Big Ten dominiert den College Sport

Jim Delany schuf die Voraussetzungen für den Aufstieg der Big Ten. Mit Michigans Sieg über UConn im NCAA Basketball Turnierfinale der Herren am letzten Montag schrieb die Conference Geschichte: Sie ist die erste Conference, die die US-Meisterschaften der Division I im Herren- und Damenbasketball sowie im College Football innehat. Michigan reiht sich damit neben UCLA, die am Sonntag den Titel bei den Damen gewann und Indiana, die im Januar die College Football Playoffs für sich entschieden, als einer der drei aktuellen nationalen Meister in ihren jeweiligen Sportarten ein.

Doch die Dominanz der Conference ist damit noch lange nicht beendet. Ja, Indiana hat den nationalen Titel im Football gewonnen – der Sportart, die die Gemüter erhitzt – aber es war bereits das dritte Big Ten Team in Folge, dem dieses gelang. Sie traten damit in die Fußstapfen von Ohio State und Michigan, was bedeutet, dass die Wolverines innerhalb von drei Jahren sowohl den Football- als auch den Basketballtitel der Männer gewonnen haben. Michigan ist die erste Universität, der dies seit Florida gelang, als sie 2006 und 2008 die Football Meisterschaft und 2006 und 2007 die Basketball Meisterschaft in Folge gewannen.

Wird die Big Ten 2026 weiter dominieren? Der Erfolg der Big Ten beschränkt sich natürlich nicht nur auf die drei großen Sportarten. Die Liga gewinnt momentan so gut wie alles. Wisconsins Frauen Eishockeyteam holte im März den nationalen Titel. Das Frozen Four der Männer, das Ende dieser Woche stattfindet, ähnelt dem Final Four insofern, als auch hier zwei Big Ten Teams teilnehmen. Der einzige Unterschied: Statt Michigan und Illinois sind es Michigan und Wisconsin. Obwohl die Wolverines als Nummer 1 der Setzliste noch lange nicht als sicherer Sieger gelten, sind sie aktuell die Favoriten. Und als weiterer bitterer Schlag für die SEC könnte die Liga, deren Football Dominanz dem großen Rivalen aus dem Norden, der Big Ten, weichen musste, nun auch noch die Meisterschaft in der anderen Sportart erringen, die sie so liebt. UCLA, die Heimat von Roch Cholowsky, dem voraussichtlichen Nummer 1 Pick im diesjährigen MLB Draft, ist bei den Buchmachern derzeit der Favorit auf den Gewinn der College World Series.

Das ist ein völlig neues Phänomen. Zwar hat die Big Ten, und insbesondere Wisconsin, in den letzten Jahren zahlreiche nationale Titel im Frauen Eishockey gewonnen, doch in den anderen Sportarten war die Liga bei Weitem nicht so erfolgreich. Als Michigan in der Saison 2023 die College Football Playoffs gewann, war es das erste Team der Big Ten Conference, das seit Ohio State im Jahr 2014 den nationalen Titel holte, und erst die dritte Big Ten Universität, der dies in der BCS/CFP-Ära gelang (die andere war ebenfalls Ohio State im Jahr 2002). Michigans Sieg im NCAA Basketball Turnier am Montagabend bescherte der Big Ten Conference den ersten Basketballtitel seit Michigan State im Jahr 2000. Der Titelgewinn der Frauenmannschaft von UCLA war der erste der Liga seit Purdue im Jahr 1999. Sollten Michigan oder Wisconsin diese Woche die Frozen Four gewinnen, wären sie die erste Big Ten Universität, die seit Michigan State im Jahr 2007 einen Eishockeytitel der Männer holt. Und Baseball? Nun, wenn UCLA die College World Series gewinnt, wäre es das erste Big Ten Team seit Ohio State im Jahr 1966, das in Omaha einen Jubelsturm auf dem Spielfeld auslöst.

Was hat sich also verändert? Die einfache Antwort lautet: Man muss dem Geld folgen. Es ist kein Zufall, dass die Big Ten Conference florierte, sobald Hochschulen ihren Athleten legal Gehälter zahlen durften. Finanziell stand die Liga schon immer an der Spitze des Sports. Sie besteht aus großen staatlichen Universitäten mit riesigen Alumni- und Spenderkreisen, die ihren Universitäten und Sportabteilungen stets großzügig etwas zurückgeben wollten. Doch anstatt dass ihnen nun ein Fitnessstudio oder ein Kühlraum gebaut wird, fließt dieses Geld direkt an die Athleten, was die Universitäten für die besten Nachwuchsspieler deutlich attraktiver macht.

Der beste High School Football ist nach wie vor im Süden der USA beheimatet, aber die Nachwuchsspieler sind viel eher bereit, ihre Heimat zu verlassen und in den Norden zu ziehen, wenn das Geld stimmt. Und das nicht nur für die großen Namen wie Ohio State oder Michigan. Auch in Bloomington, Indiana, und Champaign, Illinois, wird das Geld gut investiert. Es ist außerdem wichtig zu erwähnen, wo die Big Ten Conference expandiert hat. Der ehemalige Commissioner Jim Delany nahm Rutgers und Maryland auf, zu einer Zeit, als die Conferences um die Gunst der Kabelzuschauer für ihre neuen Sender buhlten. Obwohl es angesichts der baldigen Abkehr vom Kabelfernsehen als kurzsichtiger Schritt galt, gewann die Conference mit New York den größten Markt des Landes hinzu und erweiterte gleichzeitig die Region um Washington, D.C., Maryland und Virginia. Dann tauchte Delanys Nachfolger Kevin Warren auf und schockte die US-Sportwelt, indem er die Pac-12 mit der Übernahme von USC und UCLA schwächte. Tony Petitti folgte mit Oregon und Washington. Plötzlich war die Big Ten eine Conference voller großer Universitäten.

Die SEC dehnte ihr Gebiet von Küste zu Küste aus und umfasste die drei größten Märkte (New York, Chicago und Los Angeles) zu einer Zeit, in der Geld eine wichtigere Rolle denn je spielte. Das heißt aber nicht, dass die SEC nicht auch große, finanzstarke Universitäten aufgenommen hätte. Ganz im Gegenteil. Nur wenige Universitäten im Land verfügen über die Finanzkraft von Texas. Kulturell gesehen hat die SEC jedoch eine Conference Gleichgesinnter geschaffen, für die der Erfolg im Football über allem anderen steht. Nicht zu vergessen ist, dass die Big Ten vier Universitäten aus einer Konferenz aufnahm, die sich selbst "Konferenz der Champions" nannte, angesichts ihrer Dominanz in den olympischen Sportarten auf nationaler Ebene. Oregon gewann 2025 den nationalen Titel in der Hallenleichtathletik der Frauen, während das Männerteam von USC 2025 sowohl den Hallen- als auch den Freilufttitel holte. Den Titel im Frauenbasketball kann die Big Ten nun durch UCLA für sich beanspruchen, ebenso wie den potenziellen Baseballtitel in diesem Sommer. Football mag zwar weiterhin der wichtigste Geldgeber aller Sportabteilungen sein, aber es ist nicht die einzige Sportart, in die die Big Ten investiert.

Ist die aktuelle Dominanz der Big Ten nachhaltig? Natürlich dürften die finanziellen Mittel der Conference in absehbarer Zeit nicht versiegen, doch das bedeutet nicht, dass diese Dominanz anhalten wird. Ergebnisse wie die der Big Ten im Jahr 2026 werden künftig wohl eher die Ausnahme, als die Regel bleiben. Man müsste schon naiv sein, um zu glauben, dass die SEC im Football nicht irgendwann wieder an die Spitze zurückkehren wird. Der Conference liegt der Sport viel zu sehr am Herzen, als dass sie nicht alles daransetzen würde, Meisterschaften zu gewinnen. Der Unterschied ist nur, dass sie den Football nicht mehr so dominieren kann wie in den 25 Jahren vor der jüngsten Erfolgsserie der Big Ten.

Auch im Basketball wird die Big Ten mit mehr Konkurrenz zu kämpfen haben. UCLA mag zwar dieses Jahr den Titel bei den Frauen gewonnen haben, aber UConn und South Carolina sind nach wie vor Schwergewichte. Bei den Männern hat die SEC starke Basketball Teams, die Big 12 und die ACC investieren ebenfalls stark in diesen Sport, und auch UConn spielt noch eine wichtige Rolle. Immerhin verlor die Big Ten im NCAA-Turnier sechs Spiele gegen Teams von außerhalb der Big Ten, drei davon gegen UConn. Auch wenn die Big Ten nicht jedes Jahr in allen Bereichen dominiert, ist klar, dass die Liga noch lange Zeit eine ernstzunehmende Größe bleiben wird.

Schlüter - 08.04.2026

Jim Delany schuf die Voraussetzungen für den Aufstieg der Big Ten.

Jim Delany schuf die Voraussetzungen für den Aufstieg der Big Ten. (© Getty Images)

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