Scorigami: Extreme Ergebnisse der ELF

ELFPediaNach fünf Jahren ist die European League of Football Geschichte. Nach dem eingeleiteten Insolvenzverfahren wird es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keinen Spielbetrieb mehr geben. Die Teams haben sich bereits neu orientiert und sind in die EFA oder zur AFLE gewechselt.

Was bleibt, ist der Blick auf eine der spannendsten statistischen Besonderheiten dieser Liga. Das sogenannte Scorigami. Eine Auswertung, die vor allem durch die Arbeit von ELFpedia möglich wird. Während es solche Datensammlungen in der GFL oder auch in der österreichischen AFL nicht gibt, wurde hier die komplette Ergebnisgeschichte der ELF sichtbar gemacht. Bekannt ist dieses Konzept vor allem aus der NFL.

Der Begriff Scorigami wurde vom Journalisten Jon Bois geprägt. Er beschreibt ein Endergebnis, das es in der Geschichte einer Liga zuvor noch nie gegeben hat. Im American Football entstehen durch die besonderen Punktwerte von zwei, drei, sechs, sieben oder acht Punkten unzählige mögliche Kombinationen. Viele davon treten nur einmal auf und genau das macht den Reiz des Scorigami aus.

Ein Blick in die NFL zeigt, wie besonders dieses Phänomen ist. Das häufigste Ergebnis der Liga Geschichte ist 20:17. Dieses Resultat gab es rund 300 Mal. In der ELF hingegen kam genau dieses Ergebnis kein einziges Mal vor. Ein perfektes Beispiel dafür, wie unterschiedlich sich eine junge Liga entwickeln kann.

Generell zeigt das Scorigami der ELF eine enorme Vielfalt. Kein einziges Ergebnis wurde viermal oder häufiger erzielt. Es gibt lediglich einige wenige Scores, die dreimal vorkamen. Dazu zählen unter anderem das 32:0, erstmals 2023 bei Milano Seamen gegen die Helvetic Guards. Auch das 47:14, erstmals 2023 beim Sieg der Vienna Vikings gegen die Leipzig Kings, tauchte mehrfach auf. Gleiches gilt für das 42:12, das 2022 beim Spiel Rhein Fire gegen die Istanbul Rams erstmals erreicht wurde. Ebenso das 40:33, erstmals 2023 bei Frankfurt Galaxy gegen Milano Seamen.

Diese Beispiele zeigen, dass es zwar Wiederholungen gibt, aber keine echten Standard Ergebnisse. Die Liga war in ihrer gesamten Existenz statistisch extrem breit aufgestellt.

Besonders auffällig sind die Extreme. Den höchsten Sieg der ELF Geschichte gab es am 11. August 2024. Die Munich Ravens besiegten die Barcelona Dragons mit 90:0. Ein Ergebnis, das die größten Leistungsunterschiede innerhalb der Liga verdeutlicht.

Das punktreichste Spiel fand bereits in der ersten Saison statt. Am 7. August 2021 gewannen die Barcelona Dragons mit 60:51 gegen die Cologne Centurions. Insgesamt 111 Punkte wurden erzielt. Ein Wert, der selbst im internationalen Vergleich außergewöhnlich ist.

Am anderen Ende steht eines der seltenen Defensivspiele. Beim 6:0 Sieg der Paris Musketeers gegen Stuttgart Surge am 25. Mai 2025 zeigte sich eine ganz andere Seite des Spiels. Solche Low Scoring Partien blieben jedoch die absolute Ausnahme.

Dazwischen bewegte sich der Großteil der Spiele in einem offensiv geprägten Bereich. Viele Teams erzielten regelmäßig mehr als 20 oder 30 Punkte. Klare Siege waren deutlich häufiger als enge Spiele mit minimalem Abstand.

Das Scorigami der ELF erzählt damit die Geschichte einer Liga, die nie ein festes Muster entwickelt hat. Stattdessen entstand ein einzigartiges Bild aus einmaligen Ergebnissen, extremen Ausreißern und wenigen Wiederholungen. Ein statistisches Vermächtnis, das bleibt, auch wenn die Liga selbst nicht mehr existiert.

Foot Bowl - 17.04.2026

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