Die Miami Dolphins haben Quarterback Tua Tagovailoa zum Start des neuen Liga-Jahres entlassen – und nur kurze Zeit später deutet vieles darauf hin, dass der ehemalige Pro-Bowler seine Karriere bei den Atlanta Falcons fortsetzt.
Atlanta reagiert damit auf eine unsichere Situation auf der Quarterback-Position. Rookie-Spielmacher Michael Penix Jr., der im Draft 2024 an achter Stelle ausgewählt wurde, kämpft derzeit mit einem Kreuzbandriss im linken Knie. Ob er rechtzeitig zum Saisonstart fit wird, ist aktuell offen. Mit Tagovailoa könnte Atlanta daher kurzfristig Erfahrung und Stabilität auf der wichtigsten Position im Angriff gewinnen.
Für Miami markiert die Entlassung einen deutlichen Neustart. Seit seinem Amtsantritt im Januar hatte General Manager Jon-Eric Sullivan mehrfach betont, dass im Kader "alles auf dem Tisch" liege. Auch ein möglicher Trade für Tagovailoa stand zur Diskussion. Nachdem sich jedoch kein Abnehmer fand, entschied sich das Team letztlich für die Freigabe des Quarterbacks.
Sportlich blieb Tagovailoa in den vergangenen beiden Jahren hinter den Erwartungen zurück. Seit seiner Vertragsverlängerung über 112,4 Millionen Dollar im Jahr 2024 rangierte er lediglich auf Platz 25 im QBR-Ranking der Liga. Zuvor hatte der ehemalige Erstrundenpick noch zu den effizientesten Quarterbacks der NFL gehört und zwischen 2022 und 2023 den fünftbesten QBR der Liga aufgelegt.
Hinzu kam eine schwierige Saison 2024: Mehrere Verletzungen, 15 Interceptions in 14 Spielen – ein Karrierehöchstwert – sowie interne Spannungen sorgten dafür, dass sein Standing im Team zunehmend bröckelte. Auch öffentliche Kritik an Teamkollegen und unglückliche Aussagen gegenüber den Medien belasteten zuletzt das Verhältnis innerhalb der Mannschaft.
Für die Falcons könnte Tagovailoa dennoch eine passende Übergangslösung darstellen. Der Linkshänder bringt Erfahrung als Starter mit und passt strukturell gut in Atlantas Offense – auch weil Penix ebenfalls linkshändig wirft. Dadurch muss das Playbook kaum angepasst werden, und die Receiver müssen sich nicht an eine andere Ballrotation gewöhnen.
Spielerisch gilt Tagovailoa weniger als aggressiver Downfield-Passer, sondern vielmehr als Quarterback, der den Ball schnell verteilt und besonders im Kurzpassspiel effizient arbeitet. In der Offense von Head Coach Kevin Stefanski könnte dieser Stil gut funktionieren. Um dieses System optimal auszunutzen, sucht Atlanta zudem nach zusätzlichen Playmakern, die nach dem Catch Raumgewinn erzielen können. Einen ersten Schritt machte das Team bereits mit der Verpflichtung von Wide Receiver Olamide Zaccheaus.
Ob Tagovailoa tatsächlich als Starter in die Saison geht, hängt vor allem vom Gesundheitszustand von Penix ab. Sollte der Rookie rechtzeitig von seinem Kreuzbandriss zurückkehren, dürfte es im Trainingscamp zu einem offenen Wettbewerb um den Starting-Job kommen. Ist Penix dagegen zum Saisonstart noch nicht einsatzbereit, könnte Tagovailoa zunächst als Starter fungieren – zumindest bis Atlantas Zukunftshoffnung vollständig genesen ist.
Für die Dolphins hat die Entlassung jedoch auch erhebliche finanzielle Konsequenzen. Insgesamt fallen rund 99,2 Millionen Dollar Dead Money gegen den Salary Cap an – ein Betrag, der zu den höchsten in der Geschichte der NFL gehört. Die Franchise kann diese Belastung entweder komplett in einer Saison verbuchen oder auf mehrere Jahre verteilen. Trotz der massiven Summe bedeutet der Schritt für Miami vor allem eines: einen klaren Neustart unter der neuen sportlichen Führung.
Nicholas Fanselow - 09.03.2026

Tua Tagovailoa (© Getty Images)
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