Das NFL Combine ist beendet, die Franchise Tag Periode läuft. Doch was sind diese Franchise Tags überhaupt, über die so oft gesprochen wird? Vereinfacht gesprochen sind sie aus Teamsicht ein Druckmittel, um einen Spieler für ein Jahr weiter an seine Franchise zu binden, aber (noch) keinen langfristigen Vertrag abzuschließen. Aus Spielersicht bringen sie zwar ein Jahr vergleichsweise gutes Geld, verhindern aber langfristige Sicherheit.
Es gibt einige verschiedene Tags, die im Folgenden erklärt werden. Die Frist für die Vergabe läuft noch bis kommenden Dienstag, 22 Uhr deutscher Zeit. Bisher haben mit Atlanta Falcons Tight End Kyle Pitts und Dallas Cowboys Wide Receiver George Pickens zwei Profis ein (nicht exklusives) Tag erhalten.
2025 wurden insgesamt neun Spieler und damit drei mehr als 2024 mit dem Franchise Tag versehen: 2023 erhielten ebenfalls sechs ein Tag, wobei es sich wie auch 2022 ausnahmslos um die nicht-exklusive Variante handelte.
2025 wurde im Gegensatz dazu auch ein sogenanntes Transition Tag vergeben. Die exklusive Variante gab es erneut nicht.
Die nicht exklusiven Franchise Tags garantieren, dass der Spieler für die kommende Saison den Durchschnitt des Capanteils seiner Position (oder 120 Prozent seines Vorjahres Cap-Hits, wenn der höher ist) erhält. Zwar kann der Agent des Spielers jetzt noch verhandeln, aber sein bisheriges (Tag-)Team kann ein Angebot einer anderen Franchise zu diesen Konditionen übernehmen; bei einem Abschied erhält das abgebende Team zwei First Round Picks, wenn es sich dagegen entscheidet und den Spieler gehen lässt – was quasi nie vorkommt.
Das Transition Tag bringt das Durchschnittsgehalt der zehn bestbezahlten Spieler seiner Position (oder auch hier 120 Prozent seines Vorjahres Cap-Hits, falls der höher ist). Das kommt seinem Team einerseits billiger, allerdings kann das Team beim Angebot einer anderen Franchise nur mit dem Angebot gleichziehen, um ihn zu halten. Wenn sie darauf verzichten, wechselt der Spieler ohne Kompensation für seinen Abgang. Im Vorjahr belegten die Patriots Safety Kyle Dugger mit dem Transition Tag.
Der Vollständigkeit halber sei noch das exklusive Franchise Tag erklärt, auch wenn es die absolute Ausnahme darstellt: Hier kann ein Spieler beziehungsweise sein Agent nicht mit anderen Teams verhandeln. Der Spieler erhält einen Ein-Jahres-Vertrag mit entweder dem Schnitt aus den fünf höchsten Cap Hits seiner Position oder den Betrag für das nicht-exklusive Franchise Tag.
Offiziell sollen die Tags sicherstellen, dass eine Franchise ihre Stars auch halten kann und noch etwas zusätzlichen zeitlichen Verhandlungsspielraum eröffnen. Die Deadline für eine langfristige Einigung mit den getaggten Spielern läuft dann nämlich ungefähr vier Monate: Einigt man sich bis 15. Juli nicht und belässt das Team das Tag, so kann der Spieler nur unter diesem Tag auflaufen. Eine spätere Vertragseinigung ist dann nicht mehr möglich bis zur nächsten Offseason. Es ist allerdings auch möglich, dass eine Franchise das Tag wieder zurücknimmt; allerdings kommt auch das eher selten vor. Im Idealfall einigt man sich bis Mitte Juli auf eine langfristige Zusammenarbeit.
Die Spieler lehnen das Franchise Tag ab, weil sie aufgrund des kurzfristigen Vertrags von einem Jahr Dauer das Risiko einer schweren Verletzung quasi ausschließlich selbst tragen. Allerdings bleibt ihnen keine Wahl. Im aktuellen CBA, der Vereinbarung zwischen Spielergewerkschaft NFLPA und der Liga, wurde die Vergabe auf eines pro Team limitiert.
Üblicherweise bewegt sich die Zahl der vergebenen Franchise Tags ligaweit zwischen fünf und neun.
Carsten Keller - 28.02.2026

Die NFL Owner haben mit den Franchise Tags ein mächtiges Druckmittel (© Carsten Keller)
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