Die Green Bay Packers haben gut eine Woche nach dem NFL Draft, in dem kein Quarterback verpflichtet wurde, mit Tyrod Taylor einen erfahrenen Backup unter Vertrag genommen. Der 36-Jährige gilt als Favorit auf die Rolle hinter Starter Jordan Love, der in seine vierte Saison als Nummer eins geht.
Taylor ersetzt Malik Willis, der in den vergangenen zwei Spielzeiten als Backup hinter Love agierte, ehe er in der Free Agency zu den Miami Dolphins wechselte. Vor Taylors Verpflichtung standen mit Desmond Ridder und Kyle McCord nur zwei weitere Quarterbacks im Kader – Ridder wurde im Zuge der Personalie entlassen.
General Manager Brian Gutekunst hatte sich bereits nach dem Draft klar positioniert: "Ich freue mich auf den Wettbewerb in diesem Raum, und wir werden sehen, ob wir ihn noch weiter verstärken. Jordan hat in den letzten zwei Jahren etwas Zeit verpasst, und wir brauchten jemanden, der einspringt und auf hohem Niveau spielt. Wen auch immer wir brauchen – wir erwarten das. Wenn man einen Spieler wie Malik verliert, muss man das ersetzen, und genau das werden wir versuchen."
Taylor blickt auf eine bemerkenswert lange NFL-Karriere zurück: In 15 Spielzeiten bestritt er 100 Partien und kam auf 62 Starts. Die meiste Starterzeit sammelte er von 2015 bis 2017 bei den Buffalo Bills, wo er 43 Spiele von Beginn an absolvierte. Zuletzt stand er bei den New York Jets unter Vertrag, wo er in der vergangenen Saison viermal in der Starting-Rolle auflief – mit einer Bilanz von einem Sieg und drei Niederlagen sowie 779 Passing Yards, fünf Touchdowns und fünf Interceptions.
Die Saison bei den Jets verlief jedoch alles andere als reibungslos. Taylor verpasste das Trainingslager wegen einer Arthroskopie am Knie, übernahm im November den Starterposten von dem glücklosen Justin Fields und zog sich kurz darauf eine Leistenzerrung zu, die sein Saisonende bedeutete. Rookie Brady Cook übernahm danach die Zügel. Es war eine vertraute Geschichte für Taylor, der seine Karriere immer wieder gegen Verletzungen kämpfen musste und seit 2017 in keiner Saison mehr als sechs Starts verbuchen konnte.
In der Kabine genießt Taylor den Ruf eines absoluten Profis. Selbst inmitten des Quarterback-Chaos bei den Jets verzichtete er auf jegliche öffentliche Kritik und hielt die Reihen geschlossen. Als Sechstrundenpick der Baltimore Ravens im Draft 2011 gehört er zu lediglich fünf Spielern dieses Jahrgangs, die noch im Jahr 2025 aktiv waren. Seine Gesamtbilanz als Starter lautet 29 Siege, 31 Niederlagen und ein Unentschieden – die Zahlen eines Mannes, der stets da war, wenn er gebraucht wurde. In Green Bay soll das nicht anders sein.
Nicholas Fanselow - 05.05.2026

Tyrod Taylor #2 im Trikot der New York Jets (© Getty Images)
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