Indiana und Miami bestreiten am 19. Januar in Miami das National Championship Game, und auch wenn wohl niemand vor der Saison auf diese Ansetzung gesetzt haben dürfte, treffen mit ihnen die beiden aktuell besten Teams aufeinander. Indiana war über die gesamte Saison das beste Team und scheint von Woche zu Woche immer noch besser zu werden, wie sich an den Playoff-Siegen mit 35 und 34 Punkten Differenz gegen Alabama und Oregon zeigt. Miami war nach zwei vermeidbaren Regular-Season-Niederlagen gegen Louisville und bei SMU in Sachen Playoffs so gut wie erledigt, schlüpfte als letztes Team etwas glücklich in die Playoffs, spielt in diesen aber deutlich fokussierter als in der Regular Season, so, als hätte die Mannschaft erst jetzt verstanden, was auf dem Spiel steht und vor allen, wozu sie fähig ist. Favorit ist nach den zwei klaren Playoff-Siegen natürlich Indiana, aber dank ihrer Abwehr und mit dem Heimvorteil im Rücken kann es den Hurricanes durchaus gelingen, Indianas scheinbar unaufhaltsamen Marsch zum Titel zu stoppen.
Ganz gleich, wer am Ende als Sieger vom Platz geht, die Endspiel-Teilnahme ist für Beide so etwas wie ein Rendezvous mit der Geschichte. Indiana war bis vor zwei Jahren im College Football ein Nobody, der in den letzten beiden Jahren unter Head Coach Curt Cignetti, der im Übrigen ebenso wie Miamis Head Coach Mario Cristobal Assistant Coach unter Trainer-Legende Nick Saban bei Alabama gewesen war, einen wohl einmaligen Aufstieg hingelegt hat. Der Titelgewinn würde diese Entwicklung veredeln. Miami hatte in den 1980er Jahren selbst einen kometenhaften Aufstieg zur Spitzenmannschaft geschafft, fünf National Championships gewonnen, war nach der letzten Endspiel-Teilnahme (Saison 2002) aber ins Mittelmaß abgerutscht und versucht seither, wieder Anschluss an die Spitze zu finden - bislang erfolglos. Mit einem Endspiel-Sieg in Miami würde sich auch eine Art Kreis schließen, hatte Miamis Aufstieg zur Spitzenmannschaft doch auch mit einem Titelgewinn im eigenen Stadion (31:30 gegen Nebraska am Ende der Saison 1983) begonnen.
Vergleichbares gibt es auch auf der individuellen Ebene, und die persönlichen Verbindungen sind fast schon ein bisschen kitschig. Der Star bei Indiana ist QB Fernando Mendoza, der Heisman-Trophy-Gewinner (MVP) dieser Saison. Der kommt aus Miami, ist nur wenige hundert Meter vom Campus der University of Miami aufgewachsen (geboren allerdings in Boston), hatte aber kein Football-Stipendium von Miami angeboten bekommen, seine College-Karriere dann am anderen Ende der USA, bei California, begonnen und war nach der Saison 2024 zu Indiana gewechselt. Gekreuzt haben sich die sportlichen Wege von Mendoza und den Hurricanes bis jetzt einmal - in der Saison 2024, als Miami bei California in einem total verrückten Spiel mit 39:38 gewann. Bei Miami schließt sich ein weiterer Kreis, für Head Coach Mario Cristobal. Der war einst Spieler (Offensive Line) bei den Hurricanes und hatte mit ihnen zwei National Championships (1989 und 1991) gewonnen. Später gehörte er zweimal (1998 bis 2000 und 2004 bis 2006) dem Trainerstab der Hurricanes an. Und noch so ein "Twist": An der Christopher Columbus High School in einem Vorort von Miami, an der auch Fernando Mendoza Football gespielt hat, war Cristobal Mannschaftskamerad von Fernando Mendozas Vater.
Sportlich erhofft man sich natürlich ein Spiel, das deutlich spannender wird als Indianas bisherige Playoff-Partien. Wenn sich Miami nicht, wie Oregon im Halbfinale, mit eigenen Fehlern das Leben selbst schwer macht, sollte das auch so kommen. Im Grunde unterscheiden sich die beiden Mannschaften nicht groß voneinander. Beide haben in der Offensive routinierte Quarterbacks, die in der Regl auch unter Druck die Ruhe behalten, und starke Offensive Lines. Indiana ist im Receiver-Bereich insgesamt etwas besser besetzt, dafür besitzt Miami hier mit Malachi Toney den Mann mit dem größten Game -Changer-Pozenzial. Miami hat dank Mark Fletcher Vorteile bei den Running Backs. Beide verfügen auch über starke Defenses, wobei hier Miami wegen der Pass-Rush-Qualitäten potenziell etwas stärker einzuschätzen ist. Für Miami wird für Verlauf und Ausgang des Spiel vor allem entscheidend sein, das Duell an der Line of Scrimmage, so wie in den ersten beiden Playoff-Spielen, deutlich für sich zu entscheiden und viel Druck auf Mendoza zu machen. Im Halbfinale gegen Mississippi kamen die gefürchtete Pass Rusher nicht wie gewohnt zum Zuge und das hätte Miami fast den Sieg gekostet. Und natürlich darf Miami die "Turnover Battle" nicht so klar verlieren wie Oregon im Halbfinale. Indiana, das bislang in den Playoffs ohnehin kaum gravierende Fehler gemacht hat, braucht in der Offensive "nur" so weiterzumachen wie im Viertel- und Halbfinale. Ansonsten ist die Hauptaufgabe der Hoosiers, Miamis Laufspiel zu stoppen und das Angriffsspiel der Hurricanes damit "eindimensional" zu machen.
Hoch - 13.01.2026

Indiana stürmte mit seiner starken Offensive unwiderstehlich ins National Championship Game. (© Getty Images)
Leser-Bewertung dieses Beitrags:
Die Mid American Conference (MAC) wird Sacramento State ab 2026 als reines Football Mitglied aufnehmen. Sac State wird Northern Illinois in der MAC ersetzen. Die Huskies wechseln diesen Sommer offiziell in die Mountain West Conference (MW). Die Gebühren für den Beitritt belaufen sich auf rund 18 Millionen US-Dollar.
Sac State hat seinen Spielplan für 2026 noch nicht veröffentlicht, aber mehrere andere Teams, darunter...
Montanas Linebacker Solomon Tuliaupupu wurde ein neuntes Spieljahr gewährt und wird in der Saison 2026 zurückkehren, wie die Universität bekannt gab. Tuliaupupu, der 2018 ursprünglich bei USC unterschrieben hatte, geht nun in seine zweite Saison mit Montana. Die College Football Saison 2025 war erst die zweite in seiner Karriere, in der er alle Spiele bestreiten konnte. Er erzielte 43 Tackles, zwei Sacks und zwei erzwungene...