Die Mannen von Phil Gamble wissen beim 35:18 gegen die Crusaders erst nach der Pause zur überzeugen: Die Minden Wolves haben vier Wochen vor Beginn der Saison in der GFL 2 ein erstes Statement abgegeben. Das Testspiel gegen die Nummer eins der Niederlande, den 22-fachen Champion Amsterdam Crusaders, wurde nach einer schwachen ersten Halbzeit, in der man noch vergeblich seinen Rhythmus suchte, am Ende deutlich mit 35:18 (0:0, 7:11, 14:0, 14:7) gewonnen.
Rund 800 Fans wollten sich dieses Duell trotz Osterferienende in NRW im Mindener Weserstadion nicht entgehen lassen. Gut eingestimmt wurden sie schon beim Einlauf Ihrer "Wölfe", denn die stellten all ihre Neuzugänge und neuen Coaches einzeln vor. Dann allerdings war dem Zweitliga-Aufsteiger deutlich anzumerken, dass er erstmals in dieser Formation zusammenspielte. Anders als der Gast, der schon in die Saison gestartet ist und eingespielter wirkte, mussten sich die Mannschaftsteile bei den Wolves erst einmal finden. Entsprechend konnte man zufrieden sein, dass es nach dem ersten Seitenwechsel 0:0 stand.
Allerdings sollte sich das im zweiten Abschnitt schnell ändern. Nach einem Raumgewinn bis kurz vor die Endzone war es Crusaders-Quarterback Dylan Bakker, der die verbliebenen zwei Yards überbrückte und mit seinem Touchdown für erste Bewegung auf der Anzeigentafel sorgte. Der Point after Touchdown misslang, so dass es beim 6:0 für Amsterdam blieb. Das wollte der neue Wolves-Quarterback Darrius Sample aber nicht auf sich sitzen lassen. Ein Zucker-Pass über fast 50 Yards fand seinen enteilten Cousin und Rückkehrer Willie Fedd jr., der fest zupackte und für den Ausgleich sorgte. Mister Zuverlässigkeit in Person, Tobias Pauls, brachte sein Team per PAT sogar mit 7:6 in Führung.
Für die erhoffte Sicherheit im Spiel der Hausherren sorgte das Erfolgserlebnis allerdings noch nicht. Vielmehr kamen die Niederländer durch ein sehenswertes 50-Yard-Field-Goal von Dion Hendriks beim 9:6 zur erneuten Führung. Und als Spielmacher Sample in der eigenen Endzone gestellt wurde, hieß es durch den Safety von Miquel Darson zur Pause 11:6 für den äußerst sympathischen Gast.
Head Coach Phil Gamble war alles andere als zufrieden. "Die erste Halbzeit verlief sehr ruckelig. Man hat deutlich gesehen, dass Amsterdam einfach schon mehr Spielpraxis hatte." Die Worte gegenüber seinem Team fielen in der Pause deutlich aus. Und sie zeigten Wirkung, denn im dritten Viertel rissen die Hausherren die Partie voll an sich. Willie Fedd gelang gleich im ersten Drive der Crusaders eine Interception an der gegnerischen 35 Yardlinie. Punkte gab es anschließend noch keine. Aber es war ein Signal. Und das brachte Darrius Sample ins Spiel, der erneut einen langen Pass warf und diesmal Mindens aktuellen MVP RayShon Fletcher erreichte. Inklusive des PATs von Pauls hieß es schnell 14:11 für die Wolves.
Und die legten gleich nach. Den Angriff des Gegners gestoppt, kam Running Back René Lange, der Cory Gardiner als vorweglaufenden "Dampfwalze" nutzte, bis auf acht Yard an die Goal Line heran. Diese Chance ließen sich die Hausherren nicht entgegen. Und Darrius Sample machte es selbst und trug das "Ei" in die Endzone. Somit stand es zum Ende des dritten Viertels 21:11 für die "Wölfe".
Der letzte Durchgang war indes geprägt von Kenneth Patten jr. Zunächst sackte er den gegnerischen Quarterback. Beim Fumble-Recover sicherte Jonny Lotte anschließend den Ball keine zehn Yard vor der Crusaders-Endzone. Und nun trug sich Jordon Mc Kenzie mit einem Lauf quer über den Platz ins gelobte Land in die Scorer-Liste ein. Pauls stockte zum 28:11 auf.
Anschließend blockte "KP" Patten den Punt-Return der Gäste und zeigte Willie Fedd, was man sich von ihm in Minden erhofft. Einen Punt-Return über mehr als 40 Yard brachte er über die Goal Line. Der Jubel war aber nur von kurzer Dauer, da der Touchdown aufgrund einer gelben Flagge wegen eines "Block in the back" zurückgenommen und mit einer Strafe bedacht wurde. Doch kaum war Amsterdam im Ballbesitz, war Kenneth Patten zur Stelle. Er blockte einen weiteren Punt-Return. Diesmal war Kevin Neal gedankenschnell, nahm den Ball auf und brachte ihn in die Endzone. Inklusive des PATs von Tobi Pauls hatten Phil Gambles Männer aus dem 7:11-Rückstand eine 35:11-Führung gemacht.
Da war es am Ende nur eine Belohnung für äußerst angenehme Gäste, dass sie in der Schlussminute noch zu ihrem zweiten Touchdown (Ruben van Gessel) kamen und für den 18:35-Endstand sorgten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Minden aber längst den ersten Anzug ausgewechselt und seinen Youngstern eine Chance gegeben.
Im Anschluss rückten beide Teams eng zusammen und klatschten sich beide von den zufriedenen Fans ab.
Das war ganz nach dem Geschmack von Phil Gamble: "Was wir nach der Pause gezeigt haben, gefiel mir gut. Man hat aber dennoch gesehen, wo wir vor dem Start in die Saison noch arbeiten müssen. Dazu gehört aber auch, dass manche Spieler einfach noch mehr machen müssen. Die GFL 2 ist halt ein anderes Paar Schuhe!"
Minden Wolves - 12.04.2026

Nach der Pause packte die Mindener Defense kräftig zu und ließ die Amsterdam Crusaders kaum noch in die Nähe der Endzone kommen. (© Hendric-Noah Pieper)
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