Die International Arena League startet an diesem Wochenende in ihre erste Saison und bringt Arena Football erstmals in einem internationalen Format nach Europa. Zum Auftakt stehen direkt vier Spiele auf dem Programm, darunter auch zwei Begegnungen auf europäischem Boden. Im PSD Bank Dome in Düsseldorf treffen die Zurich Ibexx auf die Düsseldorf Warriors, während in Großbritannien die England Eruptors auf die Glasgow Tartans treffen. In den USA komplettieren die Cincinnati Slingers bei den Utah Great 8s sowie die Pennsylvania Benjamins gegen die Las Vegas Rockers den ersten Spieltag.
Die Liga will dabei nicht nur sportlich neue Wege gehen, sondern auch beim Entertainment Akzente setzen. Eine bekannte Besonderheit aus dem Arena Football bleibt bestehen: Fliegt der Ball auf die Tribüne, dürfen ihn die Fans behalten. Gleichzeitig versucht die IAL, sich auch regeltechnisch von anderen Ligen abzuheben.
Laut Foot Bowl IAL Experte Arndt Möller, der sich für Football-aktuell intensiv mit der Liga beschäftigt hat, ist jedoch noch längst nicht alles klar definiert. "Da die Liga noch kein komplettes Regelbuch veröffentlicht hat, weiß man natürlich noch nicht alle Regeln, die auf die Fans zukommen." Einige Unterschiede zu klassischen Arena-Ligen sind dennoch bereits bekannt. So wird die Playoff-Teilnahme nicht über eine einfache Siegquote entschieden, sondern über ein Punktesystem. "Hierbei gibt es für einen Heimsieg drei Punkte und für einen Auswärtssieg vier Punkte. Zusätzliche Punkte kriegt das Team, das die beste Touchdown-Celebration der Woche macht." Auch spielerisch geht die Liga eigene Wege. "Ein Rebound-Net, also ein Netz, das den Ball beim Kickoff abfängt, damit dieser im Spiel bleibt, wird es aufgrund von unterschiedlichen Bauweisen der Arenen zumindest nicht einheitlich geben." Zudem setzt die IAL bewusst auf schnelle Entscheidungen auf dem Feld. "Auch setzt die Liga auf Tatsachenentscheidungen der Referees und wird kein Video-Review nutzen."
Sportlich richtet sich der Blick vor allem auf das Duell in Düsseldorf. Für Möller ist die Partie zwischen den Zurich Ibexx und den Düsseldorf Warriors eines der spannendsten Spiele des Auftakts. "Ich glaube, das Spiel zwischen den Zurich Ibexx und den Düsseldorf Warriors wird ein ausgeglichenes Spiel." Beide Teams bringen Qualität mit, allerdings mit unterschiedlichen Voraussetzungen. "Zürich hat einige gute Signings gemacht. Ehemalige Helvetic Mercenaries, Spieler aus der ersten italienischen Liga und auch einige GFL-Talente sind im Kader wiederzufinden." Auf der anderen Seite sieht Möller Vorteile bei den Gastgebern. "Düsseldorf bringt natürlich auch einige ehemalige ELF- und GFL-Spieler mit, den großen Vorteil sehe ich bei Düsseldorf aber vor allem darin, dass sie, auch wenn nur im kleinen Rahmen, bereits ein Vorbereitungsspiel hatten und mit Carl Greene bereits ein Spieler mit Arena League-Erfahrung im Team ist." Daraus ergibt sich für ihn eine leichte Tendenz. "Gerade aufgrund diesen Faktoren sehe ich Düsseldorf ein bisschen stärker und als potenziellen Sieger am Wochenende."
Neben der sportlichen Perspektive sieht Möller die Liga insgesamt als spannendes, aber auch risikobehaftetes Projekt. "Das wirklich Spannende bei der IAL ist, dass sie sich trauen, Arena Football in den europäischen Markt zu bringen." Ein solcher Ansatz sei in dieser Form neu. "So etwas wie die IAL gab es noch nie in Europa und den Mut, diesen Schritt zu gehen, ist bewundernswert." Gleichzeitig bleiben jedoch zahlreiche offene Fragen. "Trotzdem gibt es große Fragezeichen." Vor allem der Ansatz, das Produkt nahezu unverändert zu übernehmen, wird kritisch gesehen. "Teilweise wirkt es so, als wenn die Liga das Produkt Arena Football ohne Anpassungen nach Europa importieren möchte. Das kann natürlich nicht funktionieren."
Auch wirtschaftlich und organisatorisch steht die Liga bereits vor Herausforderungen. "Die Ticketverkäufe sehen auch mehr als ausbaufähig aus, was auch wenig verwunderlich ist, bei den derzeitigen Ticketpreisen und der jetzigen Öffentlichkeitsarbeit." Für das Spiel in Düsseldorf lagen die Preise zunächst zwischen 50 und über 100 Euro für gute Plätze. Erst zwei Tage vor dem Auftakt wurden die Tickets deutlich reduziert und sind nun bereits ab 26,70 Euro erhältlich. Ein Schritt, der kurzfristig für mehr Zuschauer sorgen soll. Dennoch bleibt die Dimension der Halle ein Thema. "Wenn beim ersten Spiel im PSD Bank Dome in Düsseldorf 300 Menschen kommen sollten, könnte man fast schon von einem Erfolg sprechen. Das sind knapp 2 Prozent der Arena-Kapazität." Möller sieht hier eine klare Fehlentscheidung. "Ein kleineres Stadion wäre hier auf jeden Fall für den Anfang eine bessere Wahl gewesen."
Ein weiteres großes Fragezeichen betrifft die Übertragung der Spiele. Zwar hatte die Liga im Vorfeld Gespräche mit verschiedenen Anbietern angekündigt, doch zum Start erfolgt die Ausstrahlung offenbar über den eigenen YouTube-Kanal. "Weitere Infos, wie die Übertragung aussehen soll, ob wirklich alle Spiele übertragen werden und ob es einen deutschen Kommentar geben wird, bleiben offen."
Damit startet die International Arena League mit einer Mischung aus großer Vision und spürbaren Unsicherheiten in ihre erste Saison. Der erste Spieltag wird nicht nur sportlich richtungsweisend sein, sondern auch zeigen, wie das Produkt Arena Football im europäischen Markt angenommen wird.
Foot Bowl - 17.04.2026

Ibexx at Warriors (© Foot Bowl)
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