Viele Größen wurden vergessen

Head Coach Willie Fritz (Houston Cougars) hat sich für Case Keenum eingesetzt. Houston Head Coach Willie Fritz setzt sich dafür ein, dass QB Case Keenum trotz einer Formalität, die den Rekordhalter der NCAA für die meisten Passing Yards bisher von der Aufnahme ausschließt, auf den Wahlzettel kommt.Fritz hat kürzlich ein Nominierungsschreiben für den ehemaligen Cougars Quarterback Case Keenum eingereicht, um ihn erstmals auf den Wahlzettel für die College Football Hall of Fame zu bringen. Obwohl Case Keenum mit 19.217 Yards in fünf Saisons bei den Cougars (2007–2011) der erfolgreichste Passgeber in der Geschichte der NCAA ist, ist er nicht wählbar, da ihm von keiner der fünf vom College Sportdachverband anerkannten Institutionen – Associated Press, Football Writers Association of America, American Football Coaches Association, Walter Camp Football Foundation und The Sporting News – jemals der All American Status verliehen wurde.

Um für die höchste Auszeichnung im College Football in Frage zu kommen, müssen Spieler von der NCAA anerkannt werden. Keenum erfüllt die beiden anderen Voraussetzungen: Er muss seit zehn Jahren seine Karriere beendet haben und sein letztes College-Spiel darf nicht länger als 50 Jahre zurückliegen.

"Case Keenum ist einer der erfolgreichsten, angesehensten und meistdekorierten Spieler in der Geschichte des College Football. Ich halte es für unangemessen, dass der in so vielen Kategorien führende Spieler dieses Sports nicht in die Hall of Fame aufgenommen wird", schrieb Fritz in einem Brief an das Auswahlkomitee der College Football Hall of Fame. "Er hat diese Ehre absolut verdient."

Zu den 2026 Geehrten gehören der ehemalige Heisman Trophy Gewinner von Alabama, Mark Ingram, der herausragende Spieler von Pittsburgh, Aaron Donald und Ndamukong Suh von Nebraska. Fünfzehn weitere Spieler und vier Trainer wurden in diesem Jahrgang in die Hall of Fame aufgenommen.

Keenums beeindruckende Saisons fielen in die Glanzzeiten der ehemaligen Heisman Trophy Gewinner Sam Bradford (2008, Oklahoma) und Robert Griffin III (2011, Baylor), die beide in das All American First Team gewählt wurden. Ironischerweise erfüllt einer der ehemaligen größten Konkurrenten von Keenum die Kriterien: Colt McCoy, Quarterback der Texas Longhorns, wurde 2009 unter Mack Brown in das First Team All American gewählt. McCoy ist streng genommen der Spieler, der Keenum die Nominierung verwehrt, da er in jener Saison von verschiedenen Organisationen den Vorzug vor Keenum erhielt.

Keenum steht aber auch mit seinem Schicksal nicht alleine da. Der ehemalige Boise State Quarterback Kellen Moore verpasste in diesem Frühjahr zum fünften Mal in Folge die Wahl, trotz einer Bilanz von 50 Siegen und drei Niederlagen mit den Broncos. Clinton Portis von den Miami Hurricanes, der den Hurricanes als Junior zum nationalen Meistertitel verhalf, stellte 1999 als Freshman All-American mit fünf Spielen über 100 Yards einen Programmrekord auf und beendete seine Karriere mit 2.523 Rushing Yards und 21 Touchdowns. Dieses sind nur einige der Größen, die noch nicht in der Hall of Fame vertreten sind und die Reihe der bisher nicht Auserwählten ist noch viel länger:

Cam Newton, QB, Auburn
Newtons Saison 2010 zählt zu den dominantesten Einzeljahren in der Geschichte des College Footballs. Seine Nominierung 2026 und die ausbleibende Wahl sind eklatante Fehler für einen Quarterback, der sofort hätte geehrt werden müssen. Newton gewann nicht nur Spiele; er dominierte sie nach Belieben und führte Auburn von Comeback zu Comeback, während er gleichzeitig der Motor eines nationalen Meisterteams war. Die Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte – über 4.000 Yards und 50 Touchdowns – aber sie erfassen nicht vollständig die wöchentliche Dominanz, die er den gegnerischen Verteidigungen auferlegte, die wussten, was kommen würde und ihn trotzdem nicht stoppen konnten. Was diese Nichtnominierung im ersten Wahlgang umso rätselhafter macht, ist die Kombination aus individuellen Auszeichnungen und Teamerfolgen. Ein Heisman Trophy Gewinner, ein Landesmeister und der einflussreichste Spieler des Jahres 2010 sollte nach historischen Maßstäben eigentlich gesetzt sein. Doch Newtons Nichtnominierung wirkt eher wie Trägheit als wie ein Versehen, ein Nebenprodukt des Zeitpunkts seiner Spielberechtigung und der öffentlichen Wahrnehmung anstatt seiner Leistungen. Offensichtliche Größe verblasst nicht mit der Zeit – sie lässt sich nur schwerer erklären.

Johnny Manziel, QB, Texas A&M
Manziels Spielberechtigung begann 2023, doch bisher hat das Auswahlkomitee ihn ignoriert. 2012, während seiner Heisman Saison, wurde Manziel zum All American gewählt und gewann im selben Herbst auch den Davey O'Brien und den Manning Award. In seinen zwei Jahren als Stamm-Quarterback der Aggies warf Manziel Pässe für 7.820 Yards und 63 Touchdowns und erlief zusätzlich 2.169 Yards und 30 Touchdowns. In seiner Glanzzeit 2012 gab es in den USA keinen Spieler, der die Zuschauer so in seinen Bann zog wie Johnny Football. Texas A&M feierte nicht nur ein erfolgreiches Debüt in der SEC, sondern übertraf alle Erwartungen dank eines Redshirt Freshmans, der das Spiel so spielte, als wären Regeln optional. Manziel war der erste Freshman, der die Heisman Trophy gewann. Der Überraschungssieg gegen Auburn, die Demontage von Alabama – das waren nicht nur herausragende Siege, sondern kulturelle Wendepunkte. Die gegnerischen Verteidigungen kannten die Strategien. Sie hatten nur keine Antwort darauf, den vielseitigen Star zu stoppen. Texas A&Ms Offensivsystem unter Kevin Sumlin war in dieser Zeit auf Manziels Stärken zugeschnitten. Kein Wunder also, dass Keenum ähnliche Statistiken im Passspiel erzielte wie Sumlins Quarterback Nummer 1 zuvor in Houston. Die Kritik an ihm drehte sich nie um seine Leistungen. Es ging stets um den seine Disziplin und was nach seinem großen Auftritt in College Station geschah. Wenn man die Schlagzeilen und die Spekulationen um eine verpasste Profikarriere beiseite lässt, bleibt Folgendes übrig: zwei unvergessliche Saisons, die die Quarterback-Position in der modernen Ära veränderten.

Tyrann Mathieu, DB, LSU
Mathieus Nichtberücksichtigung ist nicht nur überraschend, sondern angesichts seiner Leistungen an den Spieltagen in Baton Rouge geradezu unerklärlich. Der "Honey Badger" war kein Systemspieler oder Ergänzungsspieler; er war eine Naturgewalt in der Defensive, die Spielpläne der Gegner im Handumdrehen veränderte, sobald sie seine Aufstellung erkannten, und ein Spezialist für Special Teams. 2011 zeigte er nicht nur sein Können – er definierte es neu und wurde als Defensive Back, Return Specialist und Unruhestifter in einer Person zum Heisman Trophy Finalisten gewählt. Was Mathieu von typischen Hall of Fame Kandidaten unterscheidet, ist sein Einfluss pro Spielzug. Er brauchte keine hohe Anzahl an Spielzügen, um zu dominieren. Er brauchte Hebelwirkung, Instinkt und einen einzigen Fehler der Offense. Ballverluste waren kein Zufall; sie waren geplant. Die Feldposition konnte er nach Belieben verändern. Wenn er als Safety frei auf dem Feld stand, hielt die Dynamik gegen LSU selten vier Viertel durch. 2011 zeigte er nicht nur sein außergewöhnliches Talent, sondern definierte es. Die Rückschläge abseits des Spielfelds werden oft mit in die Diskussion einbezogen, doch die Aufnahme in die Hall of Fame ist keine Charakterbewertung – sie würdigt Leistungen im College Football und das Vermächtnis eines Spielers. Und Mathieus Vermächtnis ist unbestreitbar: Auf dem Höhepunkt seiner Karriere war er der gefürchtetste Verteidiger des Landes im Centerfield.

Terrell Suggs, EDGE, Arizona State
Suggs, der 2002 an der Arizona State University einstimmig zum All American gewählt wurde, hofft noch immer auf die Aufnahme in die Hall of Fame. In dieser Saison stellte er mit 24 Sacks und 31,5 Tackles für Raumverlust NCAA-Rekorde auf und wurde 2022 in die Arizona State Hall of Fame aufgenommen. Als Edge Rusher spielte er mit einer Aggressivität und Explosivität, die den Passschutz bei jedem Spielzug zu einem Ratespiel machte. Offensivkoordinatoren versuchten nicht, ihn in ihren Spielzügen zu überlisten, sondern ihn zu überleben. Man denke an Jadeveon Clowney und Chase Young, was seinen Einfluss auf das Spiel angeht, bevor diese beiden überhaupt einen einzigen Spielzug im College Football absolviert hatten. Die Zahlen sind auch heute noch, unter Berücksichtigung der damaligen Zeit, beeindruckend. Sack Rekorde in einer Saison sind in keiner Conference leicht zu erreichen und Suggs setzte in der ehemaligen Pac-10 mit seiner Unnachgiebigkeit, die die gegnerischen Offensiven in Panik versetzte, neue Maßstäbe. Doch Statistiken allein erfassen nicht die wöchentliche Dominanz, die er erzeugte. Doppelte Deckung war Pflicht. Schutz vor dem Gegner war unerlässlich. Und selbst dann spielte es selten eine Rolle. Er legte eine dynamische NFL-Karriere hin und zählt zu den besten Spielern in der Geschichte der Sun Devils.

Braylon Edwards, WR, Michigan
Fans der Wolverines fragen sich sicherlich immer noch, warum Edwards' Name angesichts seiner 39 Touchdowns in Ann Arbor nicht in den Geschichtsbüchern steht. Er war der ultimative Stresstest für jede Secondary in der Big Ten, insbesondere während seines Durchbruchs 2004, als er umkämpfte Pässe in Routine-Touchdowns und einfache Laufwege in explosive Raumgewinn verwandelte. Edwards' Saison 2004 bleibt der entscheidende Maßstab: 1.330 Yards in einer Offense, die stark auf ihn setzte, und Touchdowns, die Michigan immer wieder entscheidend zum Sieg verhalfen. Was Edwards von anderen Hall of Fame Receivern unterscheidet, ist, wie klar die Spielzüge auf ihn ausgerichtet waren. Er wurde nicht nur angespielt – er war von Beginn an fest eingeplant. Edwards prägte das Spiel ähnlich wie viele der jüngsten Erstrunden Picks von Ohio State und Alabama, aber in einer Ära, in der nicht so viele Pässe direkt an der Line of Scrimmage gespielt wurden.

Schlüter - 05.05.2026

Head Coach Willie Fritz (Houston Cougars) hat sich für Case Keenum eingesetzt.

Head Coach Willie Fritz (Houston Cougars) hat sich für Case Keenum eingesetzt. (© Getty Images)

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