Ravens glänzen gegen Tirol

Quarterback Russell Tabor rennt allen davon Zum Abschluss des Premierenwochenendes der European Football Association (EFA) empfingen die Munich Ravens den österreichischen Rivalen Raiders Tirol. Dies aber nicht wie üblich im Sportpark in Unterhaching, sondern auf Giesings Höhen im Grünwalder Stadion, wo sonst (Fußball-) Drittligist TSV 1860 München seine Heimspiele absolviert. Am Ende setzten sich die Ravens deutlich mit 58:30 durch, die fast nach Belieben offensiv punkten konnten.

Das Rahmenprogramm fand abseits in einem Brauhaus statt, aber zum Kickoff hatten alle 5.175 Zuschauer ins Stadion gefunden, wo 1860 München Präsident Gernot Mang den Münzwurf ausführte. Tirol gewann, wollte aber lieber in der zweiten Hälfte den Ball. Eine Entscheidung, die sofort nach hinten losging: Bijon Harris, Neuzugang aus Frankfurt, hatte in der Offseason erklärt, dass er den MVP-Titel anstrebt. Prompt trug er den Eröffnungskickoff über die rechte Seite in die Endzone der Gäste zum frühestmöglichen 7:0. Auch zu Kölner und Frankfurter Zeiten gelangen ihm in der ELF bereits fünf Return Touchdowns.

Ein Three-and-out und eine missglückte Challenge später standen die Hausherrn schon wieder an der Red Zone der Raiders. Das 14:0 durch Pass auf Tight End Philip Okonkwo folgte prompt. Die Gäste bis dahin komplett chancenlos, fingen sich jedoch bis zum Ende des Auftaktviertels. Toni Rabensteiner fing einen Pass von Quarterback Steven Krajewski zum 14:7 Anschluss.

Quarterback Russell Tabor bewies jedoch, dass er immer noch die Beine in die Hand nehmen kann, wenn es nötig ist und erlief sowohl ein neues First Down als auch den anschließenden Score. Es war mittlerweile ein offensiver Schlagabtausch, denn die Raiders konterten umgehend wieder mit einem Touchdown durch Pass auf top Wide Receiver Aaron Jackson zum 21:14.

Auch Marvin Rutsch wollte da nicht außen vor bleiben und erhöhte auf der linken Seite nach einem schönen Fake von Quarterback Tabor auf 27:14; bis dahin war noch nicht einmal die Hälfte des zweiten Viertels absolviert. Bis zur Pause gab es dann zunächst noch ein Field Goal der Gäste durch Kicker Jonata Loria und nach zweimal weitem Raumgewinn dank Neuzugang Justus Seelig einen weiteren Touchdown der Hausherrn durch Pass auf Malik Stanley Jr zum 33:17 Pausenstand.

Bis dahin hatten die Gäste die Ravens nicht einmal in der Defensive stoppen können und dieser für sie unheilbringende Trend setzte sich auch in der zweiten Hälfte fort. München scorte fast nach Belieben und Quarterback Tabor hatte zu viel Zeit, um sich entweder für Pässe zu entscheiden oder immer wieder weiten Raumgewinn per Scramble zu erlaufen. So gelang ihm auch ein zweiter Touchdown "zu Fuß".

Auf der Gegenseite gelang es Quarterback Steven Krajewski deutlich seltener, seine Offense nach vorne zu bringen; meist war das der Fall, wenn er seinen top Receiver Aaron Jackson anspielen konnte, der am Ende auf zwei Touchdowns kam.

Die Ravens zogen immer weiter davon und zu allem Überfluss leisteten sich die Gäste auch noch eine Interception – durch Defensive Back Bijon Harris, der einmal mehr zeigte, dass er nicht nur Special Teams beherrscht.

Auch hier gab es am Ende des Drives einen Touchdown – diesmal durch den ELF Final MVP der Vorsaison, Neuzugang Louis Geyer. Tabor wusste geschickt, alle top Passempfänger in Szene zu setzen. In dieser Offensivbesetzung sind die Ravens nur schwer zu stoppen und wurden ihren Vorschusslorbeeren absolut gerecht.

Kommende Woche finden nur zwei Partien in der EFA statt, wobei beide deutsche Teams mit den Munich Ravens und Frankfurt Galaxy spielfrei haben, bevor sie sich in zwei Wochen in Frankfurt treffen.



Carsten Keller - 17.05.2026

Quarterback Russell Tabor rennt allen davon

Quarterback Russell Tabor rennt allen davon (© Carsten Keller)

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