Im ligaeigenen Podcast der AFLE war Wide Receiver und Returner Jon Cole zu Gast und gewährte dabei tiefe Einblicke in seine bewegte Karriere, persönliche Rückschläge und seine neue Rolle bei Berlin Thunder. Der Comeback Player of the Year in Europa sieht sich selbst klar als Underdog und genau daraus zieht er bis heute seine Motivation.
"Ja, ich sehe mich definitiv als Underdog... selbst als zweifacher All-American wird das manchmal klein geredet, weil man von einer kleineren Schule kommt", erklärt Cole offen. Trotz herausragender Leistungen am College musste er sich immer wieder neu beweisen. Sein Weg führte ihn über die GFL 2 zu den Kirchdorf Wildcats, mit denen er den Aufstieg schaffte, bevor er schließlich in der ELF ankam.
Doch seine Karriere verlief alles andere als gradlinig. Verletzungen, Zweifel und fehlende Chancen prägten seinen Weg. Besonders schwierig war die Phase vor der Saison 2025, als er zunächst ohne Team dastand und gleichzeitig privat einen schweren Schicksalsschlag verarbeiten musste.
"Ich musste die Entscheidung treffen... ob ich meine Mutter von den lebenserhaltenden Maschinen nehme... und dieser Moment hat meine Denkweise und mein Herz komplett verändert", berichtet Cole. In dieser Zeit rückte Football in den Hintergrund, stattdessen konzentrierte er sich auf seine Familie und seine persönliche Entwicklung. Trotzdem blieb der Hunger, sich auf dem Feld zu beweisen.
Die Chance kam schließlich bei den Fehervar Enthroners, wenn auch unter schwierigen Voraussetzungen. "Wenn du dich wirklich beweisen willst... dann musst du genau solche Situationen annehmen und gegen die besten Teams spielen", so Cole über seine Entscheidung. Trotz sportlich schwieriger Umstände entwickelte er sich schnell zu einem emotionalen Leader im Team.
Dabei spielte vor allem seine neue Rolle als Führungsspieler eine zentrale Rolle. "Selbst wenn wir jedes Spiel verlieren sollten, müssen wir kämpfen... wir dürfen niemals aufgeben", beschreibt er seine Mentalität. Diese Einstellung übertrug sich auf das gesamte Team und veränderte die Dynamik innerhalb der Mannschaft.
Auch abseits des Feldes übernimmt Cole Verantwortung. In einem Mentoring-Programm in Texas arbeitet er mit jungen Menschen und vermittelt Werte. "Ich bringe ihnen Dinge wie Männlichkeit, Werte und Lebensziele bei... wie man respektvoll ist und richtig kommuniziert", erklärt er. Gleichzeitig habe ihn diese Aufgabe selbst weitergebracht: "Ich muss diese Prinzipien auch selbst leben."
Mit Berlin Thunder beginnt für Cole nun ein neues Kapitel. Ausschlaggebend war unter anderem die Verbindung zu Head Coach Shawn Cooper, den er bereits aus seiner College-Zeit kennt. "Ich wollte diese Chance nicht nur wegen unserer Beziehung bekommen... sondern weil ich dem Team wirklich helfen kann", stellt Cole klar.
Auch sportlich sieht er großes Potenzial im Team aus der Hauptstadt, das seiner Meinung nach aktuell unterschätzt wird. "Wir sind ein bisschen der Underdog... aber ich glaube, wir können viele Leute überraschen", sagt der 1,75 Meter große Playmaker.
Seine Motivation zieht Cole dabei nicht nur aus dem Sport selbst, sondern vor allem aus seinem Umfeld und seiner eigenen Geschichte. "Ich wurde mein ganzes Leben unterschätzt... und genau das treibt mich jeden Tag an, besser zu werden und anderen Hoffnung zu geben", so Cole abschließend.
Mit dieser Mentalität und seiner Geschichte könnte Jon Cole nicht nur sportlich, sondern auch als Persönlichkeit zu einer der spannendsten Figuren der kommenden AFLE-Saison werden.
Foot Bowl - 16.04.2026

Jon Cole wurde 2025 zum Comeback Player der ELF ausgezeichnet (© Foot Bowl/JUST SHOTS)
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Berlin Thunder arbeitet weiter intensiv am Kader für die Saison 2026 in der AFLE und hat gleich auf beiden Seiten der Line nachgelegt. Mit Offensive Lineman Shadrach Arthur und Defensive End Michael Keshinro kommen zwei erfahrene Importspieler in die Hauptstadt, die sofort wichtige Rollen übernehmen sollen.
Arthur bringt Erfahrung in...
Auch die Erfurt Indigos waren am Samstag kein Stolperstein für die Berlin Adler. Die Hauptstädter gewannen überdeutlich mit 76:13 (6:0, 32:0, 16:7, 22:6) und bleiben so auch nach drei Spielen ungeschlagen an der Tabellenspitze.
Die Begegnung begann ganz nach dem Geschmack der Gastgeber mit einer schnell gestoppten Angriffsserie der Erfurter und im Anschluss mit einem 63 Meter weiten Touchdown-Lauf von Patrick Oliveira...