Safe, Score, und SCS

Es ist College Football Saisonpause und das bedeutet: Monate voller Vorschläge und der Produktion von Denkpapieren. So haben der Präsident, der Athletic Director und der Vorsitzende des Kuratoriums der Universität Louisville haben ein Positionspapier veröffentlicht, in dem sie darlegen, warum sich der College Sport in einer Krise befindet und an einem Wendepunkt steht. Das Papier aus Louisville folgt auf ein gemeinsames Papier der Big Ten und der SEC, in dem sie die Konsolidierung der Medienrechte diskutierten. Das Papier der beiden großen College Conferences ist eine direkte Reaktion auf die Lobbyarbeit von Cody Campbell, einem einflussreichen Förderer von Texas Tech, der im vergangenen Herbst allgegenwärtig in den US-Medien war.

Die Big Ten schickte einen Brief an die NCAA mit der Bitte um Aussetzung der Ermittlungen wegen unerlaubter Manipulation und bezeichnete die aktuellen Regeln als veraltet. Dies ist das Terrain von Anwälten und Lobbyisten, wo nur die abrechnungsfähigen Stunden undefiniert bleiben. Die Botschaften richteten sich viel eher an den US-Congress und die Bundesstaaten Parlamente als an den normalen Fan, trotz Campbells dringender Bitte, sich an den Kongressabgeordneten zu wenden, um den College Sport zu retten. All diese Dokumente, Vorschläge, Werbespots und Aktionen folgen einem bekannten Muster, da die strukturellen Probleme des College Sports typischerweise in wenigen Kolumnen behandelt werden. Das heißt nicht, dass die Probleme einfach sind und die Lösungen sind es sicherlich auch nicht. Darüber hinaus werden Führungskräfte, Anwälte, Politiker und unzählige Verantwortliche im College Sport in den nächsten Monaten die wichtigsten Themen diskutieren.

Die meisten ambitionierten Appelle zur Reform des Systems im Jahr 2026 werden sicherlich in Washington, D.C. ihren Anfang nehmen (ob das sinnvoll ist, sei dahin gestellt). Wie üblich verfolgen Demokraten und Republikaner unterschiedliche Ziele. Hier kommen die Akronyme SAFE und Score ins Spiel. Der von den Demokraten eingebrachte SAFE Act ist ein umfassender Vorschlag zur bundesstaatlichen Kontrolle von College Sportlern, der von der Vergütung der Athleten über die Gesundheitsversorgung bis hin zur Agentenzulassung reicht. Der Score Act hingegen ist eher ein Vorschlag der NCAA und wird hauptsächlich von Republikanern unterstützt. Beide Gesetze haben im US-Congress bisher wenig Unterstützung gefunden, sind aber derzeit die prominentesten Initiativen. Score würde der NCAA eine Kartellrechtsausnahme gewähren, um eine Gehaltsobergrenze festzulegen und die Einkünfte von Athleten zu beschränken. Es würde auch Bundesstaatengesetze außer Kraft setzen. Parteiübergreifende Auseinandersetzungen wurden bereits am 10. März bei einem Runden Tisch im US-Senat thematisiert und werden sicherlich auch bei der Anhörung des Senatsausschusses für Gesundheit, Bildung, Arbeit und Renten eine Rolle spielen, die Senator Bill Cassidy für Ende des Monats März angekündigt hat.
Der Gipfel im Weißen Haus war in gewisser Hinsicht eine Fortsetzung der Bemühungen, die bereits seit dem letzten Jahr andauern, als ein Ausschuss, dem unter anderem Nick Saban angehören sollte, nicht zustande kam. US-Präsident Trump erließ eine Exekutivanordnung für 2025, die jedoch kaum Auswirkungen auf den College Sport hatte. Trump rechnet mit einem Rechtsstreit, sollte er eine weitere Exekutivanordnung unterzeichnen, was die ohnehin schon bestehenden Auseinandersetzungen um die Zukunft des Hochschulsports nur noch verschärfen würde. Jede Exekutivanordnung kann zudem von einer zukünftigen Regierung aufgehoben werden.

Sollte es zu einer bundesweiten Reform des Hochschulsports kommen, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese von einer der beiden US-Parlamentskammern ausgehen wird, was jedoch eigene Risiken birgt. Es ist wahrscheinlich, dass Score in den kommenden Monaten im Repräsentantenhaus eine weitere Chance zur Verabschiedung erhält. Selbst dann ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es den Senat ohne größere Kompromisse, möglicherweise auch mit Änderungen an SAFE, passieren wird. Dazu gesellt sich ein weiterer Gesetzesvorschlag der letzte Woche eingebracht wurde. Ein parteiübergreifender Gesetzentwurf der Republikaner Eric Schmitt und der Demokratin Maria Cantwell zielt auf das Sportfernsehgesetz von 1961 ab.

Dann gibt es noch SCS (Saving College Sports), die Initiative unter der Führung von Campbell, dessen Einfluss nicht zu unterschätzen ist. Er ist ein texanischer Unternehmer und Geldgeber der Sportabteilung der Texas Tech University. Campbell möchte die Fernsehrechte aller FBS-Teams bündeln und behauptet, dass dadurch Einnahmen generiert werden, die auch den olympischen Sportarten zugutekommen. Campbells Plan sieht eine Anpassung des Sports Broadcasting Act von 1961 vor (ebenso wie SAFE), um den Hochschulen Verhandlungen zu ermöglichen.

Hier kommt auch der Begriff "Kartellrechtsausnahme" ins Spiel. Um eine solche Ausnahme für Gehälter festzulegen, muss der Kongress sie gewähren. Score würde eine Kartellrechtsausnahme beinhalten, gegen die sich die fünf großen Spielergewerkschaften ausgesprochen haben. Die NFL hat das vor 60 Jahren mit dem bereits erwähnten Sports Broadcasting Act von 1961 gelöst. Die Liga wollte ihre Rechte bündeln, um im Gegenzug etwas spielen zu können, und hat nun von September bis Thanksgiving größtenteils freitags und samstags spielfrei.

Während letzte Woche der Gipfel im Weißen Haus stattfand, traf sich eine andere Gruppe, um einen Vorschlag zur Umstrukturierung des College Footballs durch die Zusammenlegung von Medienrechten zu prüfen, der von der Private Equity Firma Smash Capital unterstützt wird. Private Equity ist im College Sport bereits präsent und wurde vor allem von der Big Ten, der Big 12, Boise State und Florida State umworben. Utah schloss im Dezember 2025 einen Vertrag zur Annahme von Private Equity Investitionen ab. Die Annäherung der Big Ten an Private Equity führte zu einem öffentlichen Streit zwischen der Ligaleitung und einer ihrer wichtigsten Universitäten, Michigan. Das Thema ist jedoch noch nicht vom Tisch. Wie sich Private Equity in das Ökosystem des College Sports einfügt, bleibt abzuwarten. Viele sind skeptisch, auch wenn einige das Konzept begrüßen.

Schlüter - 12.03.2026

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