfristig auch außerhalb der USA zu etablieren. Gerade der Mix aus amerikanischen und europäischen Organisationen sorgte zunächst für Aufmerksamkeit innerhalb der Football-Szene. Doch bereits kurz nach Saisonstart häuften sich die Probleme.

Teams verschwanden kommentarlos aus der Liga

Immer wieder kam es zu Diskussionen um fehlende Übertragungen, kurzfristige Änderungen und organisatorische Schwierigkeiten. Teilweise wurden logistische Probleme genannt. In anderen Fällen hieß es, Hallen würden zusätzliche Forderungen stellen oder vereinbarte Bedingungen verändern. Besonders auffällig war jedoch der Umgang mit den europäischen Teams.

Zunächst wurden die Zürich Ibexx aus der Schweiz aufgelöst. Kurz darauf sollten die restlichen europäischen Teams ebenfalls in den USA ihre Spiele austragen. Danach verschwanden auch die Stuttgart Stallions und die England Eruptors aus dem Ligabetrieb. Eine große öffentliche Kommunikation dazu gab es nicht. Stattdessen tauchten die Teams plötzlich nicht mehr in Tabellen, Spielplänen oder offiziellen Übersichten auf.

Nun muss die Öffentlichkeit offenbar über andere Medien erfahren, dass mit den Düsseldorf Warriors und den Glasgow Tartans auch die letzten europäischen Teams weggebrochen sind. Damit wäre der internationale Teil der Liga faktisch kollabiert.

Arena-Betreiber widerspricht indirekt der Kritik

Im Zusammenhang mit den abgesagten Heimspielen der Stuttgart Stallions hatte Foot Bowl deshalb auch bei der Schleyer-Halle in Stuttgart nachgefragt. Die Arena widerspricht dabei indirekt einigen Vorwürfen, die zuletzt im Umfeld der Liga kursierten. Auf die Frage nach den abgesagten Heimspielen erklärte ein Sprecher: "Wir als Hallenbetreiber der Schleyer-Halle hatten keinen Einfluss auf die Absage der nächsten beiden Spiele der Stuttgart Stallions."

Weiter heißt es: "Die IAL hat beschlossen, ihr Konzept nochmals zu überdenken und anzupassen." Auch bei der Frage nach angeblich problematischen Vertragsbedingungen oder zusätzlichen Forderungen der Arena fällt die Antwort deutlich aus: "Als Betreiber der Schleyer-Halle haben wir uns zu jederzeit an unsere Vertragsinhalte gehalten." Und weiter: "Bislang wurden alle Regelungen von beiden Seiten eingehalten."

Damit zeichnet die Arena ein deutlich ruhigeres Bild der Situation, als es zuletzt teilweise im Umfeld der Liga dargestellt wurde.

Internationale Idee offenbar gescheitert

Mit jedem weiteren Rückzug verlor die Liga zunehmend an Glaubwürdigkeit. Für Spieler, Coaches und Fans entstand immer mehr Unsicherheit darüber, ob Spiele tatsächlich stattfinden würden.

Während der US-Spielbetrieb offenbar weiterlaufen soll, ist vom europäischen Teil der Liga inzwischen nichts mehr übrig geblieben. Damit scheint die ursprüngliche internationale Vision der IAL vorerst gescheitert zu sein. Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie schwierig ein internationales Arena-Football-Projekt organisatorisch, finanziell und infrastrukturell umzusetzen ist. Gleichzeitig hat es aber auch gezeigt, dass viele US-Investoren den europäischen Markt unterschätzen.

Für zahlreiche Spieler bleibt vor allem Enttäuschung zurück. Mehrere bekannte Namen aus dem europäischen Football hatten an das Projekt geglaubt und sich der Liga angeschlossen. Nun stehen viele Beteiligte ohne klare Perspektive da.

Foot Bowl - 29.05.2026

Kein Europa Team mehr

Kein Europa Team mehr (© Foot Bowl)

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