Einer der ganz Großen der letzten Jahre tritt ab: Cornerback Stephon Gilmore gehörte zu den prägnantesten Passverteidigern seiner Generation und hat jetzt sein Karriereende bekanntgegeben.
Der 35-jährige wurde in South Carolina geboren und entwickelte sich an der University of South Carolina bei den Gamecocks zum First‑Team‑All‑SEC‑Spieler. Gedrafted wurde er anschließend 2012 von den Buffalo Bills in der ersten Runde (mit Pick #10); nach Ende seines Rookievertrags blieb er in der AFC East und unterschrieb beim Rivalen, den Patriots, 2017 einen Fünf-Jahres-Vertrag über 65 Millionen Dollar. Mit ihnen gewann er Super Bowl LIII und wurde ein Jahr später als NFL Defensive Player of the Year ausgezeichnet. Dabei führte er die Liga bei abgewehrten Pässen (20) und Interceptions (6) an.
Die Patriots tradeten ihn Anfang Oktober 2021 lediglich für einen Sechstrundenpick zu den Carolina Panthers, was damals für einige Diskussionen in der Fanbase New Englands sorgte.
Im April 2022 unterzeichnete er einen Zwei-Jahres-Vertrag bei den Indianapolis Colts; das zweite Jahr dieses Vertrags verbrachte der fünfmalige Pro Bowler und zweifache First Team All-Pro Spieler nach einem Trade bei den Cowboys und wurde dort mit knapp zehn Millionen Dollar bezahlt.
Dort wurde man sich im Anschluss nicht über eine Verlängerung einig und Gilmore verlor nicht die Geduld. Der Lohn war ein neuer Ein-Jahres-Vertrag bei den Vikings über offiziell zehn und tatsächlich sieben Millionen Dollar, von denen sieben auch garantiert waren. Seine letzte Saison 2024 bei den Vikings war geprägt von solider Coverage‑Arbeit, aber ohne die spektakulären Turnover‑Zahlen früherer Jahre; seine Rolle war eher die eines erfahrenen Matchup‑Spezialisten als die eines dominanten Playmakers. Pro‑Football‑Reference dokumentiert diese Beständigkeit in Tackles und Passabwehr über die Jahre.
Im Vorjahr fand er kein neues Team und absolvierte keine weiteren Spiele; insgesamt stand er in 13 Jahren 180 Partien auf dem Platz und startete herausragende 173 davon. Dabei kam er auf 32 Interceptions, zwei Touchdowns, acht erzwungene und drei eroberte Fumbles, einen ganzen Sack und 617 Tackles bei 149 abgewehrten Pässen.
Gilmore hinterlässt das Bild eines Spielers, der Spitzenleistungen auf höchstem Niveau gezeigt hat: Super‑Bowl‑Titel, mehrere Pro‑Bowl‑Nominierungen und die Auszeichnung als Defensive Player of the Year sprechen dafür. Seine Karriere ist zugleich ein Lehrstück über die Bedeutung von Gesundheit, System‑Fit und Timing: In einem passorientierten, physisch anspruchsvollen NFL‑Umfeld bleibt Gilmore ein Beispiel dafür, wie Technik und Instinkt einen Cornerback über Jahre auf Spitzenniveau halten können. Für Analysten und Trainer bleibt seine Laufbahn ein Referenzfall, wie man einen Shutdown‑Corner identifiziert, einsetzt und langfristig bewertet.
Carsten Keller - 03.04.2026

Stephon Gilmore wenige Tage vor seinem einzigen Super Bowl Sieg (© Carsten Keller)
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