Bei kühlen 12 Grad und leichtem Nieselregen – ein krasser Kontrast zur frühsommerlichen Vorwoche – lieferten sich die Bienna Jets und der amtierende NLB-Champion, die Argovia Pirates, eine dramatische Schlacht. In einem Spiel, das an Spannung kaum zu überbieten war, feierten die Jets einen spektakulären 29:28-Comeback-Sieg gegen den Favoriten.
Die Partie begann verhalten. Nachdem die Jets ihren ersten Drive mit einem Punt beenden mussten, schlugen die Gäste aus dem Aargau eiskalt zu: Ein 20-Yard-Pass brachte die Pirates mit 0:6 in Führung (der Extrapunkt-Versuch misslang). Doch die Jets zeigten sofort Moral. Running Back #24 Ryan Borgeaud dit Avocat tankte sich mit einem spektakulären 34-Yard Power-Sweep durch die gegnerische Defense zum Ausgleich. Dank des erfolgreichen Zusatzpunktes durch #99 Adrian Saliu gingen die Jets mit 7:6 in Führung.
Das zweite Viertel war geprägt von harten Kämpfen an der Line of Scrimmage. Die Jets bewiesen Mut bei vierten Versuchen und sicherten sich wichtige First Downs. Ein 45-Yard-Field-Goal-Versuch der Hausherren segelte jedoch knapp vor den Pfosten vorbei. Die Pirates nutzten daraufhin eine Strafe gegen die Jets (Late Hit durch #44 Neo Felber) und verwandelten kurz vor der Pause einen vierten Versuch an der 8-Yard-Linie zur erneuten Führung (07:12). Doch die Jets hatten noch eine Antwort parat: Nach einer weiteren nervenstarken 4th-Down-Conversion rannte erneut #24 Ryan Borgeaud dit Avocat über 13 Yards in die Endzone zum 14:12-Pausenstand.
Nach dem Seitenwechsel schien das Momentum endgültig zu den Gästen zu kippen. Zwar setzte #43 Kevin Stadler mit einem Quarterback-Sack für einen Raumverlust von 10 Yards ein deutliches Zeichen, doch ein guter Punt-Return der Pirates im nachfolgenden Drive brachte sie in exzellente Feldposition. Der Quarterback der Aargauer nutzte dies persönlich zur Führung, die durch eine erfolgreiche 2-Point-Conversion auf 14:20 ausgebaut wurde.
Als die Argovia Pirates im Schlussviertel einen Field-Goal-Versuch der Jets blockten und den Ball über das gesamte Feld zum 14:28 zurücktrugen, schien die Partie entschieden.
Doch die Jets bewiesen enorme Moral. Den dramatischen Umschwung leitete #44 Neo Felber ein, der seinen Fehler aus der ersten Halbzeit wiedergutmachte und eine entscheidende Interception aus der Luft pflückte. Kurz darauf bediente QB #11 Alain Vuille seinen Receiver #10 Oleksii Zorin mit einem fulminanten 50-Yard-Touchdown-Pass, der die Hoffnung lautstark zurückbrachte (PAT #99 Adrian Saliu gut).
In der Defensive sorgte kurz darauf die "Stadler-Connection" für Ekstase: #43 Kevin Stadler forcierte einen Fumble, den sein Bruder #32 Nico Stadler geistesgegenwärtig sicherte. Getragen von diesem Momentum arbeiteten sich die Jets mit purer Willenskraft über das Feld. Nach kritischen 4th-Down-Conversions durch einen beherzten QB-Keeper von #11 Alain Vuille standen die Seeländer eine Minute vor dem Ende an der 4-Yard-Linie. #24 Ryan Borgeaud dit Avocat tankte sich mit seinem dritten Touchdown des Tages zum 27:28 in die Endzone.
Anstatt auf den sicheren Ausgleich per Kick zu setzen, riskierte das Team alles: Die Jets spielten die 2-Point-Conversion erfolgreich aus und drehten die Partie auf 29:28. Ein letztes, verzweifeltes Trickplay der Pirates sieben Sekunden vor dem Ende endete in einem weiteren Fumble, und der Jubel im Mettmoos kannte keine Grenzen mehr.
Mit diesem Sieg gegen den amtierenden NLB-Meister widerlegten die Jets vorerst alle vor der Saison erstellten "Power-Rankings". Mit einer Bilanz von 2-1 Siegen finden sich die Jets aktuell auf dem 3. Tabellenplatz der NLB wieder. Das nächste Spiel bestreitet das Team am kommenden Samstag, dem 18. April, in Rapperswil gegen die Glarus Orks. Diese mussten am Samstag eine bittere Overtime-Niederlage gegen die Luzern Lions verkraften.
Wittig - 14.04.2026
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