Die Vienna Vikings sind mit einem klaren Heimsieg in die neue Ära der American Football League Europe gestartet. Im offiziellen Auftaktspiel der neuen Liga setzte sich das Wiener Franchise vor 3.821 Zuschauern im Wiener Sport Club Stadion deutlich mit 49:7 gegen Berlin Thunder durch. Bei sommerlichen Bedingungen und rund 27 Grad entwickelte sich der Season Opener zu einer Machtdemonstration der Gastgeber, die vor allem mit einem dominanten Laufspiel, einer starken Offensive Line und einer aggressiven Defense überzeugten.
Dabei begann die Partie zunächst durchaus vielversprechend für Berlin Thunder. Die Gäste bewegten den Ball im ersten Drive bis kurz vor die Endzone, entschieden sich jedoch an der Vier Yard Linie gegen ein Field Goal und für den Versuch auf den Touchdown. Die Vikings Defense hielt stand und setzte damit früh ein wichtiges Zeichen. Wenig später schrieb Vienna selbst Geschichte. Quarterback Ben Holmes fand US Receiver Darrell Stewart Jr. über zwölf Yards zum ersten Touchdown der neuen AFLE Geschichte. Dennis Tasic verwandelte den Extrapunkt sicher zum 7:0.
Ab dem zweiten Viertel übernahm Wien endgültig die Kontrolle. Holmes zeigte sich nicht nur als Passgeber effizient, sondern auch als Läufer gefährlich. Erst erhöhte er mit einem Neun Yard Lauf auf 14:0, wenig später legte Karri Pajarinen mit einem Zwei Yard Touchdown Run nach. Die Offensive Line der Vikings dominierte zunehmend die Line of Scrimmage und öffnete immer wieder große Räume für das Laufspiel. Noch vor der Pause lief Holmes aus kurzer Distanz erneut selbst in die Endzone und stellte auf 28:0.
Berlin hatte offensiv zwar einzelne Momente, fand aber nie dauerhaft Stabilität. Quarterback Jakeb Sullivan brachte 23 seiner 37 Pässe für 255 Yards und einen Touchdown an, stand jedoch permanent unter Druck. Besonders Alejandro Fernandez prägte das Spiel der Wiener Defense. Der spanische Pass Rusher, der bei den Vikings den Spitznamen Iceman trägt, kam auf fünf Tackles, drei Sacks, drei Tackles for Loss und einen Forced Fumble. Damit war er einer der auffälligsten Spieler der gesamten Partie und wurde folgerichtig zum Tissot Player of the Week der Vikings gewählt.
Auch nach der Halbzeit blieb Wien die klar dominante Mannschaft. Johannes Schütz erhöhte im dritten Viertel mit einem Zehn Yard Touchdown Lauf auf 35:0. Im Schlussabschnitt setzte Albert Wiesigstrauch mit einem 14 Yard Lauf den nächsten Punktgewinn der Gastgeber. Der deutsche Running Back beendete die Partie mit starken 136 Rushing Yards und einem Touchdown bei nur zwölf Läufen. Gemeinsam mit Karri Pajarinen, der 103 Yards und ebenfalls einen Touchdown erzielte, bildete er ein extrem produktives Running Back Duo. Insgesamt kamen die Vikings auf 258 Rushing Yards und fünf Touchdowns am Boden.
Berlin gelang erst im vierten Viertel der einzige Touchdown des Abends. Sullivan fand Jon Cole über 41 Yards zum 7:42 aus Sicht der Gäste. Cole war mit acht Catches für 136 Yards und einem Touchdown der auffälligste Berliner Offensivspieler. Auch Boubacar Kouanda sammelte mit neun Receptions für 113 Yards viele Yards durch die Luft. Dennoch blieb der Angriff von Thunder zu unbeständig, da Strafen und Druck der Vikings Defense immer wieder erfolgreiche Drives verhinderten. Besonders die 13 Strafen für 118 Yards belasteten Berlin massiv.
Den Schlusspunkt setzte schließlich Vienna Backup Quarterback Nico Hrouda. Er fand Noah Toure mit einem 58 Yard Touchdown Pass zum 49:7 Endstand. Toure kam mit nur zwei Catches auf 89 Yards und einen Touchdown, während Hrouda bei drei vollständigen Pässen für 102 Yards und einen Score ebenfalls ein Ausrufezeichen setzte. Auch Ben Holmes zeigte im ersten Pflichtspiel der neuen Saison eine kontrollierte Leistung. Er warf für 156 Yards und einen Touchdown, blieb ohne Interception und erzielte zusätzlich zwei Touchdowns am Boden.
Defensiv rundeten die Vikings ihren starken Auftritt mit sechs Sacks, sieben Pass Breakups, einer Interception und zwei erzwungenen Fumbles ab. Pablo Araya sorgte mit einer Interception für ein weiteres Big Play der Wiener Verteidigung. Neben Fernandez überzeugte auch Zec Golita mit zwei Sacks. Die Defense ließ Berlin zwar einige Passing Yards, verhinderte aber lange Zeit Punkte und dominierte vor allem in den entscheidenden Momenten.
Der historische Charakter des Spiels wurde zusätzlich durch prominenten Besuch aus den USA unterstrichen. Ein NFL Superstar verfolgte die Partie live im Wiener Sport Club Stadion und zeigte sich nahbar gegenüber Fans und Spielern. Für die AFLE war der Auftakt damit nicht nur sportlich, sondern auch atmosphärisch ein gelungener Start.
Mit dem deutlichen 49:7 Erfolg setzen die Vienna Vikings direkt zum Start der neuen Liga ein klares Zeichen. Das Team wirkte eingespielt, physisch stark und auf beiden Seiten des Balls bereit für eine ambitionierte Premierensaison. Berlin Thunder dagegen muss nach dem schwierigen Auftakt vor allem an Disziplin, Protection und defensiver Stabilität arbeiten.
Für die Vienna Vikings geht es am kommenden Sonntag auswärts zu den Wroclaw Panthers nach Breslau. Berlin Thunder reist ebenfalls am Sonntag zu den Alpine Rams nach Biel in die Tissot Arena.
Foot Bowl - 23.05.2026

Vikings Running Back Karri Pajarinen (© Hannes Jirgal / Vienna Vikings)
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