Die Big Ten Conference hat in den letzten Jahren auf der Quarterback Position einige Erfolge gefeiert. In der Saison 2025 gewann Fernando Mendoza von Indiana die Heisman Trophy und führte sein Team zum ersten nationalen Titel. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Mendoza beim diesjährigen NFL Draft als Erster ausgewählt wird. Sollte dies eintreten, wäre er der erste Spieler der Big Ten Conference, der an erster Stelle gedraftet wird. Er würde sich damit zu JJ McCarthy von Michigan und CJ Stroud von Ohio State gesellen, die als Big Ten Quarterbacks in den letzten vier Drafts unter den ersten zehn Picks platziert wurden.
Die Conference hätte dieses Jahr aber noch mehr Potenzial gehabt. Hätte sich Dante Moore von Oregon angemeldet, wären viele Analysten davon ausgegangen, dass er als zweiter Quarterback ausgewählt worden wäre und möglicherweise direkt nach Mendoza gedraftet worden wäre. Moore hatte jedoch andere Pläne und entschied sich für eine Rückkehr nach Oregon, was ein großer Erfolg für die Ducks und die gesamte Big Ten Conference ist.
Vor einem Jahr um diese Zeit gab es viele Fragezeichen in der Conference, da fast überall neue Starter und Transfer Spieler zu sehen waren. In der Saison 2026 kehrt deutlich mehr Erfahrung zurück. Neun der 18 Teams der Conference werden mit denselben Quarterbacks wie im Jahr 2025 antreten. Sieben weitere Teams haben erfahrene Transfers geholt, zwei davon bringen bereits Big Ten Erfahrung von Michigan State mit. Ironischerweise ist Michigan State eines von nur zwei Programmen mit einem neuen Starter, der kein Transfer ist. Iowa ist das andere.
Eine Big Ten QB Rangliste vor der Saison 2026
1. Dante Moore, Oregon
Moore ist bereits sehr gut, hat aber noch viel zu lernen und seine langfristige Karriere profitiert mehr davon, in Oregon zu lernen, anstatt bei den New York Jets oder einem anderen NFL Team in das kalte Wasser geworfen zu werden. Moore geht als einer der frühen Heisman Favoriten in die Saison und ist ein wichtiger Grund dafür, dass die Ducks als Mitfavorit auf den Sieg in der Big Ten und die erneute Teilnahme an den College Football Playoffs gelten.
2. Julian Sayin, Ohio State
Es lässt sich nicht leugnen, dass Sayin gegen die stärksten Gegner von Ohio State seine schwächsten Leistungen zeigte. Trotzdem war er in seinem ersten Jahr als Stammspieler die meiste Zeit der letzten Saison überragend und dürfte sich in seinem zweiten Jahr noch steigern. Außerdem kann er weiterhin auf jede Menge talentierter Mitspieler, darunter auch Jeremiah Smith, zurück greifen.
3. Jayden Maiava, USC
Maiava neigt dazu, riskant zu spielen und Pässe zu werfen, die oft sein Ziel verfehlen. Das liegt aber an seiner Unerfahrenheit und ein weiteres Jahr als Stammspieler könnte sein Spiel auf ein ganz neues Niveau heben.
4. Josh Hoover, Indiana
2024 konnte Hoover seine Ballverluste reduzieren. 2025 kehrten die Probleme bei TCU wieder zurück. Er war jedoch nicht allein für diese Misere verantwortlich. Er befand sich letztes Jahr nicht in der besten Situation und spielt nun für ein Team aus Indiana mit einer starken Offensive Line und hervorragenden Receivern. Man kann erwarten, dass er sich in seinem neuen Team durchsetzt.
5. Demond Williams, Washington
Williams hat es versucht, in das Transferportal zu wechseln. Solange er aber gut spielt, wird alles verziehen sein und Williams ist ein überzeugender Spielmacher auf der Quarterback Position. Wie bei allen College Quarterbacks gibt es noch einiges zu verbessern, aber Erfahrung ist der beste Lehrmeister und Williams hat nun eine komplette Saison als Starter hinter sich.
6. Rocco Becht, Penn State
Becht ist Teil des großen Wechsels diverser Iowa State Cyclones Spieler zum Happy Valley und der wichtigste Spieler. Er ist eher ein Quarterback mit viel Biss als ein typischer Prototyp, aber Penn State hatte schon oft Erfolg mit solchen Quarterbacks. Bechts Erfahrung und Führungsqualitäten in der Offensive sollten den Übergang zur Ära Matt Campbell erleichtern.
7. Bryce Underwood, Michigan
Underwood ist ein Talent, das bis zum Ende der nächsten Saison problemlos auf Platz 1 dieser Liste springen kann. Obwohl er das Potenzial hat, der beste Quarterback der Big Ten zu werden, verlief seine erste Saison erwartungsgemäß steinig. Was er jedoch nicht erwartet hatte, war die Entlassung seines Head Coaches und die Einführung eines neuen Trainerteams und einer neuen Offensive in seinem zweiten Jahr. In gewisser Weise ist Underwood also wieder ein Freshman, aber einer, der besser weiß, was ihn jede Woche erwartet.
8. Katin Houser, Illinois
Der ehemalige Quarterback von Michigan State erreichte in den letzten beiden Saisons bei East Carolina seinen Höhepunkt und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Pirates bis spät in die letzte Saison um den Titel der American Athletic Conference mitspielten. Er bringt drei Jahre Starterfahrung nach Champaign mit, wo er nach dem Abgang von Luke Altmyer in große Fußstapfen treten muss, aber er passt gut zu dem Offensivspielstil der Illini.
9. Malik Washington, Maryland
Es gab letzte Saison nicht viele Gründe, optimistisch für Maryland zu sein, aber Washington war einer der wichtigsten. Ihn in College Park zu halten, war das Wichtigste, was Mike Locksley in dieser Offseason tun musste und seine Rückkehr weckt Hoffnung für 2026. Er ist zwar nicht ganz so talentiert wie Underwood, aber er hat das Potenzial, sich nächste Saison zu einem der besten Quarterbacks der Conference zu entwickeln. Vorausgesetzt, seine Receiver lassen nicht wieder unzählige Pässe fallen.
10. Colton Joseph, Wisconsin
Der von Old Dominion gewechselte Spieler hat viel Potenzial, aber er war bei den Monarchs etwas anfällig für Ballverluste. Seine Whoopsy-Daisy-Rate (Fumbles und Interceptions pro Passversuch) von 3,15 Prozent im letzten Jahr reichte nur für Platz 115 von 118 qualifizierten Quarterbacks. Und diese Zahl erreichte er in einer deutlich schwächeren Conference als der, gegen die er dieses Jahr antreten wird. Natürlich wird er auch von deutlich talentierteren Mitspielern umgeben sein.
11. Anthony Colandrea, Nebraska
Colandrea besitzt viel Erfahrung aus seiner Zeit bei UNLV und Virginia und passt ehrlich gesagt besser zu Dana Holgorsens Offensivsystem als Dylan Raiola. Das heißt nicht, dass er besser sein wird als Raiola, aber es bedeutet, dass er es sein könnte.
12. Nico Iamaleava, UCLA
Letztes Jahr bei UCLA war es ein Albtraum für alle und es führte dazu, dass Deshaun Foster mitten in der Saison entlassen wurde. Nico Iamaleava wird nun in drei Jahren in seiner dritten (oder vierten) verschiedenen Offense spielen. Manche Experten werden denken, dass er überbewertet ist, doch er besitzt immernoch viel Potenzial, muss dieses Jahr aber zeigen, was er wirklich kann.,
13. Drake Lindsey, Minnesota
Drake Lindsey ist wie Minnesotas Offense insgesamt: ein solides, unspektakuläres Spiel. Nichts Besonderes, aber man isst es, es schmeckt gut und man ist danach satt. Lindsey musste als Freshman nicht viel leisten, hat aber seine Fehlerquote hervorragend gehalten. Seine Whoopsy-Daisy-Rate von 1,09 Prozent war die siebtbeste im ganzen Land. Einfach umdrehen, den Ball abgeben und dann mit Play-Action-Pässen werfen. Er spielt zuverlässig und man kann sich auf ihn verlassen.
14. Aidan Chiles, Northwestern
Die Kombination Chip Kelly und Aidan Chiles kann den Spielmacher 2026 erheblich verbessern. In den letzten Jahren hat er zu wenig Fortschritte gemacht und leistete sich zu viele Schwächen (Ballverluste, zu langes Halten des Balls, Sacks). Weit werfen kann er den Ball aber auf jeden Fall, so dass Chiles ein Hoffnungsträger bleibt, solange er das Gegenteil nicht beweist.
15. Ryan Browne, Purdue
Ryan Browne zeigte immer wieder großartige Leistungen und hat letzte Saison deutlich besser darin gearbeitet, die Pocket nicht zu früh zu verlassen, aber seine Genauigkeit bei langen Pässen lässt immer noch zu wünschen übrig. Außerdem geht er unglaublich leichtfertig mit dem Ball um, was sich Purdue angesichts seiner anderen Schwächen nicht mehr leisten kann.
16. Dylan Lonergan, Rutgers
Lonergan tritt in große Fußstapfen. Athan Kaliakmanis war fantastisch für die Knights. Lonergan hat Erfahrung und war letzte Saison bei Boston College durchaus effektiv. Aber es ist viel wahrscheinlicher, dass Rutgers auf der wichtigsten Position nächstes Jahr einen Schritt zurück macht als einen Schritt nach vorn.
17. Alessio Milivojevic, Michigan State
Milivojevic kam 2025 in neun Spielen zum Einsatz und warf 173 Pässe. Er war gar nicht so schlecht und in seinen vier Starts zum Saisonende galt er als ein ziemlich zuverlässiger Spielmacher, auch wenn er nicht gerade überragend gespielt hat. Angesichts Pat Fitzgeralds Trainergeschichte kann nicht erwartet werden, dass Alessio 40 Mal pro Spiel den Ball wirft, aber es ist möglich, dass er sich am Ende der Saison eher im Mittelfeld als am Tabellenende wiederfinden würde.
18. Jeremy Hecklinski, Iowa
Bei Iowa herrscht ein Kampf um die Quarterback Position zwischen Hecklinski und Hank Brown. Wenn man die Zeichen der Zeit betrachtet (Brown war letztes Jahr die Nummer 2, aber Hecklinski hat ihn in der Rangliste überholt), kann man dazu tendieren, dass Hecklinski sich im Trainingslager durchsetzt und wenn man die Vergangenheit betrachtet, ist es unwahrscheinlich, dass Iowa den besten Quarterback der Big Ten haben wird. Alle waren letztes Jahr von Mark Gronowski begeistert, und er warf seinen ersten Touchdown in der Conference erst im fünften Big Ten Spiel Iowas.
Schlüter - 03.03.2026

#5 QB Dante Moore (Oregon Ducks) führt die erste QB-Liste der Big Ten 2026 an. (© Getty Images)
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