Der europäische Club-Football befindet sich derzeit in einem offenen Konflikt, der zunehmend auch über die Medien ausgetragen wird. Während Zeljko Karajica, CEO der European League of Football, zuletzt gegenüber der Süddeutschen Zeitung, ran und auch gegenüber Foot Bowl seine Sicht der Dinge darlegte, meldeten sich auch Vertreter der neu entstandenen Strukturen zu Wort. So sprach etwa Moritz Haisler, COO von The League Europe, mit dem Hamburger Abendblatt. Nun hat sich auch Thomas Krohne, Eigentümer der Munich Ravens, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zur Situation geäußert.
Dabei widerspricht Krohne den Aussagen Karajicas deutlich. Während der ELF-Chef weiterhin von bestehenden Verträgen mit mehreren Franchises ausgeht und angekündigt hat, diese notfalls juristisch durchsetzen zu wollen, sieht Krohne die Situation komplett anders. Man sei der Auffassung, "dass wir in keinem bestehenden Franchise-Verhältnis mit der ELF mehr stehen, weil wir die Verträge mehrfach gekündigt haben", sagte Krohne im FAZ-Interview.
Karajica hatte zuvor erklärt, dass Teams, die im aktuellen ELF-Spielplan aufgeführt seien, weiterhin vertraglich gebunden seien. Diese seien verpflichtet, in der Liga zu spielen und könnten nicht einfach in anderen Wettbewerben antreten. Gleichzeitig stellte er klar, dass die Liga bereit sei, ihr Recht auch gerichtlich einzuklagen.
Von dieser Drohkulisse zeigt sich Krohne jedoch unbeeindruckt. Die Ravens hätten ihre Entscheidung getroffen und seien von ihrer rechtlichen Position überzeugt. "Die Munich Ravens werden nicht wieder in der ELF spielen. Wir sind uns absolut sicher, dass unsere rechtliche Position wasserdicht ist", erklärte Krohne ebenfalls im Gespräch mit der FAZ.
Zudem äußerte der Ravens-Eigentümer Zweifel daran, wie ernst der kürzlich von der ELF verschickte Spielplan überhaupt gemeint sei. Nach seinem Kenntnisstand habe es im Vorfeld keinerlei Gespräche mit den betroffenen Franchises über organisatorische Fragen wie Stadionverfügbarkeiten gegeben. "Man muss sich schon fragen, ob dieser Spielplan ernst gemeint ist oder ob eine andere Intention dahinter steckt", sagte Krohne.
Parallel dazu hatte Karajica gegenüber Foot Bowl angekündigt, den betroffenen Teams eine Frist gesetzt zu haben. Bis zum kommenden Wochenende sollen sich jene Franchises, bei denen die ELF weiterhin von gültigen Verträgen ausgeht, klar zur Liga bekennen. Sollte dies nicht geschehen, könnten juristische Schritte folgen.
Damit droht dem europäischen Spitzenfootball eine langwierige Auseinandersetzung, bei der derzeit vor allem eines auffällt: Die wichtigsten Akteure tragen ihre Positionen zunehmend über Interviews und Medienauftritte in die Öffentlichkeit.
Foot Bowl - 13.03.2026

Zeljko Karajica und Thomas Krohne im öffentlichen Konflikt (© Foot Bowl / Just Shots)
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