Miami und die ACC haben bereits einen wichtigen Sieg errungen, bevor die Hurricanes am kommenden Montag im nationalen Meisterschaftsspiel in Südflorida auf Indiana treffen. Als Gewinner kann sich entsprechend die Atlantic Coast Conference fühlen. Neun der 17 Teams der ACC gewannen acht oder mehr Spiele, und die Conference beendete die Saison 2025 mit einer Bilanz von 8:6 gegen die SEC. Miami gab den Ton an und gewann alle drei Spiele gegen die SEC, darunter Siege gegen Texas A&M und Ole Miss. Dieser Erfolg ist nicht nur von sportlicher Natur. Er ist auch finanziell von Bedeutung, schließlich kämpfte noch vor zwei Jahren die ACC um ihr nacktes Überleben.
Die Neuordnung der Conferences brachte die ACC seinerzeit in arge Bedrängnis. Clemson, Florida State und andere große Marken sondierten offen ihre Ausstiegsmöglichkeiten. Die Pac-12 war bereits am Ende, und die ACC schien als Nächstes an der Reihe. Stattdessen gab die Conference nach und überlebte. Die Vereinbarungen zur Umsatzbeteiligung wurden neu verhandelt. Auf Drängen der größten Marken der Conference wurden "Erfolgsinitiativen" eingeführt, die Teams für hohe TV-Einschaltquoten und herausragende Sieg-Niederlagen-Bilanzen belohnten. Die Änderungen sollten die traditionell wichtigen Teams belohnen, doch kurzfristig profitierte Miami am meisten davon. In der Vergangenheit wurden die CFP-Einnahmen unter den ACC Mitgliedern aufgeteilt, doch das änderte sich 2024 auf Betreiben der großen Universitäten. Sie wollten die Auszahlungen ganz für sich allein. Nun zahlt die CFP Organisation an die University Miami die Starterprämie aus und nicht an die Conference. Die Hurricanes erhalten 20 Millionen US-Dollar für drei Siege in den Playoffs und den Einzug in das National Championship Game, zuzüglich 12 Millionen US-Dollar Reisekostenerstattung. Früher hätte Miami wohl weniger als die Hälfte dieser Summe erhalten.
Freuen kann sich jedoch auch die CFP Organisation. Die hohe Nachfrage nach Tickets hat die Preise in die Höhe schnellen lassen. Der günstigste Ticketpreis für einen Sitzplatz liegt momentan bei fast 3500 US-Dollar und der Präsident der University of Miami, Joe Echevarria verkündete stolz, dass er auch 300000 Tickets hätte verkaufen können, auch wenn pro Team nur 20000 Sitzplätze zur Verfügung stehen. In das Hard Rock Stadium in Miami Gardens wurden genau 65000 Sitzplätze eingebaut.
Spannend wird es auch hinter den Kulissen. Die zehn FBS Commissioners und Notre Dames Athletic Director Pete Bevacqua haben bis zum 23. Januar Zeit eine Entscheidung zu treffen, wie das Playoff Format zukünftig aussehen soll. Bis zu diesem Zeitpunkt wünscht sich der TV Sender ESPN eine Entscheidung der Verantwortlichen über das neue Playoff Format, schließlich geht es um die Verlängerung der TV-Übertragungsrechte und eine mögliche saftige Erhöhung der Gebühren, wenn denn ein neuer TV-Sendevertrag zustande kommen sollte. Die Big Ten befürwortet mittlerweile Playoffs mit 24 Teams und mehreren automatischen Qualifikationsplätzen. Die SEC und andere Power-Conferences unterstützen verschiedene Modelle mit 16 Teams. Die ACC wünscht sich grundsätzlich ebenfalls eine Erweiterung und steht dabei unter erheblichem internen Druck.
Die Nichtberücksichtigung von Notre Dame bei den Playoffs veranlasste den Athletic Director der katholischen Universität, ACC Commissioner Phillips und die ACC scharf zu kritisieren, weil sie sich in den Medien nicht aktiv für die Irish eingesetzt hatten, obwohl diese ein wichtiger Kooperationspartner für die ACC sind. Verärgert verzichtete Notre Dame schließlich auf die Teilnahme an der Bowl Saison. Ein Jahr zuvor gehörte Miami zu den Teams, die nicht an den Playoffs teilnehmen durften. 2023 gewann das ungeschlagene Florida State die ACC-Meisterschaft trotz des Fehlens des verletzten Quarterbacks Jordan Travis, fiel aber dennoch in der CFP-Rangliste zurück und durfte nicht an den Playoffs teilnehmen.
Entsprechend meinte ACC Commissioner Phillips vor kurzem: "Die Playoffs müssen expandieren und können verdiente Teams nicht mehr ignorieren. Dieses Jahr hätte Notre Dame die Teilnahme verdient gehabt, und BYU war auch gut und wahrscheinlich auch Vanderbilt. Ich will damit sagen, dass wir es dem College Football schuldig sind, zusammenzuarbeiten und die Daten der letzten zwei Jahre genau zu analysieren haben."
Schlüter - 14.01.2026

Für das CFP National Championship Game 2026 ist das Hard Rock Stadium eigentlich zu klein ausgefallen. (© Schüler)
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