Die Draftklasse 2026 der Washington Commanders ist komplett: Als Letzter setzte Erstrundenpick Sonny Styles die Unterschrift unter seinen nagelneuen Vier-Jahres-Vertrag. Mit ihm wollen die Commanders ihre Defensive stabilisieren; dazu kamen gezielte Ergänzungen auf Receiver, Edge und in der Tiefe — ein klares Signal nach einer enttäuschenden Saison 2025.
Die Commanders hatten nach dem überraschenden Jahr 2024, als man bis ins NFC Conference Game kam, eine schwierige Saison 2025 und beendeten das Jahr mit 5–12, was ihnen Pick #7 im Draft in Pittsburgh einbrachte.
Sportlich bedeutete das: viele Baustellen in der Defensive‑Mitte und zu wenig verlässliche Anspielstationen im Passspiel; Probleme, die das Front Office in Free Agency und Draft adressieren wollte.
Linebacker Sonny Styles von den Ohio State Buckeyes ist der klare Schlüsselspieler der Commanders-Draftklasse: Ein großer, schneller Linebacker mit Erfahrung als Kapitän und mit hoher Spielintelligenz ausgestattet. Washington sieht in Styles einen potenziellen Leistungsträger für die Mitte, der sofort Verantwortung übernehmen kann; Analysten verglichen ihn teils mit Fred Warner. Sein voll garantierter Vier-Jahres-Vertrag ist mit 37,2 Millionen Dollar dotiert.
Wide Receiver Antonio Williams von den Clemson Tigers (3. Runde) ist ein vielseitiger Route‑Runner, stark nach dem Catch, der als zweite Anspielstation neben dem als WR1 gesetzten Terry McLaurin eingeplant ist. Williams bringt Erfahrung als Außen‑ und Slot‑Receiver und soll kurzfristig die Tiefe im Receiver‑Room verbessern.
Joshua Josephs, Edge (5. Runde); Kaytron Allen, Running Back (6. Runde); Matt Gulbin, Center (6. Runde); Athan Kaliakmanis, Quarterback (7. Runde): Vorwiegend allesamt Ergänzungen, die Tiefe und Wettbewerb schaffen. Besonders Kaliakmanis wurde von einigen Medien als fragwürdigster Pick eingeordnet, doch als Entwicklungs‑Quarterback ist er ein Investment mit wenig Risiko.
Bei den Rookie‑Minicamps hinterließen Styles und Williams laut Berichten einen starken ersten Eindruck; Styles wirkte sofort integriert, Williams zeigte Bereitschaft, die Rolle als Playmaker anzunehmen. Alle sechs Draftees haben ihre Verträge unterschrieben, was in der Vergangenheit zum Teil deutlich länger dauerte. Da mittlerweile aber bei jeder Draftposition klar ist, wie viel Geld dafür hinterlegt ist und auch die Länge fix ist, geht dies jetzt erheblich schneller als früher.
Die Draftklasse 2026 ist pragmatisch und bedarfsorientiert: ein potenzieller Franchise‑Linebacker (Styles), ein vielseitiger Receiver (Williams) und mehrere Rollenspieler, die Tiefe schaffen. Ob das reicht, um die Lehren aus der 5–12‑Saison 2025 in nachhaltigen Erfolg zu verwandeln, hängt von der Entwicklung der Rookies und weiteren Personalentscheidungen in Free Agency und Coaching ab.
Carsten Keller - 09.05.2026

Sonny Styles ist der Anführer der Commanders Draftklasse 2026 (© Carsten Keller)
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