Die Paris Lights treiben den Aufbau ihres Kaders für die Premieren-Saison in der AFLE weiter voran und setzen dabei auf Erfahrung aus einem der erfolgreichsten Programme Europas. Mit Timur Beckmann verpflichtet das französische Franchise einen Coach, der mit Rhein Fire zwei Titel gewinnen konnte und nun erstmals die Rolle des Offensive Coordinators übernimmt. Zusätzlich verstärken sich die Lights mit Offensive Lineman Celestin Ngimbi, der zuletzt für die Madrid Bravos aktiv war.
Mit Beckmann holen die Lights nicht nur Fachwissen, sondern auch eine klare Siegermentalität nach Paris. Der deutsche Coach war in den vergangenen Jahren Teil des Coaching Staffs von Rhein Fire und arbeitete dort unter anderem mit namhaften Coaches wie Martin Schurer, Andrew Weidinger, Patrick Esume und Jim Tomsula zusammen. Nun folgt für ihn der nächste Karriereschritt – erstmals trägt er die Verantwortung für eine gesamte Offense.
Der Weg nach Paris kam dabei nicht zufällig zustande: "Ich habe die beiden GMs Marco und Franzi vor vielen Jahren kennengelernt. Sie haben einen Background in NFL Europe und sind im europäischen Football sehr vernetzt, waren auch schon bei den Paris Musketeers aktiv. So ist man immer in Kontakt geblieben und der ist in dieser Offseason intensiver geworden. Wir haben über verschiedene Projekte gesprochen und am Ende ist es zu meiner Rolle als Offensive Coordinator bei den Paris Lights gekommen."
Sportlich bringt Beckmann die Erfahrung aus einem hochprofessionellen Umfeld mit, in dem er sowohl im Recruiting als auch in der täglichen Arbeit auf dem Feld eingebunden war. "Ich hatte in den letzten Jahren eine sehr gute Zeit bei Rhein Fire, wo ich mit Martin Schurer, Coach Weidinger, Coach Schupp und Coach Warner zusammenarbeiten konnte. Die haben mir viel beigebracht. Mein Job war in der Offseason Recruiting und Player Personnel und in der Saison Football. Meine Arbeit hat mir jetzt die Möglichkeit gegeben, selbst eine Offense zu übernehmen, zu installieren und zu coachen."
Die Herausforderung in Paris ist dabei nicht zu unterschätzen. Mit den Paris Musketeers aus der konkurrierenden EFA existiert bereits ein etabliertes Team in der Stadt, das früh mit dem Aufbau seines Kaders begonnen hat. Dennoch zeigt sich Beckmann optimistisch, was die Möglichkeiten auf dem Pariser Markt angeht: "Paris ist eine große Stadt, da gibt es viel Talent. Im Großraum gibt es zehn bis zwölf Football-Teams und wir können auch darüber hinaus rekrutieren. Deshalb machen wir uns keine Sorgen, genug Spieler zu finden." Gleichzeitig betont er, dass es trotz der Konkurrenz klare Grenzen gibt: "Natürlich gibt es Spieler, die schon bei den Musketeers unterschrieben haben. Da fragt man nach, ob sie unter Vertrag stehen oder nur in Gesprächen sind. Wenn ein Vertrag besteht, gibt es ein Gentlemans Agreement, dass man nicht weiter versucht, den Spieler abzuwerben."
Auf dem Feld will Beckmann schnell eine klare offensive Identität etablieren. Dabei setzt er auf eine strukturierte Herangehensweise mit klaren Prinzipien: "Ich habe eine klare Vorstellung, aber sie entwickelt sich mit den Spielern. Es ist ein neues Team, deshalb starten wir mit den Fundamentals und bauen darauf auf. Wir wollen das Spiel dominieren und den Ball laufen. Das war auch bei Rhein Fire ein großer Erfolgsfaktor. So wollen wir Räume für unsere Receiver schaffen. Trickspielzüge gehören dazu, aber es muss eine gesunde Balance bleiben."
Auch in Bezug auf die sportlichen Ziele lässt Beckmann keinen Zweifel daran, dass die Lights ambitioniert in ihre erste Saison gehen: "Keiner von uns ist neu in der Liga, wir müssen nicht erst ankommen. Wir sind von Anfang an da. Es ist ein neues Konstrukt mit vielen neuen Teams, deshalb kann man noch nicht alles vorhersagen. Aber wir wollen gewinnen, das ist klar."
Neben der Verpflichtung des neuen Offensive Coordinators haben die Paris Lights auch auf Spielerseite nachgelegt. Mit Celestin Ngimbi stößt ein physisch starker Offensive Lineman zum Team, der zuletzt bei den Madrid Bravos unter Vertrag stand. Nach dem Rückzug des spanischen Teams vom Spielbetrieb nutzt Ngimbi nun die Chance, sich in Paris neu zu orientieren.
Der 23-Jährige begann seine Football-Karriere erst vor rund fünf Jahren bei den Osos Rivas in Spanien, entwickelte sich jedoch schnell weiter und schaffte den Sprung zu den Barcelona Dragons. Über eine Station bei den Paris Musketeers im Jahr 2023 führte ihn sein Weg schließlich zu den Madrid Bravos. Mit 1,86 Metern Körpergröße und rund 140 Kilogramm bringt Ngimbi ideale Voraussetzungen für die Position im Zentrum der Offensive Line mit und soll bei den Lights als Center eine tragende Rolle übernehmen.
Mit der Kombination aus erfahrenem Coaching und gezielten Verstärkungen im Kader arbeiten die Paris Lights weiter konsequent an ihrem ersten Auftritt in der AFLE. Die Verpflichtung von Beckmann und Ngimbi zeigt dabei klar, dass das Franchise nicht nur auf kurzfristige Lösungen setzt, sondern eine stabile Grundlage für sportlichen Erfolg schaffen will.
Foot Bowl - 19.03.2026

Timur Beckmann war von 2022 bis 2025 Teil von Rhein Fire (© Nick Jungnitsch)
Leser-Bewertung dieses Beitrags: