Die Raiders Tirol haben in den vergangenen Wochen weiter intensiv an ihrem Kader für die EFA-Saison 2026 gearbeitet. Stand jetzt stehen 17 Spieler offiziell im Aufgebot der Tiroler, dazu ist auch der Coaching Staff bereits in weiten Teilen besetzt. Damit nimmt das neue Team von Head Coach Shuan Fatah immer klarere Formen an. Ein Rückschlag musste schon vor dem Start der Saison verkraftet werden. Der ursprünglich als Quarterback eingeplante Tyler Knoop fällt verletzungsbedingt für die gesamte Spielzeit aus. Die Raiders reagierten jedoch schnell und sicherten sich mit Steven Krajewski umgehend einen neuen Spielmacher.
Krajewski soll nun die Offensive der Tiroler führen. Der US-Amerikaner bringt College-Erfahrung von den Wagner College Seahawks, den Georgia State Panthers und den UConn Huskies mit nach Innsbruck. Bei UConn war er zudem Teamkollege des früheren Raiders-Spielers Valentin Senn. Für die Raiders ist er damit nicht nur eine kurzfristige Nachverpflichtung, sondern direkt eine Schlüsselfigur für das neue EFA-Projekt. Offensive Coordinator Max Kössler lobte vor allem seinen Football IQ, seine Athletik und seinen starken Wurfarm. Mit Krajewski haben die Raiders also trotz der Verletzung von Knoop einen Quarterback gefunden, der sofort Verantwortung übernehmen soll. Offensive Coordinator Max Kössler zeigt sich begeistert: "Mit Steven bekommen wir einen Quarterback, der unserem Team sofort Qualität und Erfahrung bringt. Natürlich tut uns die Verletzung von Tyler Knoop sehr leid, aber Steven ist ein Top-Quarterback mit viel College-Erfahrung und ein absoluter Profi auf und neben dem Feld. Er bringt einen außergewöhnlich hohen Football IQ mit, ist athletisch, sehr durable und verfügt über einen enorm starken und akkuraten Wurfarm. Genau diese Kombination macht ihn zu einem echten Playmaker auf der Quarterback-Position. Wir sind sehr froh ihn bei den Raiders Tirol begrüßen zu dürfen und freuen uns auf eine spannende Saison mit Steven als Leader unserer Offensive."
Im Backfield stehen aktuell mit Lukas Haslwanter, Tobias Bonatti und Tim Tonko drei Running Backs im Aufgebot. Haslwanter und Bonatti bringen als österreichische Spieler Tiefe und Stabilität in die Position, Tonko gehört ebenfalls zu den heimischen Akteuren, die sich im neuen Tiroler Kader beweisen wollen. Große Namen mögen hier auf den ersten Blick fehlen, aber gerade im Zusammenspiel mit der Offensive Line und einem neuen Quarterback kann diese Gruppe wichtig werden. Mit Adrian Platzgummer gibt es zudem einen Spieler, der in den vergangenen Jahren gezeigt hat, dass er im Notfall auch in anderen Rollen aushelfen kann.
Bei den Wide Receivern haben die Raiders bereits eine spannende Mischung zusammengestellt. Der prominenteste Name ist ohne Frage Aaron Jackson. Der US-Amerikaner gehörte in den vergangenen Jahren zu den auffälligsten Receivern im europäischen Football. Besonders bei Berlin Thunder lieferte er starke Zahlen ab und kam dort in 23 Spielen auf 2.115 Receiving Yards und 26 Touchdowns. Auch in der vergangenen Saison bei den Berlin Rebels in der GFL zeigte Jackson mit 861 Yards und neun Touchdowns, dass er weiterhin ein Top-Receiver ist. Für die Raiders ist er deshalb ein echter Difference Maker und einer der vier besonders wichtigen US-Spieler im aktuellen Kader. Max Kössler zur Neuverpflichtung: "Mit Aaron haben wir einen Import-Wide-Receiver geholt, der weit mehr als Athletik und Erfahrung mitbringt. Schon im Recruiting war klar, dass er ein Spieler mit starkem Charakter, hoher Teamorientierung und natürlicher Führungsqualität ist – ein Leader, der vorangeht und Verantwortung übernimmt. Sein Football-IQ und seine Vielseitigkeit machen ihn zu einem echten Difference Maker für die Raiders Tirol."
Direkt daneben steht mit Marco Schneider einer der wichtigsten heimischen Passempfänger. Der Tiroler ist weit über Österreich hinaus für seine Schnelligkeit und seine sicheren Hände bekannt. In der vergangenen Saison kam er auf 327 Receiving Yards und zwei Touchdowns. Schneider gehört seit Jahren zu den prägenden Gesichtern des Teams, wurde 2022 zum Rookie of the Year gewählt, gewann bereits mehrfach Titel in Österreich und Europa und holte mit dem Nationalteam gleich zweimal den Europameistertitel. Head Coach Shuan Fatah bezeichnete seine Rückkehr nicht ohne Grund als eine der besten Nachrichten der Offseason.
Ebenfalls im Receiver-Room stehen #5 Felix Reiter und Adrian Platzgummer. Platzgummer ist ohnehin eine der ganz großen Figuren in der Geschichte der Raiders Tirol. 2026 geht er in sein 25. Jahr bei den Raiders – eine außergewöhnliche und prestigeträchtige Karriere. Der gebürtige Tiroler startete bereits 2001 im Nachwuchs des Vereins und debütierte 2011 in der Kampfmannschaft. Auf Erwachsenenlevel gewann er sechsmal die Austrian Bowl, dreimal die CEFL und wurde zweimal Europameister mit Österreich. Vergangenes Jahr war Platzgummer nicht nur als Receiver, sondern sogar als Quarterback gefragt und führte das Team zu Siegen. Als Kapitän, Führungsspieler und Vorzeigeathlet bleibt er einer der wichtigsten Männer im gesamten Programm.
Auf Tight End kommt mit John Levi Kruse ein weiterer spannender Neuzugang nach Innsbruck. Der gebürtige Hamburger war zuletzt bei den Hamburg Sea Devils aktiv, wurde 2022 sogar von den BC Lions in die CFL gedraftet, entschied sich aber gegen den Wechsel nach Nordamerika. Kruse bringt Vielseitigkeit mit, da er nicht nur auf Tight End, sondern auch als Fullback eingesetzt werden kann. In der vergangenen ELF-Saison sammelte er 94 Receiving Yards und einen Touchdown. Zudem gehört er zum deutschen Nationalteam. Für die Raiders ist Kruse damit ein Spieler, der nicht nur im Passspiel helfen, sondern auch im Blocking und in physischen Packages eine zentrale Rolle einnehmen kann. Max Kössler zu Kruse: "Mit John Levi Kruse bekommen wir einen Ausnahmeathleten auf der Tight-End-Position. Er ist vielseitig talentiert, ein absoluter Teamplayer und ein Leader, der in allen Phasen des Spiels großen Impact haben wird. Ich bin sehr froh, einen Spieler und eine Persönlichkeit von seinem Kaliber mit an Bord zu haben."
Entscheidend für die Entwicklung der Offense wird auch die Offensive Line sein. Dort ist mit Tobias Rodlauer bereits ein zentraler Baustein bestätigt worden. Der Klagenfurter begann seine Karriere bei den Carinthian Lions, wagte später den Sprung an das New Mexico Military Institute in den USA und spielte danach in der ELF für Berlin Thunder. 2022 wurde er ins ELF All-Star Second Team gewählt und erhielt eine Einladung zum NFL International Combine. Seit 2019 gehört Rodlauer auch zur österreichischen Nationalmannschaft. Für die Raiders ist er in der Offensive Line ein enorm wichtiger Faktor, weil er Größe, Kraft und Erfahrung mitbringt. Gerrit Meister, Offensive Line Coach der Tiroler freut sich über die Verlängerung: "Tobias ist ein Offensive Lineman wie er im Buche steht. Er bringt alles mit, was es braucht, um sich auf dem Feld durchzusetzen. Größe, Gewicht, Kraft, Geschwindigkeit und Aggressivität, gepaart mit einem unfassbar gutem Spielverständnis. Er ist variabel einsetzbar, was ihn noch wichtiger für unsere Unit macht. Er ist ein sehr disziplinierter Spieler, der hart und gewissenhaft auf und neben dem Feld arbeitet. Er macht jeden um sich herum besser und verlangt von all seinen Mitspielern genauso viel Aufopferung, wie er sie der Position entgegenbringt. Ich freue mich sehr, dieses Jahr mit ihm zusammenarbeiten zu können und bin überzeugt davon, dass einige Defensive Linemen nicht gut schlafen werden, wenn sie wissen, dass sie gegen ihn spielen müssen!"
Neben Rodlauer stehen mit Sauli Puustinen und Lorenzo Altobelli zwei weitere Offensive Linemen im Kader. Puustinen bringt finnische Qualität in die Linie, Altobelli repräsentiert die internationale Ausrichtung des Teams zusätzlich mit italienischem Hintergrund. Gerade in einer Saison, in der ein neuer Quarterback schnell eingebunden werden muss, dürfte die Qualität der Offensive Line eine der wichtigsten Grundlagen für den sportlichen Erfolg der Raiders sein.
Auch defensiv haben die Tiroler bereits einige markante Namen verpflichtet beziehungsweise gehalten. Besonders wichtig ist auf Linebacker Tim Unger. Der deutsche Nationalspieler gehört seit Jahren zu den defensiven Stützen seiner Teams und bringt enorme Erfahrung mit nach Innsbruck. Seine Karriere begann bei den Osnabrück Tigers, später ging es über die New Yorker Lions nach Tirol. In seiner Laufbahn gewann Unger unter anderem zweimal den German Bowl, dreimal den Eurobowl und einmal den Austrian Bowl. Für Shuan Fatah ist Unger ein kompromissloser Leader, dessen Disziplin und Spielverständnis für die Raiders-Defense extrem wichtig sein sollen.
In der Secondary haben die Raiders gleich mehrere interessante Optionen. Da ist zunächst Dijion "Jonny" Walls, der auch 2026 wieder für Tirol auflaufen wird. Der US-amerikanische Defensive Back kam in der vergangenen Saison direkt von der Morningside University nach Innsbruck und überzeugte sofort. In elf ELF-Spielen sammelte Walls 34 Tackles, drei Tackles for Loss, sechs Third-Down-Stops, zwei Forced Fumbles und drei Interceptions. Dazu war er als Returner in den Special Teams ein echter Faktor mit 976 Return Yards und einem Kickoff-Return-Touchdown. Seine Leistungen brachten ihm einen Platz im ELF All-Star Second Team 2025 ein. Walls gehört damit ganz klar zu den Schlüsselspielern der Raiders-Defense und zu den wichtigsten US-Spielern im gesamten Roster.
Neu dazu kommt mit Kobe Hylton ein weiterer US-amerikanischer Defensive Back. Hylton spielte unter anderem an der Long Island University, am Northeastern Oklahoma A&M College, an der University of Texas at El Paso und an der Oklahoma State University. In seinen letzten drei College-Spielzeiten kam er auf 185 Tackles, neun verteidigte Pässe, 0,5 Sacks, vier Forced Fumbles und eine Interception. Shuan Fatah sieht in ihm den Top-Kandidaten für die Safety-Position und traut ihm zu, schon bald einer der besten Verteidiger Europas zu werden. Hylton ist damit ebenfalls einer der vier besonders wichtigen Amerikaner im Tiroler Kader.
Als weiterer Defensive Back ist Jan Mayerhofer bestätigt. Er steht als österreichischer Spieler für die heimische Basis in der Secondary. Zu ihm liegen in den vorliegenden Informationen zwar weniger Details vor, aber allein seine Aufnahme in den bisher veröffentlichten Kader zeigt, dass die Raiders auch auf lokale Qualität in der Passverteidigung setzen.
In der Defensive Line wurde mit Stanley Aronokhale ebenfalls ein Spieler bestätigt. Auch hier sind die Detailinformationen begrenzt, doch die Besetzung der Front wird für Tirol ein zentrales Thema sein, gerade wenn Fatah die Defense wie angekündigt aggressiv und physisch ausrichten möchte. Aronokhale bringt als Defensive Lineman schon allein von der Position her eine wichtige Rolle mit. Ob er eher innen oder außen eingeplant ist, wird sich im Zusammenspiel mit dem restlichen Kader und den Imports zeigen.
Damit haben die Raiders Tirol aktuell einen Kader, der sich bereits gut erkennen lässt: Auf Quarterback setzt man nun auf Steven Krajewski, im Receiving Corps sorgen Aaron Jackson, Marco Schneider, Felix Reiter und Adrian Platzgummer für Qualität, John Levi Kruse erweitert die Möglichkeiten auf Tight End, und mit Tobias Rodlauer, Sauli Puustinen und Lorenzo Altobelli steht ein wichtiger Teil der Offensive Line bereits fest. In der Defense sollen vor allem Tim Unger, Dijion Walls und Kobe Hylton vorangehen, ergänzt durch Jan Mayerhofer und Stanley Aronokhale. Dazu kommen mit Lukas Haslwanter, Tobias Bonatti und Tim Tonko noch drei Running Backs, die dem Backfield Tiefe geben.
Der aktuelle Kader der Raiders Tirol für die EFA-Saison 2026 umfasst damit bislang folgende 17 Spieler:
- #1 Aaron Jackson (WR)
- #3 Jan Mayerhofer (DB)
- #4 Marco Schneider (WR)
- #5 Felix Reiter (WR)
- #6 Adrian Platzgummer (WR)
- #8 Steven Krajewski (QB)
- #9 Kobe Hylton (DB)
- #20 Dijion Walls (CB)
- #24 Lukas Haslwanter (RB)
- #25 Tobias Bonatti (RB)
- #26 Tim Tonko (RB)
- #33 Tim Unger (LB)
- #50 Sauli Puustinen (OL)
- #70 Tobias Rodlauer (OL)
- #79 Lorenzo Altobelli (OL)
- #84 John Levi Kruse (TE)
- #91 Stanley Aronokhale (DL)
Auch der Coaching Staff ist bereits klar besetzt. Shuan Fatah geht als Head Coach in die Saison, Max Kössler ist Offensive Coordinator, Elias Gniffke betreut die Running Backs, Gerrit Meister ist Offensive Line Coach, Ben Barton fungiert als Defensive Backs Coach und Special Teams Coordinator und Austyn Cohrs arbeitet als Defensive Line Coach. Damit stehen die Grundpfeiler für die Raiders Tirol 2026 – und es ist bereits jetzt erkennbar, dass die Tiroler in der EFA mit einem spannenden, international geprägten und zugleich stark verwurzelten Kader an den Start gehen wollen.
Foot Bowl - 16.03.2026

Platzgummer und sein Wide Receiver Core beim Jubeln (© Foto: Foot Bowl/Christopher Mettken)
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