Die Augen, die Hände und die Füße

Billy Schrauth war während seiner Zeit in Notre Dame kein Mann der großen Worte. Daran hat sich auch fünf Monate später kaum etwas geändert, da Schrauth seine NFL-Reise bei den Tampa Bay Buccaneers antritt. Der in der fünften Runde gedraftete Spieler sprach nach dem Training mit den Medien – und für den 1,96 Meter großen und 141 Kilogramm schweren Athleten ging es dabei einzig und allein um die Sache. "Beeindruckend", sagte Schrauth über die Offensive der Buccaneers. "Ich brenne darauf, ein Teil davon zu sein und dem Team hoffentlich dabei zu helfen, weiterhin Spiele zu gewinnen."

Das Rookie-Minicamp bietet lediglich einen kleinen Vorgeschmack auf das Leben als Profi. Es wird ohne Schutzausrüstung trainiert, und körperliche Härte spielt dabei kaum eine Rolle. Dennoch ist Schrauth eine wesentliche Veränderung in seinem Umfeld aufgefallen. "Ich habe meine gesamte bisherige Laufbahn im Norden verbracht dementsprechend ist es hier unten ziemlich warm", lachte Schrauth. "Ich glaube, das ist kein Geheimnis. Letztlich bleibt Football aber Football. Ich liebe dieses Spiel. Und all die Jungs in der Kabine lieben es ebenfalls. Ich bin einfach dankbar, ein Teil davon sein zu dürfen." Schrauth ist mit Trainingseinheiten nach NFL-Manier bestens vertraut. Auch wenn er in dieser Phase noch nicht die volle körperliche Härte seines Spiels unter Beweis stellen kann, weiß der gebürtige Wisconsinit genau, an welchen Aspekten er während dieser Offseason-Phase feilen kann. "Die Augen, die Hände und die Füße", antwortete Schrauth auf die Frage, woran er arbeiten könne. "Diese Dinge kann man immer noch weiter verfeinern und sich so technisch stetig verbessern."

Obwohl er bereits über reichlich Erfahrung verfügt, ist sich Schrauth bewusst, dass sich sein Spiel noch immer weiterentwickelt. Ein Aspekt, der schon jetzt besonders hervorsticht, ist die Energie, die er Tag für Tag mit in das Trainingszentrum bringt. "Ich werde den Jungs Energie geben", erklärte Schrauth. "Sie werden meine Präsenz spüren. Ich versuche stets, meinen Mitspielern Energie zu spenden – und sie ihnen nicht zu entziehen. Das ist für mich das Wichtigste. Ich glaube, es gibt immer Raum für Verbesserungen: sei es im taktischen Verständnis oder beim körperlichen Kraftaufbau. Diese Position lebt von Kraft und Power – und ich bin der Meinung, dass man sich in diesen Bereichen immer weiter steigern sollte." Notre Dame spürte diese besondere Härte während Schrauths gesamter Zeit in South Bend. Verletzungen stellten immer wieder ein Hindernis dar, doch der ehemalige Kapitän der "Irish" kämpfte sich routinemäßig hindurch und weigerte sich, das Feld zu verlassen – so auch während der Begegnung gegen USC im Jahr 2025. Diese Zähigkeit fand großen Anklang in der Kabine von Notre Dame, und Schrauth hofft, genau diese Mentalität nun auch nach Tampa Bay mitzubringen.

"Ich glaube, das steckt in allem", erklärte Schrauth. "Ich glaube, es zeigt sich, wenn man in der Kabine ist. Ganz sicher aber, wenn man im vierten Viertel auf dem Spielfeld steht und es hart auf hart kommt. Ich sehe es als eine Lebenseinstellung – als den Versuch, stets ein Energielieferant für andere zu sein." Auch seine Führungsstärke wird Schrauth mit in seine neue Heimat nehmen, wenngleich er deutlich machte, dass er zu Beginn seiner NFL-Karriere nichts erzwingen will. "Ich denke, einfach man selbst zu sein, hat oberste Priorität", sagte Schrauth. "Ich muss niemandem etwas beweisen. Ich kann einfach ich selbst sein und daraus schöpfe ich viel Kraft."

Schlüter - 12.05.2026

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