Nach 638 Tagen Abstinenz stehen die Berlin Adler A-Jugend wieder auf dem Football-Feld. Ein historischer Moment – und ein lehrreicher Auftakt.
Es war ein langer Weg zurück. 638 Tage, um genau zu sein. Doch am vergangenen Wochenende war es so weit: Die A-Jugend der Berlin Adler bestritt ihr erstes Spiel in der Regionalliga Nord – gegen die Spielgemeinschaft aus Hamburg Swans und der dänischen Elite Prospect Academy. Am Ende gab es eine 3:34 Niederlage. Doch wer nur auf die Anzeigetafel schaut, verpasst die eigentliche Geschichte dieses Tages.
Früher Rückschlag, unbeirrbarer Wille
Die SG Swans/Elite Prospect Academy machte von Beginn an klar, warum sie als starker eingespielter Gegner gilt. Bereits im ersten Viertel gingen die Gäste mit 7:0 in Front, zur Halbzeit stand es 14:03. Ein früher Ausfall des Stamm-Quarterbacks warf die Adler-Offense aus dem Rhythmus – das Passspiel verlor spürbar an Struktur, das Laufspiel blieb hinter seinen Möglichkeiten.
Doch aufgeben? Nicht mit dieser Mannschaft. Bis zum Ende des dritten Viertels hielten die Berliner den Rückstand bei 21:03 – die Defense hielt die Adler lange in Schlagdistanz.
Defense trägt die Last – und liefert ab
Die Zahlen erzählen eine Geschichte über Belastung und Einsatz: Knapp 50 Prozent der Spielzeit stand die Defense auf dem Feld, während die Offense lediglich auf etwa ein Drittel der Spielzeit kam. Immer wieder musste die Verteidigungsreihe nach kurzen Offensive Drives zurückkehren – und tat es, ohne nachzulassen. Ein erzwungener und gesicherter Fumble sowie der geblockte Extra-Punkt unterstrichen die Qualität und den Kampfgeist des Defensivverbunds.
Offensiv gelang Lennard Sonka per weitem Field Goal der einzige Score der Adler – ein Treffer, der im vollen Bewusstsein über seine symbolische Bedeutung bejubelt wurde.
30 Spieler, 70 Prozent ohne Vorerfahrung
Was diesen Auftritt besonders macht, offenbart ein Blick hinter die Kulissen: Im November 2024 standen gerade einmal zwei Spieler für den Wiederaufbau der Adler A-Jugend bereit. 17 Monate später liefen 30 Spieler auf – rund 70 Prozent von ihnen ohne jede Football-Vorerfahrung. Was dieses Team in so kurzer Zeit aufgebaut hat, verdient Respekt weit über das Ergebnis hinaus.
Blick nach vorne
Die Niederlage zum Auftakt ist einzuordnen. Dieses Team steht am Anfang. Es hat Charakter gezeigt, Lernbereitschaft bewiesen und den ersten Schritt eines langen Weges getan.
Schon kommenden Sonntag bietet sich die nächste Gelegenheit: Die Berlin Adler sind dann in Hildesheim zu Gast. Die Analyse läuft, die Motivation ist intakt – und die Rückkehr hat gerade erst begonnen.
Berlin Adler - 27.05.2026

Regionalliga Nord, A-Jugend: Hamburg Swans - Berlin Adler U 19 (© Berlin Adler)
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