Sarkisian äußert Bedenken

Head Coach Steve Sarkisian (Texas Longhorns) empfindet die College Football Debatten als wenig zielführend. Steve Sarkisian kritisierte in einem Interview einige der umstrittenen Themen im College Football – darunter die Namens-, Bild- und Ähnlichkeitsrechte (NIL), die uneingeschränkte Spielermobilität, Versäumnisse der NCAA bei der Durchsetzung ihrer Regeln und das ständige Streben des Sports nach höheren Einnahmen. Doch selbst inmitten dieser sich ständig verändernden Landschaft bleibt die größte Sorge des Head Coaches der Texas Longhorns das College Football Playoff Format. Angesichts der Überlegungen, das Teilnehmerfeld auf bis zu 24 Teams zu erweitern, erklärte Sarkisian, dass der aktuelle Auswahlprozess die Mitglieder des Selection Committees bereits überfordere.

"Das Komitee hat nicht die Kapazität, so viele Spiele zu verfolgen", sagte Sarkisian. "Sie orientieren sich an den Medienberichten und den Umfragen der Head Coaches. Bei einem Playoff mit zwölf Teams spielen mindestens 30 Teams eine Rolle. Und jetzt will man plötzlich auf 24 erhöhen? Dann gewinnen die Umfragen noch mehr an Bedeutung, denn man verlangt vom Komitee, 40 – wenn nicht sogar 50 – Teams pro Woche zu beobachten."

Das College Football Playoff Format wurde ab der Saison 2024 von vier auf zwölf Teams erweitert und soll bis zur kommenden Saison 2026 in diesem Format bleiben. Eine weitere Erweiterung scheint jedoch wahrscheinlich. Die American Football Coaches Association (AFCA) tritt mittlerweile für eine maximale Erweiterung, potenziell auf 24 Teams ein und fordert gleichzeitig die Abschaffung der Conference Championship Games, sowie umfassendere Änderungen am Playoff-Kalender. Die Trainer und Athletic Directors der Atlantic Coast Conference (ACC) haben sich auch bereit erklärt, ein Modell mit 24 Teams zu unterstützen. Die Big Ten befürwortet mittlerweile auch ein Modell mit 24 Teams und mehreren automatischen Qualifikationsplätzen. Die SEC bevorzugt ein Format mit 16 Teams, fünf automatischen Startplätzen für die bestplatzierten Conference-Champions und elf Wild Card-Plätzen. Befürworter einer Erweiterung argumentieren, dass ein größeres Teilnehmerfeld das Faninteresse bis in die spätere Saison hinein steigern und den Fernsehpartnern zusätzlichen Mehrwert bieten würde. Kritiker entgegnen, dass dies die reguläre Saison verkürzen und den ohnehin schon durch Transferaktivitäten, Trainerwechsel und die Konkurrenz durch die NFL-Playoffs im Januar überfüllten Spielplan zusätzlich belasten könnte.
Sarkisian merkte ferner an, dass diese Diskussionen ein dringlicheres Problem außer Acht lassen: ob der aktuelle Prozess gut genug funktioniert, um eine Erweiterung zu rechtfertigen und bemängelte die mangelnde Transparenz des Systems. "Alle reden über Namens-, Bild- und Ähnlichkeitsrechte (NIL), aber mein größter Kritikpunkt ist das Auswahlkomitee", sagte Sarkisian. "Es gibt keinerlei Transparenz darüber, was genau das Komitee tut. Das müssen wir klären."

Sarkisians Bedenken kommen zu einem Zeitpunkt, an dem strukturelle Veränderungen im gesamten College Football Sport die Playoff-Bewertungen weiter verkomplizieren könnten. Die SEC hat in dieser Saison auf einen Spielplan mit neun Conference Spielen umgestellt und sich damit anderen Power Conferences angeschlossen. Dadurch erhöht sich die Anzahl hochkarätiger Begegnungen. Es wird erwartet, dass diese Umstellung die Variabilität der Spielstärke erhöht und die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher Niederlagen für die Anwärter auf die Playoff-Plätze im ohnehin schon dichten Kampf um die besten Plätze steigert.

Texas gehörte letztes Jahr zu den ersten Teams, die trotz einer Bilanz von 9:3 in der regulären Saison und mehrerer Siege gegen platzierte Gegner nicht in die Playoffs der zwölf Mannschaften aufgenommen wurden. Miami hingegen sicherte sich den letzten Wild Card-Platz und bestätigte diese Qualifikation mit Siegen gegen Texas A&M und Ole Miss in den College Football Playoffs. Die Hurricanes besiegten in der regulären Saison auch Florida (das wiederum Texas geschlagen hatte) und verbuchten einen Sieg gegen ein Top-10-Team – einen Heimsieg gegen Notre Dame.

Sarkisian ist der Ansicht, dass die bloße Hinzunahme weiterer Teams diese größeren Probleme nicht lösen würde. "Ich würde zu einem Playoff-System mit vier Teams zurückkehren und ein eigenes Conference-Playoff veranstalten, um die vier Teams zu qualifizieren, wenn man seinen Fernsehpartnern mehr Sendezeit bieten möchte", meinte Sarkisian. "Wir müssen umdenken. Einfach nur Teams hinzuzufügen und auf 24 zu erhöhen, ist eine völlig überstürzte Herangehensweise. Zu glauben, das würde das Problem lösen. Im College Sport denken wir seit jeher nicht über die unbeabsichtigten Folgen unserer Entscheidungen nach. Es sind immer nur Kurzschlussreaktionen. Schaut, wo uns das hingebracht hat."

Schlüter - 17.05.2026

Head Coach Steve Sarkisian (Texas Longhorns) empfindet die College Football Debatten als wenig zielführend.

Head Coach Steve Sarkisian (Texas Longhorns) empfindet die College Football Debatten als wenig zielführend. (© Getty Images)

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