Die New York Jets haben den deutschen Kicker Lenny Krieg mit einem Reserve / Future Vertrag ausgestattet und halten so seinen NFL-Traum am Leben. Zuletzt stand er bei den Atlanta Falcons unter Vertrag, doch dort war sein Vertrag ohne neues Arbeitspapier ausgelaufen.
Für die Jets könnte er eine gute Absicherung sein: Der bereits 41-jährige Kicker Nick Folk wurde zum Free Agent, mit Krieg hat man zumindest die Option auf eine Verjüngung.
Krieg war über das International Player Pathway Program (IPP) in die USA gelangt und hatte nach einem Tryout mehrerer Kicker im Frühjahr 2025 einen Vertrag bei den Falcons erhalten.
Nicht ganz überraschend hatten die Lenny Krieg im Rahmen der Roster Cuts vor Saisonbeginn wieder entlassen. Allerdings gab es bis dahin durchaus noch einiges an Hoffnung: Zum Einen hatte er durch ein verwandeltes Field Goal aus 57 Yards in der Preseason überregionale Beachtung erlangt, zum anderen hallte sein perfekter Auftritt im Scouting Combine noch nach, als er mit einer perfekten Leistung auf dem Platz aufgewartet hatte: Er hatte alle 14 Field Goal-Versuche (aus 25-30-35-40-45-50-55 Yards, jeweils von links und rechts) ohne einen einzigen Fehlschuss - als einziger von 12 Kickern (zwei weitere verwandelten 13 von 14) - verwandelt.
Das alles hatte zunächst jedoch nicht gereicht, um am langjährigen Stammkicker Younghoe Koo im Kader vorbeizuziehen, der seit 2019 für die Falcons gegen den Ball trat - und das zum Teil sehr erfolgreich. Da Koo 2024 aber sein schlechtestes Jahr für die Falcons absolviert hatte (Trefferquote nur 73,5 Prozent - 25 von 34 Versuchen, das längste aus 58 Yards), schien eine Wachablösung möglich.
Er landete nach seiner Entlassung zunächst automatisch auf der Waiver-Liste, so dass ihn auch die anderen Teams unter Vertrag hätten nehmen dürfen. Das passierte nicht, so dass die Falcons Krieg für ihre Practice Squad unter Vertrag nehmen konnten.
Als Koo schließlich tatsächlich entlassen wurde, schien die Chance für Lenny Krieg zu kommen. Allerdings wurden dann zunächst Parker Romo und anschließend Zane Gonzalez geholt, Krieg verblieb in der Practice Squad und konnte von den erfahreneren Veteranen lernen – wenn man es positiv sehen will. Zudem konnte er mit Atlanta in seine Heimatstadt Berlin für die Partie gegen die Colts reisen, auch wenn er selbst nicht spielen durfte.
In den beiden Jahren zuvor war Krieg für Stuttgart Surge auf dem Feld gestanden und hatte sich für ein höheres Level empfohlen. Er durfte nach einer starken Leistung beim NFL Scouting Combine in Indianapolis nach Florida reisen und dort an der IMG Academy für ein mögliches NFL-Engagement trainieren.
2024 hatte Stuttgart Surge den Vertrag mit Lenny Krieg um ein zweites Jahr verlängert, der bereits in der Spielzeit 2023 als Kicker im Einsatz gewesen war und dabei auch den Weg von Berlin nach Stuttgart (!) auf sich genommen hatte.
"Kick it like Lenny" stand lange Zeit in der ELF für Kicken mit hoher Präzision. In der Regular Season 2023 verwandelte Lenny Krieg acht von zehn Field Goal Versuchen. Mit seiner Field Goal-Erfolgsquote von 80 Prozent rangierte er ligaweit unter den Top 3 der Kicker mit mehr als 3 Field Goal-Versuchen. In den Playoffs verwandelte er ein weiteres Field Goal, allerdings gab es hier auch durchaus nicht gänzlich unberechtigte Kritik: Ein Versuch wurde geblockt, ein zweiter fand seinen Weg durch die Stangen. Absolut nicht zufrieden konnte man jedoch mit den Extrapunktversuchen sein: Nur 50 Prozent Erfolgsquote bei 12 Versuchen lagen doch deutlich unter seiner Quote in der Hauptrunde (68,63 Prozent - 35 von 51 getroffen).
2024 konnte er nicht mehr ganz an die Zahlen aus der ersten Saison anknüpfen: In 12 Partien verwandelte er 11 von 16 Versuchen, einer wurde geblockt. Bei den Extrapunkten lag seine Trefferquote bei 66 von 75 Versuchen. Insgesamt erzielte er also 99 Punkte.
Carsten Keller - 13.01.2026

Lenny Krieg unterschrieb bei den New York Jets (© Carsten Keller)
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