Regeln den Realitäten anpassen

Luke Ferrelli Die Big Ten hat diese Woche einen Brief an die NCAA geschickt, in dem sie die Organisation auffordert, "Ermittlungen und Verfahren wegen unerlaubter Kontaktaufnahme" im Zusammenhang mit dem Thema Spielermanipulation einzustellen. In dem Brief heißt es, dass der "aktuelle Rahmen" der Regeln zur Spielermanipulation "weder glaubwürdig noch gerecht durchgesetzt werden kann". Die Regeln seien vor der Zeit der heutigen Zeit konzipiert worden, in der Athleten bezahlt werden und praktisch unbegrenzte Transfers möglich sind.

"Diese Regeln wurden nicht für eine Welt entwickelt, in der Studenten-Athleten als vergütete Marktteilnehmer jährlich Entscheidungen mit erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen treffen", heißt es in dem Brief. "Das Aufeinandertreffen der alten Regeln mit der neuen Realität führt zu Ergebnissen, die der Gruppe schaden, die durch die Regeln geschützt werden sollte."

Der Brief folgt auf eine Reihe von Schlagzeilen zum Thema Spielermanipulation in letzter Zeit. Dazu gehörte auch die Ankündigung der NCAA, empfindliche Strafen gegen Spielermanipulatoren zu verhängen. Der Fall von Linebacker Luke Ferrelli, der nach seinem Studium an der Clemson University zu Ole Miss wechselte, hat das Thema ebenfalls in den Vordergrund gerückt.


Der Brief der Big Ten erläutert, warum die aktuellen Regeln für die heutige Situation veraltet sind, schlägt eine Übergangsfrist vor, die "keine Straflosigkeit ermöglicht", und entwirft eine Vision für den Aufbau eines "Rahmens, der der Realität gerecht wird".

Im Brief der Big Ten heißt es weiter: "Wir setzen uns für einen zügigen Prozess zur Entwicklung eines modernen Rahmens für Kontaktregeln ein, der den vielfältigen Herausforderungen und Chancen der aktuellen Hochschullandschaft Rechnung trägt."

Der Brief enthält bisher unveröffentlichte Zahlen aus dem diesjährigen Transferportal (der ersten Football-Saison mit nur einer Transferperiode). Darunter befinden sich 1.000 Footballspieler, die sich am 2. Januar im Transferportal registrierten und am selben Wochenende Universitäten besuchten. Mehr als 300 hatten bis zum Ende des Wochenendes einen Vertrag mit einer neuen Universität unterzeichnet. Einige unterschrieben bereits 90 Minuten nach Öffnung des Transferportals, andere erhielten einen "Nicht-Kontakt"-Vermerk, die ohne eine Überprüfung des Status ihrer neuen Universität praktisch nicht möglich gewesen wäre.

"Diese Zeitpläne spiegeln die Realität der Spielerwechsel wider und werfen ernsthafte Fragen auf, ob die aktuelle Regulierungsstruktur dem Tempo des modernen Transfermarktes gerecht werden kann", heißt es in dem Schreiben.

Das Schreiben führt weiter aus, dass der aktuelle Rahmen die tatsächliche Abwerbung von Spielern durch aggressive Hochschulen – bei der eine Hochschule einen Spieler mit laufendem Vertrag gezielt abwirbt – mit dem weitaus häufigeren Szenario vermischt, in dem ein Studentensportler, der bereits Optionen prüft, im Rahmen einer rationalen, marktorientierten Abwägung Gespräche führt.

"Die Welt hat sich seit 2018, als die Mitglieder der Division I die bestehenden Kontaktregeln und Strafstrukturen verabschiedeten, grundlegend verändert", heißt es in dem Schreiben. "Der Vergleich im Fall House gegen die NCAA hat den Hochschulsport in ein Umfeld verwandelt, in dem Studentensportler direkt von den Hochschulen vergütet werden."

Das Schreiben merkt außerdem an, dass die NCAA in fünf Jahren nur 15 Fälle von unerlaubter Kontaktaufnahme (Level II oder höher) vollständig entschieden hat, darunter lediglich drei im Bereich FBS-Football, einen im Bereich Herrenbasketball und keinen im Bereich Damenbasketball.

Die NCAA gibt an, dass ihr Enforcement-Team im vergangenen Jahr rund 90 Fälle unzulässigen Kontakts bearbeitet hat, darunter schwerwiegende Verstöße des Damen-Tennisprogramms der Oklahoma State University sowie der Crosslauf- und Leichtathletikprogramme der UCLA.

Die Big Ten argumentiert, dass die geringe Anzahl von Fällen unerlaubter Manipulation in einer Zeit, in der jährlich Tausende von Athleten die Universität wechseln, beweist, dass eine "konsequente und gerechte Durchsetzung" der aktuellen NCAA-Regeln nicht mehr möglich ist. In dem Schreiben wird auch auf die entstandenen rechtlichen Bedenken hingewiesen. "Die fortgesetzte Anwendung der aktuellen Regeln birgt das Risiko, dass die Gerichte die Regeln vollständig kippen", heißt es in dem Schreiben. "Das System des College Sports steht unter enormem Druck, sowohl intern als auch extern. Systeme passen sich an oder sie brechen zusammen."

Die Big Ten wünscht sich einen Durchsetzungsansatz, der "zeitnah und wirksam ist, aber auch fair mit den Umständen angemessenen Strafen durchgesetzt werden kann." Der Brief schließt mit den Worten: "Die Big Ten ist bestrebt, zügig einen Beratungsprozess unter Einbeziehung von Sportfunktionären, Compliance-Beauftragten, Trainern, Rechtsberatern und anderen Interessengruppen aus allen Mitgliedsverbänden einzuleiten und einen umfassenden Vorschlag zu erarbeiten. Wir sind überzeugt, dass dieser kooperative, mitgliederorientierte Ansatz der beste Weg zu einer dauerhaften Lösung ist."

Schlüter - 12.03.2026

Luke Ferrelli

Luke Ferrelli (© Getty Images)

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