Die Wiener Dominanz in der Austrian Football League hält an: Die Vorjahresfinalisten Danube Dragons und Vienna Vikings haben nach vier Spieltagen noch keine Niederlagen gegen Teams von außerhalb der Hauptstadt hinnehmen müssen, lediglich der Auftakterfolg der Dragons gegen die Vikings sorgt da für einen Eintrag in der "Loss"-Spalte der Tabellen. Und nun schob sich auch Aufsteiger Vienna Knights noch mit seinem vierten Sieg im Nachholspiel bei den Raiders Tirol zu den Danube Dragons auf den geteilten ersten Tabellenplatz.
Beim 48:34 der Knights in Innsbruck dominierten die Gäste vor allem die erste Hälfte, begünstigt auch dadurch, dass die Raiders beim Stand von 0:14 bereits voll ins Risiko gingen und in der Feldmitte einen viertenVersuch ausspielten. Die Knights stoppten das Unterfangen, wenig später bediente Knights-Quarterback Chad Jeffries mit einem langen Zuspiel Michael Schachermayer in der Endzone zum 21:0 und der frühen Vorentscheidung.
Die Raiders Tirol müssen so weiterhin auf den ersten Saisonsieg 2026 warten. 570 Zuschauer bekamen zwar ein Offensivspektakel geboten, in dem auch die Gastgeber später in Schwung kamen. Doch es war zu spät, um das Spiel tatsächlich drehen zu können. So steht die vorläufige Bilanz der Tiroler bei 0:4 Siegen, wobei sämtliche Niederlagen allerdings aus den beiden Partien gegen Danube Dragons und Vienna Knights resultieren.
In den kommenden Wochen wird es etwas einfacher, aber dass es dieses Jahr mal wieder höher als auf den fünften Platz gehen könnte, der das Maximum darstellte, was den Raiders möglich war, seit sie und die Vienna Vikings ihre Top-Mannschaften statt in die AFL auf ELF- und nun getrennt auf AFLE-/EFA-Felder schicken, ist eher nicht zu erwarten. Anders als die Wiener, die auch mit der "zweiten Mannschaft" weiter Saison für Saison um den nationalen Titel mitspielen, muss die Basis in Tirol vor allem auf den Klassenerhalt zielen.
Aufsteiger Vienna Knights muss sich um den wohl keine Sorgen mehr machen. Natürlich stehen die beiden Lokalderbys gegen Dragons noch aus, aber immerhin das Hinspiel gegen Graz wurde auch bereits gewonnen. In Innsburkc konnte ihre Offensive von Beginn an den Rhythmus finden. Knights-Quarterback Chad Jeffries bediente Maximillion Fine in der Endzone zur schnellen Führung. Die Defensive stoppte Raiders-Quarterback Kenyatte Allen und seine Mitspieler frühzeitig. Ein verunglückter Punt der Hausherren brachte die vorteilhafte Ausgangsposition für das 14:0 durch Simon Kalkhofer.
Nach dem 21:0 durch Schachermayer kamen auch die Tiroler zum Zuge, Simon Pilger brachte den Ball nach einem langen Zuspiel an die 1-Yard-Linie, Fako Neille Tindo übernahm und verkürzte auf 7:21. Die Knights antworteten jedoch postwendend mit einem weiteren Score durch Fine, und eine halbe Minute vor der Halbzeit erhöhte Niels Weber noch einmal.
Alexander Achammer, Head Coach der Raiders Tirol meinte: "Wenn man in der ersten Halbzeit schläft, ist es sehr schwer, wieder rauszukommen. Ein Footballspiel hat vier Viertel - wenn man davon nur zwei spielt, wird man es vermutlich nicht gewinnen. Aber am Ende des Tages bin ich stolz auf die Jungs, weil sie bis zum Schluss alles gegeben und nicht aufgegeben haben."
Nach dem 7:34 zur Pause stand der Auswärtssieg quasi fest. Tindo brachte die Tiroler nach der Rückkehr aufs Feld zwar schnell zum 14:34, die Defense stoppte die Gäste, doch ein "Running into the Kicker" beim Punt beließ diese in Ballbesitz, den sie durch Florian Huber zum 41:14 gegen Ende des dritten Viertels nutzten.
Das Schlussviertel wurde mit einem Touchdown von Simon Pilger eröffnet, der damit auf 20:41 verkürzen konnte. Doch die Knights spielten ihr Spiel unbeeindruckt weiter herunter und kamen durch den zweiten Touchdown von Florian Huber zu weiteren Punkten. Die Tiroler zeigten Kampfgeist und belohnten sich mit Touchdowns durch Elija Heiß und erneut Simon Pilger, wodurch man auf 34:48 herankam. Ein anschließender Onside Kick gelang zwar noch, doch weitere Punkte blieben aus.
Ivan Zivko, Head Coach Vienna Knights war zufrieden und lobt auch den Gegner: "Die erste Halbzeit war schon wegweisend: Die Offense hat in jedem Drive gescoret, die Defense hat die sehr explosive Offense der Raiders auf sieben Punkte gehalten. Wir haben in der zweiten Halbzeit gewusst, dass es schwierig ist, dieses Momentum aufrechtzuerhalten, aber am Ende des Tages hat es dann ausgereicht. Die Raiders sind so eine angenehme Truppe, ich glaube, die werden heuer noch einige überraschen. Das wird ihnen zwar jetzt nicht helfen, aber Hut ab, darauf kann man aufbauen. Wir werden jetzt einmal ausschlafen und das Beste tun, um gegen Prag eine gute Leistung zu bringen."
Daniel Weber - 04.05.2026
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