Am 9. Mai hat das lange Warten für die Pforzheimer Football-Fans ein Ende, wenn die Zeit der nackten Theorie auf dem Trainingsplatz abläuft. Das GFL-Team der Pforzheim Wilddogs startet an diesem Tag auswärts bei den Regensburg Phoenix in die mit Spannung erwartete neue Spielzeit der höchsten deutschen Spielklasse. Es dürfte ein Auftaktduell werden, das von hochinteressanten Vorzeichen geprägt ist: Der hochmotivierte und ambitionierte Aufsteiger aus Bayern trifft auf die Goldstädter, die in diesem Jahr in ihrer Vorbereitung ohne Testspiel auskommen mussten.
Ungewöhnlich für die klassische Saisonvorbereitung im American Football: Die Wilddogs haben in diesem Jahr gänzlich auf ein reguläres Test- oder Vorbereitungsspiel verzichtet und absolvieren so einen echten "Kaltstart" in die Liga. Ohne echte Standortbestimmung geht es unter realen Wettkampfbedingungen direkt in den harten und keine Fehler verzeihenden Liga-Alltag. "Wir wissen, dass wir dieses Mal vollkommen ungeprüft in die Saison gehen. Das macht das erste Spiel zu einer echten Wundertüte – für unsere Gegner, aber auch ein Stück weit für uns selbst", heißt es aus Pforzheim.
Dort vertraut man stattdessen voll und ganz auf die außergewöhnliche Intensität der teaminternen Trainingseinheiten der vergangenen Monate. In diesen kräftezehrenden Sessions wurde der personell verstärkte Kader konsequent gefordert. Kleinere, footballtypische Blessuren blieben dabei nicht aus, doch pünktlich zum Start meldet sich der komplette Kader fit und einsatzbereit.
Nicht nur auf dem Spielfeld, auch an der Seitenlinie gibt es spürbare personelle Veränderungen. Das bewährte Trainer-Team rund um Head Coach Michael Lang wurde in der Offseason gezielt verstärkt. Unter den wachsamen Augen der neuen Trainer wurde in den vergangenen Wochen intensiv an neuen Systemen und Spielzügen gearbeitet. Wie gut diese Rädchen im Ernstfall bereits ineinandergreifen, wird sich nun erstmals zeigen.
Die Rolle des kommenden Gegners ist den Pforzheimern dabei nur zu gut aus der eigenen jüngsten Vereinsgeschichte bekannt. "Letztes Jahr waren wir selbst der Aufsteiger und haben uns gegen die etablierten Teams sehr teuer verkauft. Daher gehen wir mit dem nötigen Respekt nach Regensburg. Im ersten Spiel ist einfach alles möglich", warnt und betont Lang. Die Wilddogs wissen aus erster Hand, dass ein Liga-Neuling, getragen von der Euphorie der Fans, besonders im allerersten Heimspiel der Saison leicht über sich hinauswachsen kann.
Zusätzliche Brisanz erhält die Partie durch die Personalie des Quarterbacks: Für den Spielmacher Dre Harris ist das Auswärtsspiel in Regensburg eine Reise in die eigene Football-Vergangenheit. Vor einigen Jahren trug er selbst noch in der GFL 2 das Trikot der Phoenix und spielte 2023 gegen die Wilddogs. Nun kehrt er als Anführer der Pforzheimer Offense zurück an seine alte Wirkungsstätte.
Unterstützt werden er und das gesamte Team dabei von einem gewaltigen, lautstarken "Fan-Tross". Zahlreiche Anhänger werden sich auf den weiten Weg nach Bayern machen, um den Saisonstart auf den Rängen enstprechend zu begleiten. Wer sich in Zukunft anschließen möchte, findet sämtliche Informationen über die offizielle Fan-WhatsApp-Gruppe im brandneuen Stadionheft, das ab dieser Woche verfügbar ist.
Während der sportliche Fokus aktuell noch zu 100 Prozent auf dem schwierigen Gastspiel in Regensburg liegt, wirft das erste große Event in der heimischen Kramski-Arena ebenfalls bereits seine Schatten voraus. Nur eine Woche nach dem Auswärtsauftakt, am 16. Mai, empfangen die Wilddogs die Berlin Rebels. Damit gastiert direkt zum feierlichen Heimauftakt ein echtes Schwergewicht aus der Bundeshauptstadt in Pforzheim. Der Vorverkauf läuft bereits auf Hochtouren.
Daniel Weber - 05.05.2026

Dre Harris spielte einst in Regensburg und kehrt nun mit den Wilddogs an die alte Wirkungsstätte zurück. (© Frank BAUMERT)
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