Rams müssen in Carolina kämpfen

Colby Parkinson fing den entscheidenden Touchdown-Pass vor Carolinas Tre'von Moehrig.Zum Anfang der Playoffs hatte die NFL wohl nicht ganz ohne Hintergedanken die Heimpartie der Carolina Panthers gegen die Los Angeles Rams terminiert. Der klare Underdog aus Charlotte, der nur mit einer negativen Bilanz und gerade so passender Tiebreaker-Arithmetik zu Hause den Zweitplatzierten der Gesamt-NFC empfangen durfte, schien am Anfang tatsächlich auf verlorenem Posten. Doch im vierten Viertel wurde es noch einmal mächtig spannend, bevor die Los Angeles Rams sich doch noch mit 34:31 durchsetzen konnten.

Das war unter den Vorgaben, die die Buchmacher für die Partie berechnet hatten, und so bleibt für die Panthers immerhin die Erkenntnis, tatsächlich zu Recht in den Playoffs gewesen zu sein. Zu Beginn musste man befürchten, dass es eine Abfuhr geben könnte. Puka Nacua fing zwei Touchdown-Pässe von Matt Stafford in der ersten und dritten Angriffsserie der Rams, da suchten die Panthers noch nach einem Zugang zum Spiel. In ihren ersten beiden Anläufen waren sie aus der eigenen Hälfte nicht herausgekommen. Beim dritten ging es kurz in Rams-Territorium, doch fing Cobie Durant dort den Pass von Bryce Young ab. Vier Minuten später war Nacua das zweite Mal in der Endzone.

Danach allerdings berappelten die Panthers sich. Drei First-Down-Pässe in Folge brachten sie in Rhythmus, Chuba Hubbard gelang der Anschluss-Touchdown. Die Rams antworteten vorerst nur mit einem Field Goal, fühlten sich aber weiter augenscheinlich recht sicher, zumal sie später auch mit einem Punt den Weg in Carolinas Hälfte schafften, weil Trevor Etienne als Returner den Ball nicht festhalten konnte. Vielleicht war man auf Rams-Seite auch ein bisschen zu sicher - eineinhalb Minuten vor der Pause zielte man auf den dritten Touchdown statt auf das Field Goal, und Staffords Fourth-Down-Pass kam nicht an.

Eine Minute später waren die Panthers auf 14:17 herangekommen, als Quarterback Bryce Young sich selbst zum 14:17 in die Endzone scrambelte. Das machte Mut für die zweite Hälfte, in der die Panthers die Rams sofort stoppten und ihren ersten Ballbesitz zum 17:17-Ausgleich nutzten. Nun mussten die Rams froh sein, es wenigstens mit einem Field Goal wieder zur Führung zu schaffen, doch die Basis für ein spannendes viertes Viertel war gelegt.

Viermal wechselte die Führung anschließend noch - öfter gab es dies in Playoff-Spielen in vierten Vierteln noch nie. Zuletzt hatten Tom Brady und Patrick Mahomes im AFC-Finale vor sieben Jahren eine solche Show geliefert, wobei damals (nach Overtime) Brady mit den Patriots trotz einer Interception noch den Kopf aus der Schlinge gezogen hatte. Daran nahm sich nun wohl Matt Stafford ein Beispiel. Zuerst warf er einen Fehlpass, beantwortete Chuba Hubbards zweiten Touchdown zur erstmaligen Panthers-Führung aber mit dem 27:24 per Pass auf Kyren Williams. Nach Carolinas Kurzauftritt danach gelang es jedoch nicht, die Führung auszubauen.

Schlimmer noch: Der nächste Fauxpas ihrer Special Teams schickte Los Angeles an den Rand des Abgrunds: Isaiah Simmons blockte einen Rams-Punt. Carolina durfte von der 30-Yard-Linie der Gäste starten, und drei Minuten vor dem Ende warf Young den Pass auf Jalen Coker zum 31:27 für die Carolina Panthers. Coker hatte insgesamt neun Passfänge für 134 Yards Raumgewinn und damit statistisch gar die Nase gegenüber Puka Nacua vorn (zehn Fänge, 111 Yards).

Sowohl Nacua als auch Davante Adams waren allerdings während der Partie auffällig häufig nicht in der Lage gewesen, auf sie geworfene Bälle zu fangen, gerade an den Außenseiten fehlte dem Rams-Passspiel die Präzision. Es spricht für Matthew Stafford (am Ende 24 gültige Pässe für 304 Yards und drei Touchdowns bei 42 Passversuchen), dass er dies nun in den letzten Minuten ausblenden konnte, sich auf die bekannten Stärken des Passangriffs verließ. Vier Pässe in Folge gingen nun kurz und präzise an das Duo, jeder Ball saß, beide konnten je einen First Down holen. Ein Pass auf Konata Mumpfield brachte die Rams in Position. Colby Parkinson fing schließlich den langen Touchdown-Pass über 19 Yards auf der rechten Außenseite und sicherte lehrbuchmäßig und akrobatisch ab, die Füße auf dem Weg in die Endzone im Feld zu behalten.

Auf dem Weg zum Touchdown-Pass hatte Los Angeles 71 Yards mit sieben Spielzügen in etwa zwei Minuten überbrückt, eventuell etwas zu schnell. Doch einen fünften Führungswechsel oder wenigstens die Chance auf ein Field Goal zum Ausgleich erreichten die Panthers nicht mehr. Bryce Young versuchte vier Pässe, doch die abermalige Wende war nicht mehr zu schaffen.

Auerbach - 11.01.2026

Colby Parkinson fing den entscheidenden Touchdown-Pass vor Carolinas Tre'von Moehrig.

Colby Parkinson fing den entscheidenden Touchdown-Pass vor Carolinas Tre'von Moehrig. (© Getty Images)

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