Während der College Sport mit den explodierenden Kosten für die Bezahlung von Athleten zu kämpfen hat, hat Arkansas möglicherweise eines der aggressivsten neuen Modelle im Sport gefunden: ein Sponsoringvertrag, der primär der Bezahlung der Spieler dient.
Die Razorbacks und Tyson Foods sind eine umfassende Fünfjahrespartnerschaft eingegangen, die das Firmenlogo ab dem Studienjahr 2026/27 auf den Trikots aller 19 Teams der Arkansas Razorbacks platzieren wird. Doch das Branding ist nur ein Teil der Geschichte – rund 90 Prozent der Einnahmen aus dem Vertrag sollen direkt den Athleten der Arkansas Razorbacks durch Namens-, Bild- und Persönlichkeitsrechte des Unternehmens zugutekommen.
Der Sportdirektor von Arkansas, Hunter Yurachek, bezeichnete die am Mittwoch bekannt gegebene Vereinbarung als "den größten Sponsoringvertrag im College Sport der Gegenwart".
"Wir wollen, dass jeder einzelne Studenten Athlet von dieser Partnerschaft profitiert", so Yurachek. "Das war Herrn Tyson, Donnie King, dem Präsidenten und CEO und Kristina Lambert, dem Chief Growth Officer, wirklich wichtig. Und auch uns ist es sehr wichtig."
Konkrete finanzielle Details des Mega Deals der Razorbacks mit Tyson Foods – mit Hauptsitz nur wenige Kilometer entfernt im nahegelegenen Springdale – wurden nicht bekannt gegeben. Tyson Foods Chef John Tyson erklärte jedoch, Spekulationen über eine Vereinbarung im dreistelligen Millionenbereich seien unbegründet. "Es geht nicht um 100 Millionen Dollar, sagen wir es mal so", so Tyson.
Dennoch ist es die Struktur des Deals, die ihn landesweit bemerkenswert machen könnte. "Das Spiel verändert sich so schnell", sagte Tyson. "NIL-Sponsoring, Hochschulförderung – das Modell entwickelt sich rasant." Die Vereinbarung spiegelt auch den schnell wachsenden Markt für Trikot Sponsoring im College Sport wider, der nach der Genehmigung durch die NCAA im Januar noch in den Kinderschuhen steckt.
Marketing Experten gehen davon aus, dasss die anfängliche Bewertung des neuen Assets, je nach Programm und Marktgröße zwischen etwa 500.000 und über 12 Millionen US-Dollar jährlich liegen könnte und dass die meisten Trikot-Patch-Partnerschaften im Profisport von Unternehmen stammen, die sich in einem Umkreis von etwa 400 Kilometern um das Team befinden – ein Trend, der sich voraussichtlich auch auf den College Sport übertragen wird. Dies macht Tyson Foods, mit Hauptsitz nur wenige Kilometer vom Campus der University of Arkansas in Springdale entfernt, zu einem idealen Partner.
Die Partnerschaft mit Tyson Foods geht über die Trikots hinaus. Das Unternehmen wird auch auf den Spielfeldern und Courts der Arkansas Razorbacks gebrandet und zum "Offiziellen Protein der Razorbacks" ernannt. Durch Markenbotschafterprogramme mit Athleten – über die die NIL-Vergütung ausgezahlt wird – werden die Produkte des Unternehmens mit sportlicher Leistung und dem Campusleben verknüpft. Tyson zählt seit Langem zu den prominentesten Unterstützern der Arkansas Sportteams, insbesondere im Basketball, in der Leichtathletik und im Golf. Er besucht die Heimspiele der Razorbacks Basketballmannschaft von einem Platz am Spielfeldrand gegenüber von Trainer John Calipari, den er vor zwei Jahren von Kentucky nach Arkansas holte. Tyson betonte jedoch, dass sein Interesse an dem Sponsoring über die bekanntesten Sportarten von Arkansas hinausgehe. Für ihn fungiert die Universität als das, was er den "wirtschaftlichen Motor des Sports" der Region nannte, insbesondere für olympische Sportarten, die auf den College Sport als wichtigste Nachwuchsförderung angewiesen sind.
Arkansas und Tyson begannen vor etwa drei bis vier Monaten mit den Gesprächen über das Konzept, als klar wurde, dass die NCAA die Trikot-Patches bald genehmigen würde. Arkansas ist nach LSU, die im Februar einen Sieben-Jahres-Vertrag mit Woodside Energy abschloss, die zweite große Universität, die ein Sponsoring für alle Sportarten bekannt gibt. Finanzielle Details wurden von LSU nicht veröffentlicht. UNLV unterzeichnete im Dezember einen Fünf-Jahres-Vertrag über 11 Millionen US-Dollar mit Accesso Biologics, einen Monat bevor die NCAA die Partnerschaft offiziell genehmigte. Es wird erwartet, dass weitere Universitäten vor Beginn der Football Saison Trikotsponsorenverträge abschließen werden.
"Meine größte Sorge an diesem Tag der Namens-, Bild- und Ähnlichkeitsrechte (NIL) im College Sport ist die Entwicklung von Athleten jenseits der drei großen Sportarten", sagte Tyson. "Auch dafür muss die Finanzierung gesichert werden." Arkansas und Tyson entwickelten ein Konzept, um Spielern aller 19 Sportarten NIL-Möglichkeiten zu eröffnen. Laut Yurachek verfügt die Sportabteilung von Arkansas derzeit über ein Jahresbudget von rund 200 Millionen US-Dollar, während große Konkurrenten der Southeastern Conference (SEC) wie Texas mit etwa dem Doppelten auskommen müssen. "Wir versuchen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um unser Sportprogramm zu monetarisieren", sagte Yurachek. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, hat Arkansas neue Einnahmequellen aggressiv erschlossen, darunter Konzerte in Stadien und Arenen, Namensrechte für Stadien und Trikotsponsoring. Die Partnerschaft mit Tyson stellt einen der wichtigsten Schritte dieser Strategie dar und Arkansas steht kurz vor einer Einigung über die Namensrechte für das Razorback Stadium. "Wir sind wirklich kurz vor dem Abschluss", sagte Yurachek. "Die Öffentlichkeit wird in Kürze einige Neuerungen sehen."
Schlüter - 04.03.2026

Athletic Director Hunter Yurachek (Arkansas Razorbacks) (© Getty Images)
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