In loser Reihenfolge stellen wir hier immer einmal NFL-Reiseziele vor, die idealerweise hilfreich für eine Planung im Vorfeld sind. Diesmal wird Baltimore ins Scheinwerferlicht gerückt – eine Stadt, die nicht nur Lobeshymnen hervorruft.
Anreise
Baltimore hat zwar einen internationalen Flughafen, der aber von Deutschland aus keine Direktverbindung bietet und deshalb über ein Drehkreuz angeflogen werden muss. Der BWI – Baltimore Washington Marshall Airport – hat 88 Flugziele in 16 Ländern, wobei London Heathrow die längste Strecke aufweist.
Besser ist daher ein Umstieg in New York oder über eines der anderen US-Drehkreuze der jeweiligen Airlines.
Von Washington aus ist Baltimore in gut einer Stunde auch mit dem Auto zu erreichen, aber auch Philadelphia im Norden ist für amerikanische Verhältnisse "ums Eck".
Wirklich spannend ist die Anfahrt mit dem Auto aus östlicher Richtung (Delaware) über die William Preston Lane Jr. Memorial (Chesapeake) Bay Bridge, die zu den längsten der Welt gehört und in Teilen an eine Achterbahn erinnert. Definitiv nichts für schwache Nerven und so gibt es sogar gewerbliche Anbieter, die ihr Geld damit verdienen, ängstlichere Mitmenschen über diese Brücke zu shutteln.
Übernachtung
Hotels in der Stadt sind mittlerweile nicht mehr allzu günstig. Ein Stück außerhalb gibt es jedoch ein Casino und eine Outlet Mall, in deren Bereich sich eine ganze Reihe Hotels angesiedelt haben, die deutlich preiswerter sind und nebenbei den Entertainmentfaktor vor der Haustür haben.
Sehenswürdigkeiten
Die Stadt "verdankt" ihren nicht allzu positiven Ruf unter anderem zwei Faktoren: Die gefeierte HBO-Serie "The Wire" spielte realitätsnah Anfang der 2000er Jahre in Baltimore und beleuchtete den Kampf der Polizei gegen die Dealer harter Drogen, der weite Viertel der Stadt im Griff hat(te). Die Umformulierung von "Baltimore, Maryland" in "Bloodymore, Murdaland" unterstreicht dies noch.
Auch die Handlung der ersten Staffel des #1 Podcasts "Serial" von Sarah Koenig trug sich in Baltimore zu: Der Fund einer ermordeten Jugendlichen Ende der 90er Jahre und die Aufarbeitung des Verfahrens gegen ihren einsitzenden Ex-Freund fesselte die Zuhörer im Jahr 2014 – warf aber auch kein allzu gutes Licht auf die Stadt an der Ostküste.
Wirklich sehenswert ist der Bereich um den aufgehübschten Inner Harbor, der zum Flanieren einlädt. Auch das Baseballstadion der Orioles, der Oriole Park at Camden Yards, gehört zu den schönsten der MLB und ist einen Besuch wert.
Wer Baltimore von oben sehen will: Das "Top of the World" Beobachtungsdeck bietet einen hervorragenden Ausblick.
Wer dagegen die Schattenseiten Baltimores kennenlernen will, kann sich auf die Schauplätze der oben genannten Serien fokussieren – idealerweise aber auch nicht mit dem Auto anhalten, wenn es nicht unbedingt sein muss.
Spezialität
Baltimores Lage am Atlantik bringt es fast zwangsläufig mit sich, dass Meeresgetier zu den lokalen Spezialitäten gehört, allen voran die "Maryland Blue Crabs".
Das Aushängeschild schlechthin ist der "Crab Cake" – eine Art Frikadelle mit viel Krabbenfleisch, die ungefähr Schneeballgröße erreicht.
Das Stadion
Die Ravens spielen im M&T Bank Stadium, das im Süden der Innenstadt gelegen ist. Die offene Arena bietet gut 70.000 Besuchern Platz und hat davor – wie sonst vor allem beim Baseball üblich – einige Statuen verdienter Spieler. Vor allem die von Franchise-Legende Ray Lewis bei dessen unverwechselbarem Betreten des Rasens ist ein absoluter Fotospot.
Wer neben Football auch gerne die anderen großen Sportarten in den USA besuchen will, wird hier nur bedingt fündig: Die Baltimore Orioles befinden sich ein Stück weiter nördlich, Eishockey und Basketball sind hier nicht vertreten.
Carsten Keller - 25.05.2026

Um die Ecke steht Ray Lewis... (© Carsten Keller)
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