Die Turbulenzen in der International Arena League spitzen sich weiter zu. Mitten im laufenden Spielbetrieb zieht sich mit den Zurich Ibexx ein Team zurück, ohne ein einziges Spiel bestritten zu haben. Dabei ist die Ausgangslage besonders fraglich. Die Liga hat bereits zwei Spieltage (halbwegs) absolviert. In Woche eins hätten die Ibexx in Düsseldorf spielen sollen, die Rheinländer sagten kurzfristig das Spiel "aus logistischen Gründen" ab. In Woche zwei musste das angesetzte Heimspiel von den Schweizern fast ebenso kurzfristig abgesagt werden, weil keine Stadionlösung zustande kam. Jetzt vor Woche drei folgt der komplette Rückzug.
Brisant ist auch die Struktur der Liga. Die Ibexx sind kein eigenständiges Franchise, sondern gehören direkt zur Liga. Das bedeutet: Die IAL zieht faktisch ein eigenes Team aus dem Wettbewerb zurück. Ein ungewöhnlicher Vorgang, der Fragen zur Organisation aufwirft.
Vor rund einer Woche hatte sich Ibexx General Manager Talib Wise gegenüber der Plattform Foot Bowl noch deutlich geäußert und die Probleme bei den Arenen gesehen. "Die Arenen versuchen, uns auszunutzen und verlangen immer mehr Geld. Wir haben bereits über 800.000 Euro gezahlt, aber es kommen immer neue Forderungen", erklärte Wise.
Gleichzeitig zeichnete er ein stabiles Bild der internen Situation. "Die Spieler werden bezahlt, ihre Unterkünfte sind gesichert. Die Einzigen, die reden, sind Leute von außerhalb. Unsere Spieler beschweren sich nicht, und nur das zählt."
Nur eine Woche später wirkt diese Darstellung jedoch wie ein klarer Widerspruch. Denn statt Stabilität herrscht Stillstand. Nach Informationen von Foot Bowl wurden die Spieler letztlich per WhatsApp-Nachricht darüber informiert, dass kein Spielbetrieb stattfinden wird. Eine professionelle Kommunikation sieht anders aus, besonders für ein internationales Projekt.
Parallelen zeigen sich auch in der Außendarstellung. Während von Ligaseite zuletzt die Arenen kritisiert wurden, erklärte das Hallenstadion Zürich gegenüber einer lokalen Zeitung, dass es über Wochen keinen Kontakt zur Ligaführung gegeben habe. Funkstille auf beiden Seiten, unterschiedliche Perspektiven, keine Lösung. So ergibt sich ein Bild, das sich von Woche zu Woche verändert hat. Auf Durchhalteparolen folgte Unsicherheit, auf Zuversicht nun der Rückzug.
Für die Außendarstellung der IAL ist das erneut ein Rückschlag. Bereits zuvor gab es Probleme bei den Düsseldorf Warriors; Das Spiel gegen die Ibexx fiel aus weil Stadionfragen ungeklärt blieben. Eine endgültige Lösung wurde dort bis heute nicht präsentiert.
Ob weitere Teams betroffen sein könnten, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Für die Spieler ist die Situation besonders bitter. Viele haben sich vorbereitet, an das Projekt geglaubt und stehen nun ohne Perspektive da. Genau das belastet die Glaubwürdigkeit der Liga spürbar.
Foot Bowl - 30.04.2026
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