Kein Schnäppchen absehbar

Die Pregame Zeremonie überzeugte in BerlinMittlerweile stehen die Preise für die Spiele in Europa fest und sorgen durchaus (wieder) für Diskussionen. In Berlin im Vorjahr war der Aufschrei zunächst groß, denn die aufgerufenen Summen ließen bei vielen weniger gut Betuchten den Traum vom NFL-Besuch schnell platzen.

Am Ende gab es quasi bis Spielbeginn noch Tickets, aber man musste durchaus tief in die Tasche greifen, um live vor Ort zu sein. Dafür wurden einem dann eine hervorragende Choreo und viele Gänsehautmomente auf und neben dem Spielfeld geboten.

Wenn man die jetzt verkündeten Preise für München (Detroit Lions – New England Patriots), Madrid (Cincinnati Bengals – Atlanta Falcons) und Paris (New Orleans Saints – Pittsburgh Steelers) vergleicht, fällt auf, dass es sicher nicht viel billiger geworden ist.

Die günstigste Erwachsenenkategorie kostet in:

München knapp 84 Euro
Paris gut 91 Euro
Madrid knapp 94 Euro

Es folgt in allen drei Stadien ein Preissprung über die 100 Euro-Marke auf die nächste Kategorie, wobei er in München (126,10 Euro) am deutlichsten ausfällt. In Madrid würden "nur" 104,30 fällig, in Paris 110,84 Euro.

Die top Kategorie, die 2022 beim ersten Munich Game noch 155 Euro gekostet hat (danke an "Tester" und Kollege Nicholas Fanselow), liegt jetzt bei 413,75 Euro (München). In Paris (425,75 Euro) und Madrid (438,75) werden sogar noch ein paar Euro mehr fällig.

Ob es das einem wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Angesichts des nicht ausverkauften Stadions in Berlin 2025 scheint aber das Ende der Fahnenstange diesbezüglich erreicht zu sein. Im Vergleich zu Tickets für die FIFA-WM nehmen sich die aufgerufenen Preise andererseits aber noch fast mickrig aus.

Der Vorverkauf beginnt für alle am 09. Juli (Madrid), 16. Juli (Paris) und 10. Juli (München). Jeweils vorgeschaltet ist ein sogenannter Presale – ein Vorkaufsfenster für Kunden des neuen Kreditkartenpartners der NFL, AmEx, einige Zeit vorher.

Erfahrungsgemäß kommen im Sommer immer einmal wieder neue Kartenpakete hinzu, wenn die vorkaufsberechtigten Dauerkartenbesitzer aus den USA ihr eigenes Vorkaufsrecht nicht wahrnehmen (was angesichts der Kosten für einen Trip über den Atlantik ebenfalls nachvollziehbar ist). Da aber Paris erstmals auf dem "NFL-Speiseplan" steht, ist angesichts der Strahlkraft der Metropole wohl mit mehr Amerikanern diesmal zu rechnen als in früheren Jahren. Zudem gilt die Steelers-Nation, die das Gastteam stellt, als besonders reisefreudig.

In Madrid dürfte die Nachfrage aus den USA angesichts der Ansetzung erheblich geringer ausfallen: Die Bengals-Anhänger stellen auch in Nordamerika kein allzu großes Kontingent bei Auswärtsspielen, die Falcons waren erst 2025 in Europa.



Carsten Keller - 19.05.2026

Die Pregame Zeremonie überzeugte in Berlin

Die Pregame Zeremonie überzeugte in Berlin (© Carsten Keller)

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