Orks nicht vom Glück verfolgt

Gegen die Luzern Lions wollten die Glarus Orks im heimischen Lido Rapperswil nach zwei Niederlagen zu Saisonbeginn endlich den ersten Sieg feiern. Doch ganz klappte es wieder nicht. Zwar dominierte man die erste Halbzeit klar, doch nach der Pause stand man sich durch Fehler oft selbst im Weg, was das Comeback der Luzern Lions ermöglichte. Die Entscheidung fiel dann in der Overtime auch noch höchst unglücklich gegen die Gastgeber. So stand zum Schluss eine eine bittere 17:20-Niederlage zu Buche, die für die Orks nur schwer zu verkraften sein dürfte, aber aus den Fehlern gilt es zu lernen. Denn am Samstag steht das zweite Spiel gegen die Bienna Jets (Hinspiel 10:19) an, dieses Mal zu Hause im Lido Rapperswil.

Die Lions durften beginnen, da die Orks den Coin Toss gewonnen hatten und die Second Half Option wählten. Luzern startete zwar mit einem First Down, kam danach aber nicht weiter und musste nach vier Spielzügen das Feld räumen. Auch die Orks-Offense fand zunächst keinen Rhythmus und musste denn Ball wieder zurück an Luzern geben. Beim anschließenden Punt der Lions ereignete sich ein gefährlicher Moment: Der Ball berührte einen Vorblocker der Orks und war damit ein freier Ball. Cornerback Pascal Brechbühl reagierte blitzschnell und warf sich auf das Leder, eine enorm wichtige Rettungsaktion.

Danach nahm das Spiel Fahrt auf. Die Glarner Offense zeigte endlich ihr Potenzial: Ein tiefer Pass auf Tight End Marco Gygli und ein Kurzpass auf Wide Receiver Kenneth Musio brachten das Team bis zur gegnerischen 30-Yard-Linie. Was dann folgte, war spektakulär: Quarterback Noah Agatiello stand kurz davor auf den Boden gebracht zu werden. Er entwischte auf die rechte Seite und passte in letzter Sekunde auf Running Back Saro Slongo. Dieser, scheinbar ohne jeden Ausweg, brach vier Tackles und lief bis in die Endzone. Touchdown Orks - 7:0.

Den Schwung nutzten die Orks sofort: Beim ersten Spielzug des nächsten Lions-Drives kam Cornerback Angelo Kälin mit einem Blitz von der rechten Seite. Der Quarterback sah ihn nicht kommen, kassierte den Tackle und verlor den Ball. Linebacker und Coach, Dario Schellhaas, sicherte den Fumble. Ein perfektes Ende des ersten Viertels für die Gastgeber.

Doch verspielte die Orks-Offense den Schwung direkt zu Beginn des zweiten Viertels. Ein riskanter Tiefpass in die Endzone landete nicht beim Glarner Receiver, sondern in den Händen eines Lions-Verteidigers. Interception. Luzern durfte an der eigenen 30-Yard-Linie weiterfahren, konnte daraus aber nichts machen. Die Glarner Defense hielt stand.

Es folgte eine lange Phase mit starken Defensivleistungen auf beiden Seiten, viele 3-and-outs. Den nächsten Impuls gab Safety Nic Wüger, der einen Pass der Lions abfing. Nach einem Foul der gegnerischen Offensivewährend der Interception rückten die Orks dank der Strafyards bis zur gegnerischen 40-Yard-Linie vor. Die Zeit wurde knapp. Die Offense kämpfte sich vor, stand aber schließlich vor einem schwierigen 3rd and 15. Der Tiefpass auf Wide Receiver Eric Bösch wurde durch Pass Interference verhindert, weitere Versuche für die Orks. Da die Uhr bereits ablief, reichte es nur noch für ein Field Goal, das Kicker und Safety Fabian Müller souverän verwandelte. Halbzeit: 10:0 für Glarus.

Die zweite Hälfte startete für beide Teams holprig. Doch dann zündete die Orks-Offense: Vom eigenen 30-Yard-Linie flog der Ball über die Mitte zu Jean-Marc Frautschi. Der fing ihn und lief und lief, 70 Yards bis in die Endzone. Touchdown! 17:0.

Die Lions antworteten umgehend. Beim ersten Spielzug ihres nächsten Drives verpassten die Orks zwei Tackles und der Luzerner Receiver lief ungehindert in die Endzone. 17:7. Dieser Touchdown beflügelte Luzern. Während die Orks-Offense verstummte und Drive für Drive mit einem 3-and-out endete, kämpften sich die Lions Schritt für Schritt zurück. Ein guter Moment gab es noch für die Glarner Defense: Linebacker Corsin Purtscheller blockte ein Field Goal-Versuch der Lions und verhinderte so zumindest vorübergehend den nächsten Punktgewinn.

Im vierten Viertel ließen sich die Luzerner nicht aufhalten. Erst ein Touchdown zum 17:14, dann ein Field Goal zum 17:17. Die Aufholjagd war komplett. Keine der beiden Teams konnte bis zum Ende noch punkten. Es ging in die Overtime.

In der Overtime starten beide Teams 25 Yards vor der gegnerischen Endzone und erhalten abwechselnd einen Drive. Luzern begann. Cornerback Angelo Kälin sorgte mit einer Interception für große Freude auf der Glarner Seitenlinie. Nun mussten die Orks nur noch punkten. Doch drei missglückte Versuche zwangen sie zum Field Goal. Kicker Fabian Müller traf, aber der Lions-Coach hatte kurz zuvor eine Auszeit genommen, um den Kicker "einzufrieren". Zweiter Versuch. Diesmal flog der Ball links an den Stangen vorbei. Das Overtimeprozedere wiederholte sich somit.

In der zweiten Overtime-Runde hielt die Glarner Defense erneut gut, konnte aber ein Field Goal der Lions nicht verhindern. Nun lagen die Orks hinten. Auch sie kamen nicht in die Endzone und brauchten ein Field Goal zum Ausgleich, um die Overtime weiterzuziehen. Wieder ein Kick, wieder fror Luzern den Kicker mit einer Auszeit ein. Beim zweiten Anlauf lief dann alles schief: Der Snap kam zu kurz, der Holder konnte den Ball nicht sauber platzieren, und Müller trat den Ball an den Stangen vorbei. Spiel vorbei. 17:20 und somit Sieg für Luzern.


Wittig - 15.04.2026

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