Jubel bei den Chemnitz Crusaders: Bei Cottbus Crayfish gelang dem Regionalliga-Aufsteiger mit 19:14 nicht nur ein respektabler Auswärtserfolg, sondern gleichzeitig auch der erste Sieg in der dritten Liga seit 2008. Dabei gingen die Chemnitzer durch die verletzungsbedingten Ausfälle aus der Vorwoche in Berlin personell etwas dezimiert in die Partie in Cottbus, wobei Crayfish das erste Saisonspiel absolvierte.
Für den mit der sächsischen Landesjugendauswahl beim Jugendländerturnier Flag Football in Berlin weilenden Melik Seelig hatte zudem im Trainerstab Frank Doant die Aufgabe des Defensive Coordinators übernehmen müssen. Mit Erfolg - Cottbus kam zwar auf den Weg in Richtung Endzone, doch ein in der Endzone ins Aus gehender Fumble verhinderte mögliche erste Punkte. Danach legte die Chemnitzer Offense los. Läufe und Pässe - vieles funktionierte. Am Ende fand Gerrit Höppner Receiver Jan Doant per Pass zum Touchdown.
Cottbus fand auch in der Folge nicht in das Spiel, und Chemnitz marschierte wieder. Diesmal allerdings ging den Gästen der Ball bei einem Fumble verloren. Die Seiten wurden gewechselt. Die Crusaders-Defense war hellwach, und drei Spielzüge später hatte Safety Pascal Träger einen Pass abgefangen. Ein einziger Spielzug, ein Pass auf Wide Receiver Lucas Löbling, folgte, und schon war der Ball wieder in der Cottbuser Endzone.
Was auch immer Cottbus versuchte, die Chemnitzer Defense fand ein Mittel dagegen. Erst mit einer Interception durch Safety Florian Pfeil und später mit einer weiteren Interception durch Cornerback Johann Förster. Was fehlte, waren allerdings weitere Punkte vor der Halbzeit.
Mit dem 0:13-Pausenrückstand dürften die Gastgeber sicher nicht gerechnet haben. Das dritte Viertel startete zunächst so, wie das zweite aufgehört hatte. Die Cottbuser Offense wurde schnell vom Feld geschickt, die Chemnitzer Offense marschierte - nun unter der Regie von Jan Doant - wieder über das Feld. Diesmal fiel die Entscheidung für einen Field-Goal-Versuch, bei dem aber der Snap gründlich schief ging.
Cottbus Crayfish witterte Morgenluft und verkürzte nun per Touchdown auf 7:13. Unnötige Fehler schlichen sich auf Chemnitzer Seite ein, so auch als der nächste Punt überhaupt nicht gelang. Das Momentum begann auf auf die Seite der favorisierten Gastgeber zu kippen. Die Chemnitzer Defense verhinderte zunächst noch Schlimmeres, aber die Offense verlor wieder den Ball durch einen Fumble. Cottbus nutzte die Steilvorlage mit einem Pass zum Touchdown. Zum Ende des dritten Viertels wechselte so die Führung mit 14:13 zu den Gastgebern.
Doch diese hatten die Rechnung ohne das starke Chemnitzer Laufspiel gemacht. Die inzwischen bereits weiter dezimierte Offensive Line schuf immer wieder die Löcher für die Running Backs Florian Fritzsche und Gregor Richter. Der verdiente Lohn mit dem Touchdown durch Florian Fritzsche folgte. Zwar scheiterte die Two-Point-Conversion aber die Führung gehörte beim Stand von 19:14 wieder Chemnitz.
Cottbus setzte noch mal alles auf eine Karte, konnte aber durch die Crusaders letzten Endes gestoppt werden. Die Chemnitzer Offense spielte danach geschickt mit ihrem Laufspiel auf Zeit, so dass am Ende zwar keine Punkte entstanden, Cottbus aber nur noch wenige Spielsekunden für zwei nicht erfolgreiche Passspielzüge blieben.
Der Jubel auf Chemnitzer Seite kannte keine Grenzen. Der erste Sieg in der noch jungen Regionalliga-Saison war erreicht und das bei einem der Mitfavoriten um den Aufstieg! Nun heißt es in den nächsten beiden Wochen wieder Kraft tanken und Blessuren heilen, bevor am 9. Mai das erste Heimspiel auf dem Plan steht. Gegner werden dann in Chemnitz die Erfurt Indigos sein.
Auerbach - 27.04.2026

Marco Paulisch und Kevin Kobel stoppen für Chemnitz den Cottbuser Ballträger. (© Thiele / Chemnitz Crusaders)
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