Rund ein halbes Jahr vor der Fußball WM in den USA, Mexiko und Kanada hat das Auswärtige Amt Sicherheitshinweise für die Länder Mexiko und die USA aktualisiert.
Mexiko, Sicherheitshinweise
Von Reisen in folgende Regionen wird dringend abgeraten:
• Bundesstaat Colima
• Bundesstaat Guerrero, mit Ausnahme von Ixtapa-Zihuatanejo bei Anreise per Flugzeug und der Stadt Taxco, sofern An- und Abreise bei Tag erfolgt
• Bundesstaat Michoacán, mit Ausnahme der Landeshauptstadt Morelia bei direkter Anreise per Flugzeug
• Bundesstaat Sinaloa, mit Ausnahme von Los Mochis/Bahnstrecke des "El Chepe", bei direkter An- und Abreise per Flugzeug
• Bundesstaat Tamaulipas, nördlich von Ciudad Victoria
• Bundesstaat Zacatecas
• Grenzregion zu den USA für über das erforderliche Minimum für Ein- und Ausreise hinausgehende
Aufenthalte
Von Reisen in folgende Regionen und Gebiete wird abgeraten:
• Bundesstaat Jalisco, mit Ausnahme der Metropolregion Guadalajara bei Anreise per Flugzeug und Puerto Vallarta bei Anreise per Flugzeug oder Schiff
• Bundesstaat Guanajuato: Aufgrund vermehrter Sicherheitsvorfälle und drogenbedingter Gewalt wird von Reisen südwestlich der Bundesstraße 45D, einschließlich Celaya, Salamanca und Irapuato, abgeraten.
• Bundesstaat Chiapas: Von Reisen in das Grenzgebiet zu Guatemala wird abgeraten, mit Ausnahme der Bundesstraße 307 von Palenque nach Bonampak, Rio Lacanjá und Frontera Corozal/Yaxchilán
Lassen Sie bei Reisen nach Mexiko aufgrund der teils unübersichtlichen und sich rasch ändernden Sicherheitslage besondere Vorsicht walten und achten Sie auf Ihre persönliche Krisenvorsorge!
Terrorismus
• Beachten Sie den weltweiten Sicherheitshinweis.
Innenpolitische Lage
Mexiko ist ein föderaler Staat mit demokratischer Verfassung, in dem die 32 einzelnen Bundesstaaten eine starke Stellung haben und sich teils durch deutlich unterschiedliche Regelungen auszeichnen.
Die Grundrechte, insbesondere Meinungs- und Medienfreiheit, Versammlungsfreiheit und Religions- und Weltanschauungsfreiheit, sind verfassungsrechtlich garantiert und auch gewährleistet, bei allerdings vielfach schwachem Rechtsstaat. Risiken für bestimmte Personengruppen wie Journalisten und Menschenrechtsverteidiger können v. a. durch die Organisierte Kriminalität bestehen, siehe Kriminalität.
Am 22. Februar 2026 kam es zu Einsätzen der mexikanischen Sicherheitskräfte im Bundesstaat Jalisco, bei denen auch ein Kartellführer getötet wurde. In der Folge kam es in verschiedenen Landesteilen zu Unruhen, Straßensperren und Brandstiftungen. Die Lage hat sich inzwischen beruhigt, bleibt jedoch dynamisch. Weitere gewalttätige Vergeltungsmaßnahmen können allerdings nicht ausgeschlossen werden.
Es wird dringend empfohlen, die folgenden Punkte in ganz Mexiko zu beachten:
• Verfolgen Sie die Entwicklung der Lage in den Medien und befolgen Sie öffentliche Bekanntmachungen, insbesondere vor erforderlichen Überlandfahrten.
• Meiden Sie Menschenansammlungen und Örtlichkeiten, an denen Polizeieinsätze stattfinden.
• Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.
• Versuchen Sie bei Straßensperren nicht, sich zu widersetzen oder zu flüchten.
Kriminalität
Die größte Gefahr für die innere Sicherheit des Landes geht von der Organisierten Kriminalität aus. Auch wenn Reisende nicht direktes Ziel krimineller Aktivitäten sind, besteht jederzeit die Gefahr, zum Opfer solcher Aktivitäten zu werden. Vor allem in von der Organisierten Kriminalität kontrollierten Gebieten (siehe Abschnitt Sicherheit) werden bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden Gegner oftmals getötet, auf Unbeteiligte wird keine Rücksicht genommen. Bei Schusswechseln zwischen den kriminellen Gruppierungen beziehungsweise mit Sicherheitskräften können unbeteiligte Touristen ins Kreuzfeuer geraten, auch mit Todesfolge. Öffentliche und vielbesuchte Orte bieten nicht immer Sicherheit.
Gewaltverbrechen (wie z.B. Express-Entführungen) und Eigentumsdelikte (wie z.B. Diebstähle und Raubüberfälle) sind an der Tagesordnung. Polizeikräfte oder uniformiertes Sicherheitspersonal beziehungsweise Kriminelle, die sich als solche ausgeben, können an Straftaten beteiligt sein.
Die Gewalt gegen Frauen, darunter Morde, sexuelle Übergriffe und Entführungsversuche, ist auch in den Touristenregionen hoch. Die meisten Straftaten werden nicht aufgeklärt. Schusswaffen sind weit verbreitet; ihr Einsatz erfolgt oft hemmungslos. Dies gilt auch bei Überfällen im stehenden Verkehr und in öffentlichen Bussen. Hier werden oftmals selbst verbale Entgegnungen brutal beantwortet.
Die Gefahr eines Überfalls ist bei Überlandfahrten nachts und abseits der mautpflichtigen Autobahnen sowie an unbelebten Raststätten und Tankstellen besonders hoch. Unter Vorwänden z.B. eines Defekts oder mit der Bitte um Pannenhilfe werden Reisende zum Halten bewegt und dann ausgeraubt.
Erwerb und Konsum von Drogen werden von den Sicherheitsbehörden strafrechtlich verfolgt. Wiederholt kam es zu schwersten gesundheitlichen Schädigungen und Todesfällen durch den Konsum u.a. verunreinigter Betäubungsmittel. Die Zulassung geringer Mengen von Marihuana unterliegt einschränkenden Bedingungen, ihr Erwerb und Konsum ist ausländischen Reisenden de facto weiterhin verboten. Reisen und Besuche in Gruppen bieten meist mehr Sicherheit als Besuche ohne jede Begleitung, ebenso geschützte Hotelanlagen gegenüber dem Ausgehen in Stadtzentren nach Einbruch der Dunkelheit. Organisierte und geführte Touren berücksichtigen in der Regel bestehende Sicherheitsrisiken.
Bei Wanderungen in Naturschutzgebieten, z.B. bei Vulkanbesteigungen, besteht die Gefahr von Raubüberfällen.
Für Wohnmobile beziehungsweise Campingwagen gibt es nicht ausreichend bewachte Campingplätze.
Geldautomaten können manipuliert sein, um Daten zu kopieren, auch Kreditkartenmissbrauch ist weiterhin ein Problem.
• Führen Sie unabdingbare Reisen in die Regionen und Städte, für die von Reisen (dringend) abgeraten wird, nur mit einem tragfähigen Sicherheitskonzept durch.
• Wenn Sie in eine Notlage geraten, wählen Sie 911. Bitte notieren Sie sich auch die Telefonnummer des Bereitschaftsdienstes der Botschaft in Mexiko-Stadt.
• Nutzen Sie wo immer möglich mautpflichtige Autobahnen (Cuota).
• Beschränken Sie Zwischenstopps auf das notwendige Minimum und halten Sie nur an belebten Rastplätzen und Tankstellen.
• Planen Sie Ihre Reisen in Mexiko so, dass Sie vor Einbruch der Dunkelheit Ihr Reiseziel erreichen.
• Falls Sie mit dem Pkw oder Wohnmobil reisen und bemerken, dass Sie verfolgt oder beobachtet werden, fahren Sie zur nächstgelegenen Polizeistation oder zu einem anderen sicheren Ort.
• Leisten Sie bei Überfällen und versuchtem Autoraub keinesfalls Gegenwehr, auch nicht verbal. Informieren Sie sich vor Antritt einer Fahrt über die tagesaktuelle Situation auf der geplanten Route.
• Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen, in der U-Bahn, im Bus besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
• Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein und andere wichtige Dokumente sicher auf; speichern Sie ggf. elektronische Kopien/Fotos. Dies erleichtert im Falle von Diebstahl oder Verlust die Ausstellung eines Ersatzdokuments.
• Geben Sie bargeldlosen Zahlungen den Vorzug und nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen oder auffälligen Schmuck mit.
• Vermeiden Sie Aufenthalte in verlassenen Gegenden und Stadtvierteln, aber auch an einsamen Stränden.
• Frauen sollten insbesondere nachts und in einsamen Gebieten nicht allein unterwegs sein. Melden Sie (auch versuchte) sexuelle Übergriffe umgehend bei der nächstgelegenen Dienststelle des "Ministerio Público" (Staatsanwaltschaft).
• Gelegentlich kommt es zum gezielten Einsatz von K.-o.-Tropfen und anderer Betäubungsmittel vor einer Vergewaltigung oder einem Raub. Nehmen Sie daher keine Getränke und Speisen von Unbekannten an. Lassen Sie Ihre Getränke und Speisen in Restaurants nicht unbeaufsichtigt.
• Fahren Sie nur mit geschlossenen Fenstern und verriegelten Türen, stellen Sie Fahrzeuge nur auf bewachten Parkplätzen ab und lassen Sie keine Wertsachen zurück. Regelmäßig werden Einbrüche in Mietwagen angezeigt. Wenn Sie Gepäck im Mietwagen haben, lassen Sie ihn nicht unbeaufsichtigt. Ausweise/Dokumente sollten auch beim kurzzeitigen Verlassen des Pkw mitgenommen werden.
• Übernachten Sie nicht bei Fremden oder in unbekannten Gegenden abseits touristischer Gebiete.
• Seien Sie an Geldautomaten vorsichtig, nutzen Sie Automaten vorzugsweise tagsüber und innerhalb gesicherter Gebäude (Malls) und achten Sie auf mögliche Manipulationen. Lassen Sie Ihre Kreditkarte beim Bezahlen nicht aus den Augen.
• Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Telefonanrufen, Gewinnmitteilungen, Kontaktaufnahmen und Hilfsersuchen angeblicher Bekannter skeptisch, insbesondere bei angeblichen Entführungen von Angehörigen. Bewahren Sie Ruhe, teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich der Glaubwürdigkeit oder wenden Sie sich an die Polizei (sogenannte "virtuelle Entführung").
• Wenn Sie am Telefon bedroht werden, legen Sie sofort auf.
• Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen vermeintlich verlockende Investitionsmöglichkeiten in Mexiko angetragen werden, und halten Sie im Zweifelsfall Rücksprache mit einem Anwalt und mexikanischen Behörden, z.B. der mexikanischen Verbraucherschutzbehörde (Procuraduría Federal del Consumidor, "profeco").
• der Deutschen Botschaft Mexiko-Stadt liegen Berichte vor, wonach uniformierte Sicherheitskräfte, auch Polizisten, hohe Bußgelder verlangen oder mit Festnahme drohen. Bleiben Sie bei unklarer Rechtslage kritisch und nehmen Sie im Zweifel Kontakt zum mexikanischen Notruf 911 (auch Englisch) beziehungsweise dem Bereitschaftsdienst der Botschaft auf. Leisten Sie keine Zahlungen, wenn Sie die angebliche Tat nicht begangen haben, das geforderte Bußgeld unangemessen hoch erscheint oder wenn Ihnen keine Quittung/kein Protokoll ausgestellt werden kann. Notieren Sie sich die Personalien, Dienstnummern beziehungsweise Kfz.-Kennzeichen der kontrollierenden Sicherheitskräfte.
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Sicherheitshinweise USA
Terrorismus
In den vergangenen Jahren wurden wiederholt terroristische Anschläge in den USA verübt. Die US-Regierung weist auf die Möglichkeit weiterer Anschläge hin und ruft zu besonderer Vorsicht auf. Auch angesichts der Lage in Gaza und dem Nahen Osten warnen US-Behörden aktuell vor einer erhöhten
Anschlagsgefahr in den USA.
• Seien Sie insbesondere an belebten Orten und bei besonderen Anlässen aufmerksam.
• Beachten Sie den weltweiten Sicherheitshinweis.
Innenpolitische Lage
In den letzten Jahren ist ein stetiger Rückgang vor allem der schweren Gewaltkriminalität in amerikanischen Großstädten zu verzeichnen, wobei die Belastung durch Gewaltkriminalität insgesamt immer noch größer ist als in deutschen Großstädten. Zudem besteht weiterhin eine erhöhte Gefahr politisch motivierter Gewalt.
Demonstrationen/Auseinandersetzungen mit den Migrations- und Sicherheitsbehörden
In verschiedenen Städten kommt es immer wieder zu Demonstrationen mit teils auch gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den Migrations- und Sicherheitsbehörden.
• Informieren Sie sich über die lokalen Medien.
• Seien Sie wachsam und halten Sie sich von Menschenansammlungen, in deren Umfeld es möglicherweise zu Gewalt kommen könnte, fern.
• Beachten Sie die bestehende Ausweispflicht in mehreren Bundesstaaten, siehe Einreise und Zoll – Reisedokumente: Anmerkungen.
• Verhalten Sie sich ruhig und folgen Sie den Anweisungen der Behörden und lokalen Sicherheitskräfte.
Kriminalität
Taschendiebstähle, Überfälle und Autoeinbrüche kommen in vielen Ballungszentren der USA vor. Die Gefahr ist aber je nach Ortschaft und innerhalb einer Großstadt je nach Viertel stark unterschiedlich. In ärmeren Vierteln steigen Risiken für Reisende insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit, wie auch teilweise in Touristenorten und öffentlichen Verkehrsmitteln. In den USA ist es leicht, in den Besitz von Waffen zu gelangen, sodass es häufiger zum Schusswaffengebrauch und vereinzelt auch zu Amokläufen kommt.
• Erkundigen Sie sich an Ihrem jeweiligen Aufenthaltsort über die lokalen Gegebenheiten und welche Gegenden gemieden werden sollten.
• Leisten Sie im Falle eines bewaffneten Überfalls keinen Widerstand.
• Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein und andere wichtige Dokumente sicher auf (z.B. im Safe).
• Fertigen Sie von allen wichtigen Dokumenten (z.B. Reisepass, Flugtickets) Kopien an und bewahren Sie diese getrennt von den Originaldokumenten auf beziehungsweise speichern Sie sie elektronisch. Dies erleichtert im Falle von Diebstahl oder Verlust die Ausstellung eines Ersatzdokuments.
• Lassen Sie nichts in geparkten Fahrzeugen zurück, auch nicht auf anscheinend sicheren, bewachten Parkplätzen.
• Geben Sie bargeldlosen Zahlungen den Vorzug. Nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen mit.
• Achten Sie auf Ihre Wertsachen, verschließen Sie Ihre Taschen.
Schlüter - 18.03.2026
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