Darius Slay hängt die Footballschuhe an den sprichwörtlichen Nagel. Ein Move, der nach einer missglückten Episode im Dezember nicht mehr ganz überraschend kommt, als er nicht bei den Buffalo Bills antreten wollte. Insgesamt lief er damit für die Detroit Lions, Philadelphia Eagles und Pittsburgh Steelers auf.
Mit einer Nachricht bei Instagram und bei X (@bigplay24slay) verabschiedete sich der 35-jährige aus der NFL-Welt: "Lieber Football, ich möchte Dir für alles danken, was Du für mich getan hast. Ich hatte das Glück, das Spiel, das ich seit meinem 5. Lebensjahr geliebt habe, für 13 Jahre auf höchstem Niveau zu spielen. Footbball war mein Frieden, meine Freude, mein Ein und Alles.
Dieses Spiel hat mich in die Lage versetzt, mich um meine Familie und meine Liebsten zu kümmern, und ich werde Dir dafür immer dankbar sein. Es ist schwer, Abschied zu nehmen, aber Gott hat ein neues Kapitel für mich und ich bin bereit, die Seite umzublättern und meine neue Reise zu beginnen. An all meine BigPlay-Fans: Ich werde die Liebe und Unterstützung, die ihr mir gegeben habt, immer sehr schätzen. Ohne Euch hätte ich es nicht geschafft. Nur ein Junge aus Brunswick, Georgia mit Grossen Träumen...✊🏽BigPlay auf und neben dem Spielfeld! Wir sind raus."
Slay wurde nach seiner Zeit am College bei den Mississippi State Bulldogs im Jahr 2013 in der zweiten Runde von den Detroit Lions gedrafted. Bereits dort entwickelte er sich schnell zu einem starken Cornerback und von 2017 bis 2019 wurde er jeweils für den Pro Bowl nominiert. 2017 holte er die meisten Interceptions der Liga. In sieben Jahren in Detroit verpasste er gerade einmal neun Spiele.
Trotzdem erfolgte 2020 später der Trade für einen Dritt- und Fünftrundenpick. Bereits 2019 wollte Philadelphia den Ausnahmecorner verpflichten, aber der damalige von den Lions aufgerufene Preis eines Zweitrundenpicks war den Eagles zu hoch.
Bei den Eagles erhielt er dann zunächst eine Vertragsverlängerung um drei Jahre, was ihn zeitweise auch zum bestbezahlten Cornerback der Liga machte. 2023 erfolgte eine weitere Verlängerung um zwei Jahre, die mit 42 Millionen dotiert gewesen wäre, aber sich nach einem Jahr durch eine Entlassung im März 2025 in Luft auflöste.
"Big Play" Slay hatte allerdings schon angekündigt, dass er durchaus noch ein Jahr spielen möchte. Ein Team zu finden, war auch kein allzu großes Problem. Und selbst die Kompensation war bei den Steelers mit zehn Millionen Dollar für eine Saison überraschend gut, wobei er aber auch hier nur wieder einen Teil tatsächlich auch erhielt.
In Pittsburgh merkte man ihm sein Alter dann mittlerweile schon an; in zehn Partien, davon neun Starts, kam er auf ein erobertes Fumble und 36 Tackles ohne weitere nennenswerte Statistiken.
Anfang Dezember 2025 einigte man sich auf eine Vertragsauflösung. Allerdings wurde es nicht das erklärte Lieblingsziel – eine Rückkehr nach Philadelphia. Stattdessen holten ihn die Buffalo Bills per Waiver Claim. Nach NFL-Regularien landet ein Spieler zu diesem Zeitpunkt der Saison auf der Waiver Liste, wenn ihn sein eigentliches Team entlässt. Alle anderen Teams können dann eine Meldung abgeben, dass sie ihn zu diesen Vertragskonditionen übernehmen würden. Für Slay gab es denn auch (mindestens) zwei Meldungen: Die Eagles und Bills äußerten ihr Interesse, aber Buffalo stand in der Prioritätenreihenfolge weiter oben.
Aber der 34-jährige hatte nach seiner Entlassung in Pittsburgh keine Lust auf einen weiteren Umzug – und schon gar nicht im Winter ins bitterkalte Buffalo. Die Bills behalten zwar seine Rechte, die gerüchteweise angestrebte Rückkehr nach Philadelphia kam nicht zustande.
Wohl nicht das, was sich das Ehepaar Slay gewünscht hatte, wie der Cornerback unumwunden zugab: "Ich bin gerade erst aus Pittsburgh raus. Ich habe keine Lust, schon wieder alles zu packen und umzuziehen. Ich denke mir: Ich mache das jetzt 13 Jahre mit. Das reicht mir. Wenn sie mich mit 28 oder 29 angerufen hätten, hätte ich gesagt: Na klar. Das ist eine top Organisation. Da läuft einiges sehr gut. Sie kommen in die Playoffs und haben einen Franchise Quarterback.
Ich habe mit ihnen geredet, es war ein gegenseitiger Austausch, aber ich habe auch gesagt: Mann, ich bin 34. [...] Dann kommt noch dazu – bitte nicht falsch verstehen – dass es in Bufallo saukalt ist. Ich bin aus dem Süden, Baby. Wir wissen nicht, wie Schnee aussieht. Wenn das mit 28 oder 29 gewesen wäre, hätte ich kein Problem damit gehabt. Ich wäre bereit gewesen."
Jetzt ist er nicht mehr bereit und tritt als Super Bowl Sieger, einmaliger First Team All-Pro (2017) und sechsfacher Pro Bowler nach 187 Partien ab. Er hat alles erreicht.
Carsten Keller - 16.03.2026

Mit den Eagles gewann Darius "BigPlay" Slay den Super Bowl (© Carsten Keller)
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