Der Draft 2026 in Pittsburgh ist nun vorbei und die Fans der Chargers fragen sich erneut, ob die ausgewählten Spieler die erhoffte Verstärkung darstellen oder am Ende nur als Ergänzungsspieler fungieren.
Mit dem Pick in der ersten Runde, an Position # 22, entschied man sich für Akheem Mesidor von der Universität von Miami. Mesidor gelangen in der vergangen Collegesaison bei der großen Miami U 12,5 Quarterback-Sacks und soll den abgewanderten Odafe Oweh (7,5 Sacks) im Pass Rush ersetzten. Am Anfang wird er sich sicherlich hinter den Veteranen Khalil Mack und Tuli Tuipulotu anstellen müssen und mit Bud Dupree und dem letztjährigen viertrunden Pick Kyle Kennard um Snaps und Spielzeit kämpfen müssen. Am Ende fiel Mesidor wohl nur aufgrund seines "relativ" hohen Alters von 25 Jahren bis an Position 22, könnte aber hier das große Glück für die Chargers werden. Mit sechs Jahren Collegeerfahrung und der Vielseitigkeit die er im Pass Rush mit sich bringt, könnte er direkt in seinem ersten Jahr Druck auf die gegnerischen Quarterbacks aufbauen und so frühzeitig ein Ausrufezeichen in der Liga setzen.
Im weiteren Draft kümmerten sich Head Coach Jim Harbaugh und General Manager Joe Hortiz um die größte Baustelle in ihrem Team. Die Offensive Line vor ihrem Starquarterback Justin Herbert. Gefühlt in jedem Spiel lief Justin Herbert um sein Leben, wobei seine Offensive Line lediglich als Drehtür fungierte und die gegnerischen Angreifer, zum Teil ungeblockt, auf ihren Quarterback losließen. Jake Slaughter, von den Florida Gators, galt als einer der bessten Offensive Liner im diesjährigen Draft und soll wohl als linker Guard die schwache Seite von Herbert beschützen.
Ihn werden drei weitere Rookies in der Offensive Line der Chargers zur Seite stehen und versuchen die schwache Offensive Line der vergangenen Saison aufzuwerten und zu verbessern. Mit dem 2,05 Meter großen und 147 Kilogramm schweren Travis Burke (Runde 4, Pick 117) von der Universität von Memphis holte man sich den zweitgrößten Spieler des Combines, Mit ihm erhalten die Chargers einen variablen "Swing-Tackle", der mit Beginn der Saison zwischen den Positionen als Backup vielseitig einsetzbar ist.
Mit Logan Taylor in Runde sechs (vom Boston College) und Alex Harkey (Universität von Oregon), ebenfalls in Runde sechs verstärkt man sich noch in der Tiefe der Offensive Line und sicherte sich in der Geschichte der Chargers, mit insgesamt vier Offensive Linern im Draft, die meisten seit 1991.
Weiter wählten die Chargers in Runde vier, an Position #105, Wide Receiver Brenen Thompson von Mississippi State. Der nur 1,75 m kleine Speedster lief im
Combine die fünft schnellste Zeit in der Geschichte des Combines und könnte für Offensive Coordinator Mike McDaniel eine "Lightversion" seines alten Receivers in Miami, Tyreek Hill, sein. Mit über 1000 gefangenen Yards bewies Thompson letzte Saison sichere Hände und könnte zu McConkey, Johnston und Harris ein weiteres Puzzleteil in Passspiel der Chargers werden.
Den Draft rundeten mit Safety Genesis Smith (Runde 4, Pick #131) von Arizona State und Defense Tackle Nick Barrett (Runde 5, Pick #15) von South Carolina ab und gelten als mögliche Zukunftsspieler, die sich im Trainingscamp erstmal für den endgültige Kader qualifizieren müssen.
Insgesamt können die Chargers mit ihrem diesjährigen Draft zufrieden sein, sind doch alle benötigten Schwachstellen direkt angegangen worden. Ob man hierfür allerdings die Richtigen Spieler ausgewählt hat, wir die kommende Saison in der starken AFC West zeigen.
Manfred Fiegl - 27.04.2026

Jim Harbaugh und die LA Chargers sind mit ihrem diesjährigen Draft sehr zufrieden (© Getty Images)
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