Fernando Mendoza ist erstklassig

Head Coach Curt Cignetti (Indiana Hoosiers)Auch Indiana Head Coach Curt Cignetti stand vor dem CFP National Championship Game im Hard Rock Stadium in Miami Gardens zur Verfügung und beantwortete Fragen zu seinem Team.

Wie sehr hat es Ihrer Meinung nach zu Ihrem Erfolg in den ersten beiden Jahren beigetragen, dass viele der Spieler etwas älter sind und Spieler aus dem zweiten und dritten Jahr mitnehmen können?

Curt Cignetti: Ja, ich denke, es hilft uns enorm, aber genau darauf achten wir auch. Als ich anfing, ging alles schnell, der Einstellungsprozess dauerte nur drei Tage. Bei meiner Ankunft waren zehn unserer Offensivspieler im Transferportal, und wir hatten nur einen Rückkehrer in der Defensive. Damit blieben uns am dritten Tag nur noch 40 Stipendienplätze. Wir mussten also intensiv im Transferportal aktiv werden. Und wir haben 22 Spieler verpflichtet, die alle zwei oder drei Jahre lang Stammspieler waren und konstant gute Leistungen gezeigt haben. Wir haben letztlich den Kader komplett umgekrempelt. Und dann, mit zunehmender Erfahrung im High School-Recruiting, reduziert man die Nutzung des Transferportals jedes Jahr etwas. Man wird aber nie ganz darauf verzichten. Dieses Jahr werden wir ein paar weniger Spieler verpflichten als letztes Jahr, und letztes Jahr haben wir ein paar weniger verpflichtet als im Jahr davor. Aber ich denke, ältere, erfahrene Spieler, die viel Football gespielt haben und das nötige Potenzial mitbringen â Euro" und ich hole sie nicht, wenn sie es nicht haben â Euro" sind ein Gewinn.

Was ist Ihrer Meinung nach die perfekte Balance zwischen Spielern aus dem Transferportal und selbst rekrutierten Spielern, und wie konnten Sie all diese Talente in den nächsten Jahren in Ihrem Programm weiterentwickeln?

Curt Cignetti: Im College Football muss man heutzutage jedes Jahr gewinnen. Angesichts der sozialen Medien und des damit verbundenen Erfolgsdrucks muss man ein Team zusammenstellen, das jedes Jahr um die Meisterschaft mitspielen kann. Je erfolgreicher man ist, desto besser gelingt es einem, High School Spieler zu rekrutieren. Diese Spieler entwickeln sich weiter, die meisten werden ein Jahr aussetzen, einige aber auch schon als Freshman spielen. Wir holen immer etwa 20 High School Spieler, plus/minus ein oder zwei. Ich glaube, dieses Jahr waren es 23. Einige von ihnen können uns sofort in irgendeiner Form weiterhelfen. Der College Football hat sich stark verändert und verändert sich natürlich immer noch. Man muss sich anpassen, improvisieren und flexibel sein, um zu überleben. Und da hat mir meine frühere Erfahrung als Recruiting Coordinator, sowie meine Trainertätigkeit sicherlich geholfen.

Wir alle haben Ihren Erfolg seit Ihrer Ankunft erlebt. Aber was sagen Sie denen, die denken, Indiana sei immer noch eine Cinderella Story, also ein Team, das trotz einer Vergangenheit, die nicht gerade für ihre Siegermentalität bekannt ist, so erfolgreich geworden ist.

Curt Cignetti: Nun, ich denke, das stimmt. Wenn man sich die Bilanz seit Indianas Football Einführung ansieht und sie mit dem Erfolg der letzten zwei Jahre vergleicht, haben wir hier viele Rekorde gebrochen â Euro" was Siege, Meisterschaften, Playoff-Spiele, Auswärtssiege gegen Top 10 Teams usw. angeht. Es war also irgendwie surreal, aber mit den richtigen Leuten und der richtigen Führung kann man es schaffen. Man braucht einen Plan, einen konkreten Prozess. Man braucht die richtigen Leute im Trainerstab und die richtigen Leute in der Kabine. Wir hatten das Glück, eine großartige Kontinuität im Trainerstab zu haben. Bryant und Mike sind seit elf, zwölf Jahren bei mir, und viele andere im Team seit fünf, sechs, sieben Jahren. Und dann haben wir in der Kabine viele ältere Spieler mit starkem Charakter und hervorragenden Führungsqualitäten. Sie identifizieren sich mit der Vision des Teams. Sie sind sehr konstant, Tag für Tag, was ihren Einsatz, ihre Disziplin und ihre harte Arbeit zur Verbesserung angeht. Sie bleiben fokussiert auf das Ziel, sozusagen auf die Zielscheibe gerichtet. Und sie sind in der Lage, jeden Samstag vorbereitet mit der richtigen Einstellung auf das Feld zu gehen und diese dann auch umzusetzen. Es dreht sich alles um die Menschen. Und man braucht natürlich einen Plan. Und ich denke, daran besteht kein Zweifel: Genau das hat uns so weit gebracht.

Sie haben ja schon Erfahrung mit Meisterschaftsspielen. Ihr Vater war dabei, Sie waren als Assistenztrainer dabei. Und Sie waren auch schon als Cheftrainer dabei. Ändern Sie irgendetwas an Ihrer Vorbereitung auf ein Spiel wie dieses? Oder bestätigen Sie mit Ihrer Erfahrung eher, dass sich in solchen Spielen im Grunde nichts ändert?

Curt Cignetti: Wir müssen uns auf dieses Spiel genauso vorbereiten wie auf die Spiele gegen Ohio State und Alabama. Der größte Fehler, den unsere Jungs machen können â Euro" und ich werde heute Abend in der Teambesprechung mit ihnen darüber sprechen â Euro" ist, dieses Spiel zu überbewerten und sich davon beeinflussen zu lassen. Das würde unserer Vorbereitung und unserer Leistung schaden. Diese Woche ist wie jede andere. Wir müssen voll konzentriert sein. Wir müssen die Besprechungen und Trainingseinheiten intensiv nutzen und optimal vorbereitet ins Spiel gehen. Aber dann muss man das auf dem Feld gegen einen starken Gegner umsetzen.

Drei Siege in den Playoffs, alle drei gegen Top 10 Teams. Nur 35 zugelassene Punkte. Nur 28 davon außerhalb der Schlussphase. 25 Tackles for Loss, 11 Sacks. Was halten Sie von der Leistung Ihrer Defense, insbesondere in den Playoffs?

Curt Cignetti: Gegen Ohio State und Alabama waren wir exzellent. Gegen Oregon haben wir drei Ballverluste erzwungen und einen Punt geblockt, was insgesamt vier Ballverluste und 21 Punkte für den Gegner bedeutete. Es beginnt mit Bryant Haines. Er ist der Anführer der Verteidigung. Er hat einen guten Plan und bringt unsere Jungs in Position, um anzugreifen und Spielzüge zu machen. Aber das Lob gebührt auch den anderen Spielern auf dem Feld. Aiden Fisher ist der Anführer der Verteidigung, aber jede Einheit hat ihre Anführer. Alles beginnt an der Front, wo es darum geht, den Lauf zu stoppen und den Quarterback unter Druck zu setzen. Die Turnover-Ratio ist enorm wichtig, Ballgewinne zu erzielen und explosive Spielzüge zu verhindern, was in kritischen Situationen entscheidend ist. Wir spielen momentan etwas ersatzgeschwächt. Wir haben einige wichtige Spieler verloren. Aber es war die Mentalität, dass jeder einspringt, wie bei Daniel Ndukwe, der in dem Spiel ein paar wichtige Aktionen hatte und auch einen Punt blockte. Wir haben sozusagen nahtlos an unsere Leistungen angeknüpft. Nach dem Spiel gegen Oregon gab es zwar ein paar mehr Aufräumaktionen als in den anderen Spielen, was teilweise an den offensiven Schwierigkeiten lag, die Oregon mit seinen Tight Ends, die wie Receiver laufen, das Spiel breit machen und so Passwege öffnen können. Aber man muss in allen drei Phasen konstant sein, um erfolgreich zu sein, und ich denke, genau das hat dieses Team gezeigt. Wir waren in Offensive, Defensive und Special Teams ziemlich konstant. Und größtenteils haben wir, unabhängig von den Spielbedingungen, vom ersten bis zum letzten Spielzug auf hohem Niveau gespielt.

War es für Sie eine spielentscheidende Situation, als D'Angelo Ponds als Wide Receiver eingesetzt wurde? Haben Sie das während der regulären Saison in Erwägung gezogen?

Curt Cignetti: Das war eine spezifische Entscheidung für eine bestimmte Spielsituation und den Spielzug im letzten Spiel gegen Oregon. Er ist ein herausragender Athlet. Er hat einen exzellenten Antritt, ist schnell und wendig. Er ist ein Ausnahmespieler. Er hat den Spielzug perfekt ausgeführt. Wir hatten die Spielformation vorgegeben bekommen, oder wir hätten den Ball geworfen und nicht abgegeben. Er hat seinen Gegenspieler überlaufen, ist an der Seitenlinie vorbeigezogen und hat den First Down geholt. Er war auch Quarterback in der High School, und er könnte wahrscheinlich vieles. Wir werden sehen, wie oft wir ihn diese Woche einsetzen.

Welchen Eindruck hinterlassen die Spieler, die Sie von James Madison geholt haben?

Curt Cignetti: Nun, ich denke, sie waren ein wichtiger Teil dessen, was hier passiert ist, insbesondere im ersten Jahr des Übergangs. Viele Spieler haben sich entschieden zu bleiben. Sie mussten sich etwas einfallen lassen. Die JMU-Spieler, stellten wahrscheinlich etwa die Hälfte der Transfers dar, die wir im Dezember geholt haben. Sie konnten den Neuen und auch den Rückkehrern sicher einige Fragen beantworten, wie wir die Dinge angehen und wer ich und die anderen Trainer sind.

Wie beurteilen Sie die Leistungen von Center Pat Coogan?

Curt Cignetti: Pat Coogan ist ein Gewinnertyp. Und wir haben viele Spieler wie Pat Coogan. Aber er war eine großartige Verstärkung. Er hat viel Football bei Notre Dame gespielt. Wir brauchten einen Center. Er hat die Chance erkannt. Er war maßgeblich an der Entwicklung unserer Offensive Line beteiligt und ist einer der Führungsspieler in unserem Team. Die Mannschaft ist im Laufe der Saison noch enger zusammen gewachsen. Es ist eine sehr eingeschworene Truppe. Und dieses Team hat unsere Spielweise wohl besser verinnerlicht und auf dem Feld umgesetzt als alle anderen Teams zuvor. Pat spielt dabei eine Schlüsselrolle. Er genießt hohes Ansehen bei seinen Teamkollegen. Er bereitet sich hervorragend vor. Dass er 20 Yards weiter vorne den Fumble erobert hat, hat mich überhaupt nicht überrascht. Wir müssen ihm jetzt nur noch beibringen, den Ball nach der Eroberung richtig zu sichern.

Fernando Mendoza spricht in den Medien wie ein Trainer. Er klingt wie ein Trainer. Wie ist seine Kommunikation innerhalb des Teams und des Programms, und wie verhält es sich, wenn Sie mit ihm arbeiten?

Curt Cignetti: Chandler Whitmer und Derek Owings, unser Kraft- und Konditionstrainer, haben wahrscheinlich mehr Kontakt zu Fernando als ich. Ich kann Ihnen sagen, dass man ein Team am besten führt, indem man selbst gute Leistungen bringt, insbesondere auf der Quarterback Position. Ich habe nie versucht, ihn im Frühjahrstraining zum Anführer zu machen, denn seine Leistung spricht für sich. Er genießt im Team hohes Ansehen. Und seine Spielweise spricht für sich. Ich fand ihn gegen Oregon hervorragend. Auch seit dem Gewinn der Heisman Trophy hat er sein Spielniveau noch einmal deutlich gesteigert. Er ist ein außergewöhnlicher Typ. Er ist extrem intelligent, und das erkennen die Leute. Er findet immer die richtigen Worte und wird nach seiner Footballkarriere, egal was er macht, sehr erfolgreich sein. Er hat ein super Verhältnis zu den Jungs, vor allem natürlich zu den Älteren. Die halten zusammen. Aber ich glaube, was er hinter den Kulissen getan hat, um die Offensive noch enger zusammen zu schweißen, ist großartig und da sind viele Dinge dabei, von denen ich damals noch nichts wusste, die ich später erfahren habe. Er hat einfach einen fantastischen Job gemacht. In jedem Bereich, in dem man den Erfolg des Teams beeinflussen kann, war er ganz vorne mit dabei.

Sind Sie, wenn Sie mit ihm sprechen, von seiner Reife und seiner Art, mit Ihnen zu reden, beeindruckt?

Curt Cignetti: Wissen Sie, wenn ich mit ihm spreche, sind die Gespräche meist recht kurz. Er redet nicht viel, weder im Trainingszentrum noch auf dem Platz. Er ist kein Mann der großen Worte. Ich denke, man lernt Fernando Mendoza am besten im Interview kennen, egal ob unter der Woche oder nach dem Spiel. Und seine Interviews sind immer erstklassig.

Schlüter - 13.01.2026

Head Coach Curt Cignetti (Indiana Hoosiers)

Head Coach Curt Cignetti (Indiana Hoosiers) (© Getty Images)

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