Das NFL Combine 2026 verengt die Aufmerksamkeit auf die besten Spieler. Wenn die Talente in Indianapolis eintreffen, konzentrieren sie sich meist auf die wenigen Namen an der Spitze der Ranglisten. Doch jedes Jahr betreten einige Spieler das Lucas Oil Stadium mit Leistungen, die mehr Beachtung verdienen. Keiner der unten aufgeführten Spieler ist in den Top 200 der NFL Draft Prognosen vertreten. Was sie jedoch auszeichnet, ist ihre Leistung – ihre kontinuierliche College Leistung. Wir sprechen hier von Quarterbacks mit über 10.000 Passing Yards, Running Backs mit Tausenden von All-Purpose Yards, Receivern mit fast 300 Catches und Verteidigern, die ständig in der gegnerischen Hälfte oder in Ballnähe agierten – die aber nicht als frühe Draft-Kandidaten für den NFL Draft 2026 gelten.
Das Combine wird zwar nicht alle Fragen nach Leistungspotenzial, athletischen Einschränkungen oder Draft-Prognosen beantworten, bietet aber eine Bühne. Und für Spieler, die im College wirklich produktiv waren, aber nicht im nationalen Gespräch über die Draft-Kandidaten stehen, kann diese Woche die Wahrnehmung verändern. Hier sind zehn herausragende College Football Spieler, deren Leistungen beim Combine diese Woche nicht übersehen werden sollten.
Carson Beck, QB, Miami
Obwohl er für eine sechste und letzte Saison zurückkehrte, konnte Carson Beck seine Draft Chancen nicht wesentlich verbessern, selbst nachdem er Miami in das College Football Playoff National Championship Game geführt hatte. Die Unbeständigkeiten, die ihn zu Beginn seiner Karriere begleiteten, sind nie ganz verschwunden und Experten diskutieren weiterhin über sein volles Potenzial. Seine 11.725 Passing Yards und 88 Touchdown-Pässe zählen seit 2020 zu den Top 10 der FBS, und sein Touchdown Interception Verhältnis von 2,8 ist besser als das von vier der fünf Quarterbacks, die in den NFL Draft Prognosen für 2026 aufgeführt sind. Mit 43 Starts für Georgia und Miami gehört er zu den erfahrensten Quarterbacks dieses Draft-Jahrgangs. Im richtigen System, mit kontinuierlicher Verbesserung und stetiger Weiterentwicklung, hat Beck gezeigt, dass er effizient spielen und Spiele gewinnen kann.
Haynes King, QB, Georgia Tech
Haynes King gehört mit 7.923 Passing Yards und 55 Touchdown-Pässen nicht nur zu den Top 5 in der Geschichte von Georgia Tech, sondern belegt mit 36 Rushing Touchdowns auch den dritten Platz in der ewigen Bestenliste des Programms. Dies unterstreicht seinen Einfluss als einer der produktivsten Dual-Threat-Quarterbacks der FBS in den letzten Jahren. King ist einer von nur vier Power-Four-Quarterbacks seit 2016, die in einer Saison durchschnittlich mindestens 245 Passing Yards und 75 Rushing Yards pro Spiel erzielten. Die anderen drei sind Jayden Daniels (LSU), Jalen Hurts (Oklahoma) und Lamar Jackson (Louisville). Fragen zu seiner Belastbarkeit und Formschwankungen begleiteten ihn zeitweise, doch seine Gesamtleistung und sein athletisches Profil geben ihm gute Chancen, im Vorfeld des Drafts für Aufsehen zu sorgen.
Diego Pavia, QB, Vanderbilt
Man kann Diego Pavia einfach nicht vergessen, oder? Der Zweitplatzierte der Heisman Trophy von Vanderbilt wird voraussichtlich am dritten Tag des Drafts ausgewählt, was ihn wohl mehr unter Druck setzt als fast jeden anderen Quarterback dieses Jahrgangs, in Indianapolis ein Ausrufezeichen zu setzen. Die größte Frage bleibt seine Größe, nachdem er beim Senior Bowl im Januar mit 1,77 Metern gemessen wurde und daran wird sich nichts ändern. Trotz der Skepsis sprechen seine Leistungen für sich. Pavia ist einer von nur fünf FBS Quarterbacks seit 2016, die mindestens 10.000 Karriere Yards, 80 Passing Touchdowns und 30 Rushing Touchdowns erzielt haben.
Roman Hemby, RB, Indiana
Indiana Star Roman Hemby wird trotz konstant starker Leistungen weiterhin unterschätzt. Nach vier erfolgreichen Saisons an der University of Maryland wechselte Hemby nach Indiana und trug maßgeblich zum Gewinn der nationalen Meisterschaft bei. Er bewies damit, dass er auch in einem neuen System erfolgreich sein kann. Er ist der einzige Running Back in diesem Draft-Jahrgang mit mindestens 3.000 Rushing Yards und 1.000 Receiving Yards. Innerhalb dieser Gruppe hat nur Nicholas Singleton (Penn State) mehr All-Purpose-Yards in seiner Karriere erzielt als Hembys 4.851.
CJ Daniels, WR, Miami
CJ Daniels sechsjährige College-Karriere führte ihn von Liberty über LSU schließlich nach Miami und er hinterließ an jeder Station seine Spuren. Er absolvierte vier Saisons mit mindestens 400 Receiving Yards, darunter eine Saison mit über 1.000 Yards im Jahr 2023 bei Liberty, bevor er in die Power Four wechselte. Daniels hat ein natürliches Gespür dafür, Fangchancen zu kreieren und sich geschickt zu positionieren, um umkämpfte Bälle zu gewinnen. Sein Spiel nach dem Fang und seine Höchstgeschwindigkeit sind zwar durchschnittlich, aber seine Laufwege, seine Fangtechnik und sein Timing werden beim Combine voll zur Geltung kommen.
Caullin Lacy, WR, Louisville
Nur vier Spieler haben in den letzten sechs Saisons mehr Receptions erzielt als Caullin Lacy, der 2024 trotz einer Verletzung, die ihn nur fünf Spiele kostete, 287 Pässe fing. Sein Wert beschränkt sich jedoch nicht darauf – Lacy war auch in den Special Teams ein entscheidender Faktor und erzielte in seiner Karriere insgesamt 1.767 Return Yards und vier Touchdowns. Obwohl sein Laufweg und seine Ballfertigkeiten noch Verbesserungspotenzial haben, macht ihn seine Vielseitigkeit zu einem Spieler, den NFL Teams beim Combine testen wollen.
Tanner Koziol, TE, Houston
Tanner Koziol hat seit 2016 54 Receptions mehr als der nächstbeste Tight End gefangen. In seinen drei Saisons bei Ball State und seiner letzten bei Houston im Jahr 2025, erzielte Koziol insgesamt 2.234 Receiving Yards und 24 Touchdowns bei 237 Catches. Seine Statistiken sprechen für sich, doch Koziol muss beim Combine seine Athletik unter Beweis stellen, um die Teams davon zu überzeugen, dass er mehr als nur ein situationsbedingter Tight End ist, der ausschließlich Catches fängt.
Aidan Hubbard, DL, Northwestern
Nur vier FBS Spieler haben in den letzten drei Saisons mehr Sacks erzielt als Aidan Hubbard. Als konstant störende Kraft für Northwestern sammelte er 20,5 Sacks sowie 105 Tackles, davon 26,5 für Raumverlust, und belegt damit den fünften Platz in der ewigen Sack-Liste des Programms. Die vier Spieler mit mehr Sacks als Hubbard seit 2023 wurden entweder bereits gedraftet oder werden voraussichtlich im April ausgewählt. Hubbards Athletik ist auf Videoaufnahmen deutlich zu sehen, doch das Combine wird entscheidend sein, um zu beweisen, dass er die Kraft und Explosivität besitzt, um sich als feste Option auf der Edge Position in der NFL zu etablieren.
Aiden Fisher, LB, Indiana
Aiden Fisher fehlten in seinen letzten drei Saisons jeweils nur drei Tackles zur 100er-Marke. Der ehemalige James Madison Transfer folgte Curt Cignetti nach Indiana, wurde National Champion und First Team All-American und entwickelte sich zum Herzstück der Hoosiers-Defense. Nur Red Murdock (Buffalo) hat in den letzten drei Saisons mehr Tackles als Fisher verbucht. Er verfügt über starke Instinkte und hat die Defense gut im Griff, doch das Combine wird wichtig sein, um Fragen zu seiner Reichweite und seinem athletischen Potenzial zu beantworten.
Jalen Huskey, DB, Maryland
Es ist schwierig, im College Football mehrere Saisons mit Interceptions zu erzielen. Sobald ein Defensive Back zeigt, dass er den Ball erobern kann, werfen Quarterbacks in der Regel in die andere Richtung. Deshalb sticht Jalen Huskeys Konstanz so hervor. Er ist einer von nur drei Defensive Backs der FBS, die in den letzten drei Saisons jeweils mindestens drei Interceptions erzielt haben, neben Bud Clark (TCU) und Phillip Dunnam (UCF). Seine elf Interceptions seit 2023 bedeuten den geteilten zweiten Platz in der FBS in diesem Zeitraum. Huskeys Ballgefühl und sein Instinkt bringen ihn immer wieder in Ballnähe, aber das Combine wird entscheidend sein, um zu zeigen, ob er die Geschwindigkeit und die Antrittsschnelligkeit besitzt, um mit NFL Receivern mithalten zu können.
Schlüter - 26.02.2026

#11 QB Carson Beck (Miami Hurricanes) kann sich beim Combine 2026 weiter empfehlen. (© Getty Images)
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