Die letzten Trainingseinheiten auf dem Feld sind bei den New England Patriots und Seattle Seahawks gespielt und auch die Verletztenübersicht ist offiziell verkündet worden. Immer mittendrin: Die sogenannten Pool Reporter Kalyn Kahler (Seattle) und Lindsay Jones (New England).
Der Medienandrang beim Super Bowl lässt sich kaum in Worte fassen; andererseits wollen die beiden beteiligten Teams natürlich auch keine "Betriebsgeheimnisse" oder Taktik für das anstehende Endspiel preisgeben, was bei öffentlichen Trainingseinheiten dank unzähliger Aufzeichnungsmöglichkeiten unweigerlich der Fall wäre.
Der seit Jahren praktizierte Kompromiss: Die Pro Football Writers-Vereinigung darf für beide Teilnehmer je einen Medienschaffenden schicken, der täglich einen sogenannten Pool Report veröffentlicht, wo vor allem auf die Teilnehmer bei den Trainings eingegangen wird, aber keine Bewegtbilder und auch keine genauen Spielzüge veröffentlicht werden. Das funktioniert hervorragend.
Das Wichtigste zunächst, veröffentlicht von Kalyn Kahler nach der Verletzung von Seahawks Safety Nick Emmanwori im Training: Die Nachfrage bei Head Coach Mike Macdonald, nachdem das heutige Geburtstagskind (22 Jahre alt) in der letzten Trainingseinheit am Freitag voll mitwirken konnte: "Es hat sich herausgestellt, dass er überleben wird." Eine Aussage nicht ohne Augenzwinkern, aber andererseits ist absolut nachvollziehbar, dass die täglichen Fragen irgendwann auch den geduldigsten Verantwortlichen an die Geduldsgrenze bringen können..
Bei den Seahawks findet sich nur noch Fullback Robbie Ouzts mit einer Nackenverletzung (questionable – Einsatz fraglich) auf dem Injury Report, Emmanwori ist nicht mehr beinhaltet.
Bei den Patriots werden noch drei Spieler als "questionable" geführt: Defensive Lineman Joshua Farmer (Oberschenkel), Linebacker Harold Landry (Knie) und Linebacker Robert Spillane (Knöcahel).
Das letzte Training der Seahawks in San Jose, wo man die Woche auf dem Gelände der San Jose State Spartans geübt hatte, dauerte genau 1:36 Stunden. Das Motto lautete ACT – "Alignment, Communication, Technicque" – so wie man das schon die ganze Saison gehandhabt hatte, um den gewohnten Prozess nicht ändern zu müssen. Dazu wurde laute Stadiumatmosphäre eingespielt, um hier nicht überrascht zu werden während der Partie. Allerdings ist es beim Super Bowl aufgrund der im Vergleich zu normalen Spielen anderen Aufteilung des Publikums (ungefähr je max. ein Drittel Fans der jeweiligen Franchises und ein Drittel neutrale Besucher) selten so laut wie in regulären Hauptrundenspielen.
Ab Freitag sind jetzt auch die Familien der Seahawks-Spieler in der Bay Area, was die ein oder andere Ablenkung bedeutet.
Bei den Patriots waren es dagegen nicht ganz 90 Minuten im Abschlusstraining, aber auch hier wurden möglichst alle Routinen beibehalten: Der Song "Friday" von Sir Charles Jones beendete das Stretching, die Assistant Coaches battelten sich am Ende in einem Touchdown-Fang-Wettbewerb. Die Patriots übten auf dem Uni-Campus des Stanford Stadiums; die Einrichtungen der 49ers waren also von beiden Teams nicht in Anspruch genommen worden.
Dass ein Abschlusstraining nicht auch den finalen Gameplan bedeuten muss, erklärte diese Woche Tom Brady: Vor dem Endspiel gegen die Legion of Boom der Seahawks war er mit den Spielzügen in der Red Zone nicht zufrieden gewesen. Mit dem damaligen und aktuellen Offensive Coordinator der Patriots, Josh McDaniels, wurden noch einige zusätzliche Plays am späten Freitagabend im Hotelzimmer geplant. Zwei davon führten später zu Touchdowns beim Sieg der Patriots...
Carsten Keller - 07.02.2026

Hier wird - natürlich mit anderen Logos - Super Bowl LX stattfinden (© Carsten Keller)
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