In loser Reihenfolge stellen wir hier immer einmal NFL-Reiseziele vor, die idealerweise hilfreich für eine Planung im Vorfeld sind. Diesmal wurde vom Autor Philadelphia aufgesucht – eine Stadt, deren Team er seit 2016 für den Huddle betreuen darf.
Anreise
Philadelphia hat einen internationalen Flughafen, der sowohl die ein oder andere Direktverbindung bietet oder über ein Drehkreuz angeflogen werden kann. Relativ langweilig heißt er auch "Philadelphia International Airport". Alles andere scheint nach Benjamin Franklin benannt zu sein, der Flughafen ist es – noch – nicht.
Zudem ist es sowohl von New York in knapp 2 Stunden und von Washington aus in weniger als 3 Stunden mit dem Auto zu erreichen. Ob man sich die Fahrt aber direkt nach einem Flug antun will, muss jeder selbst entscheiden.
Was man beachten sollte: Die Brücken nach Philadelphia sind einerseits beeindruckend und mit denen hierzulande kaum zu vergleichen. Allerdings ist man schnell auf einer falschen Spur, was weite Umwege bedeuten kann.
Zudem sind sie mit Maut (Toll) versehen und verlangen entweder einen E-Z Pass oder Bargeld (zum Stand der Erstellung 6 Dollar)! Manche Mietwagenfirmen haben einen E-Z Pass gleich "eingebaut", aber keineswegs alle. Eine Kreditkarte wird definitiv nicht akzeptiert (und bedeutet einen Umweg zum Geldautomaten um die Ecke).
Übernachtung
Hotels in der Stadt sind – wie viele Sachen in den USA zuletzt – relativ kostspielig. Wenn dann noch irgendwelche Events sind, wirds natürlich noch einmal mehr. Ein Stück außerhalb gehts jedoch oder man wählt die Airbnb-Variante, die durchaus günstiger ausfallen kann.
Sehenswürdigkeiten
Die Innenstadt ist wirklich sehenswert. Ein absolutes Muss sind natürlich die sogenannten "Rocky Steps" zum Museum of Art: Hier sprintete Sylvester Stallone im ersten "Rocky" zu Trainingszwecken empor und reckte anschließend die Fäuste in den Himmel. Nahezu zu jeder Tageszeit sind hier Touristen anzutreffen, die die 72 Stunden (im Sprint gezählt) mehr oder weniger schnell hochfliegen (im Hintergrund sollte natürlich der Song "Gonna Fly Now" abgespielt werden). Für Sportfans ein sogenanntes "Bucketlist Item" – etwas, das man einmal im Leben tun sollte (check).
Aber auch die City Hall mit einer Statue von William Penn ist absolut sehenswert; dazu finden sich überall in der Stadt unzählige Benjamin Franklin-Statuen.
Spezialität
Ähnlich wie die Rocky Steps zählt das "Philly Cheesesteak" zum absoluten Pflichtprogramm, wenn man in der Stadt ist: Dünn geschnittenes Ribeye-Steak, das auf einer heißen Platte angebraten und mit einem Spatel gestückelt wird. Dazu wird Käse(soße) und – in der beliebtesten Variante – Zwiebeln (nennt sich dann "whiz wit" im lokalen Slang) aufgebracht. Gestopft wird das Ganze in ein aufgeschnittenes, weiches baguetteartiges Brötchen (Roll).
Die bekanntesten und traditionellsten Lokale (Genos und Pat’s) sind voll mit Bildern berühmter Persönlichkeiten, die hier eingekehrt sind. Rechnen muss man mittlerweile mit bis zu 20 Dollar für ein Philly Cheesesteak.
Das Stadion
Die Eagles spielen im Lincoln Financial Field, das mit beeindruckend steilen Hängen gebaut ist. Philadelphia lebt für seine Teams: Gleich nebenan besitzen die Baseballer der Phillies ihr Stadion, ebenso fast in Wurfweite nördlich des "Linc" steht die Halle, in der sowohl die Flyers (Eishockey) als auch die 76ers (Basketball) auflaufen.
Herz und Seele sind jedoch die Eagles, deren erster Titelgewinn – Super Bowl LII im Februar 2018 – eine ungekannte Parade auf der "Broad Street" ausgelöst hatte.
Unvergessen die Bilder von Center Jason Kelce im Sultanskostüm, der heiser die vorherigen Kritiker beschimpft.
Und zwar wo: Richtig – auf den Stufen zu Füßen der Rocky-Statue. Der Ausblick von dort ist atemberaubend und allein der ist einen Besuch wert.
Carsten Keller - 29.04.2026

Ein Ausblick für Super Bowl Sieger... (© Carsten Keller)
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