Eine ärgerliche Niederlage beim Saisonauftakt lag hinter den Neu-Ulm Spartans, der Gegner im zweiten Spiel, Aufsteiger Munich Cowboys II, kam so in die missliche Lage, auf ein Team zu treffen, das im zweiten Spiel etwas gut zu machen hatte. Das Vorhaben gelang weitestgehend: Die TSV Neu-Ulm Spartans bewiesen eindrucksvoll sich und den begeisterten Fans im Match gegen die Cowboys, wie unnötig der verpatzte Saisonauftakt gewesen war.
Die Besucher im Dietrich-Lang-Sportzentrum - darunter auch Neu-Ulms Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger, die der Einladung zum Münzwurf gefolgt war - erlebten bei strahlendem Sonnenschein diesmal eine bestens aufgelegte Offense. Und da die Defense wie im ersten Match gegen die Hawks auch die Offense der Cowboys weitgehend neutralisierte, stand am Ende ein glattes 45:15.
Dabei hatte es zum Start der Begegnung noch ausgesehen, als ob es so weitergehen könnte, wie es gegen Nürnberg geendet hatte: Nach ihrer Spiel-Eröffnung wurden die Spartans kalt erwischt durch einen sehr langen Kickoff Return der Gäste, die danach ruckzuck den ersten Touchdown erzielten. Den Extrapunkt konnte die Spartans-Defense allerdings blocken und so blieb es zunächst beim 0:6.
Aber dann: War beim Saisonauftakt insbesondere der Neu-Ulmer Angriff einfach nicht in die Gänge gekommen, blieben die Männer um Quarterback Hunter Sturgeon dieses Mal von Anfang an cool und gingen postwendend in Führung: Schon im dritten Offense-Spielzug bediente der Spielmacher Receiver Nick Alberto mit einem langen Pass zum 7:6.
Den nächsten Kickoff trugen die Cowboys wieder lang zurück, die Defense stand diesmal aber besser. Dennoch endete die Serie mit einem Münchner Field Goal. Zu gewohnter Stärke zurückgekehrt, dominierte das Neu-Ulmer Laufspiel den nächsten Angriff. Die Running Backs Dirk Mainka und Ilhan Bahadir liefen hinter der Offensive Line um Team Captain Anton Schoger Play für Play durch die Cowboys-Defense. Dirk Mainka setzte dann auch den nächsten Touchdown zum 14:9.
Die Neu-Ulmer Verteidigung wollte es den Kollegen in der Offensive gleichtun und zwang, bestens aufgelegt, die Landeshauptstädter nach nur drei Spielzügen zum Punt. Mainka und Bahadir marschierten danach weiter wie gehabt, bevor Luca Stieglbauer einen tollen 20-Yard-Catch nach Pass von Sturgeon zum 21:9 fing. Beide Teams konnten jeweils ihre nächsten Chancen nicht nutzen, sondern mussten punten. Die Neu-Ulmer Defense war da vielleicht mit den Gedanken schon in der Pause und schenkte dem Gegner praktisch in letzter Sekunde vor dem Halbzeitpfiff einen Touchdown. Weil ein PAT aber erneut verhindert werden konnte, stand es zur Pause 21:15.
"Der Touchdown vor der Halbzeit war ärgerlich, da war unsere Abstimmung nicht rund", so Spartans-Head-Coach Daniel Koch. "Es war aber schön zu sehen, dass vor allem das Laufspiel wieder funktioniert hat. Das öffnet Chancen für Pässe und damit kontrollierst du Uhr und Spiel."
So war der Plan auch, in der zweiten Halbzeit die kleineren Patzer in der Defensive abzustellen und in der Offense mit dem Lauf weiter das Tempo zu diktieren. Und so lief es dann auch: Der nächste Drive bestand fast ausschließlich aus Läufen von Dirk Mainka, der mit seinem zweiten Touchdown zum 28:15 abschloss.
Die Cowboys zeigten nun gutes Passspiel, 20 Yards vor der Endzone der Spartans war aber Schluss. Safety Fabian Winter las den nächsten Pass vorbildlich, fing den Ball ab und trug die Interception etwa 30 Yards zurück. Die Offense um Hunter Sturgeon nahm diese Einladung der guten Feldposition an und überbrückte die 60 Yards durch Läufe von Mainka, einen schönen Catch von Nick Alberto sowie einen abschließenden Lauf von Sturgeon in die gegnerische Endzone zum 35:15.
Danach zeigte das Kickoff-Team ein Sahnestück. Einen raffiniert gekickten Ball von Max Walser konnte Niclas Cates an der gegnerischen 35 Yard-Linie sichern. Damit konnten die Spartans nicht nur eine extra Offense-Serie "stehlen", sondern starteten diese auch direkt in aussichtsreicher Position. Da man inzwischen im vierten Viertel angekommen war und ob der klaren Führung kamen nun auch weitere Spieler zum Einsatz. Der zweite Quarterback im Team, der im Winter aus Berlin zurück nach Neu-Ulm gekommene Joshua Bulling, übernahm nun das Ruder. Er zeigte erst einen kraftvollen Lauf für 10 Yards und bediente dann über 25 Yards Luca Stieglbauer zu einem sehenswerten Touchdown-Fang - eine Kombination, die so vor einigen Jahren auch schon in der Spartans-U19 hervorragend geklappt hatte.
Nur drei Plays später mussten die Münchner wieder punten. Die Spartans-Offense setzte weiter auf die Running Backs Mainka, Bahadir und Alberto und konnte nach dem erfolggekrönten Vorwärtsdrang des Trios den Angriff dann mit einem Field Goal von Walser zum 45:15-Endstand abschließen.
Head Coach Koch war nach dem Sieg sichtlich gelöst: "Das war heute ein Spiel, bei dem wir wieder alle mit Spaß und unbeschwert bei der Sache waren. Eine sehr konstante Offense, wenige Fehler im Spiel und eine sehr gute Energie im Team lassen das Trainer-Herz natürlich höherschlagen. Jetzt haben wir eine Woche spielfrei, werden uns weiter steigern und fahren dann nach Landsberg." Dort wartet am 9. Mai der Landsberg X-Press, der die Cowboys II mit 35:21 geschlagen hatte. Also ist in 14 Tagen am Lech wohl ein Spiel auf Augenhöhe zu erwarten.
Auerbach - 27.04.2026

Aufsteiger Munich Cowboys II stemmte sich in Neu-Ulm vergeblich gegen die Spartans. (© Benjamini / Neu-Ulm Spartans)
Leser-Bewertung dieses Beitrags: